Alita: Battle Angel

Land: USA 2018  Regie: Robert Rodriguez  Dauer: 122 min.  Mit: Rosa Salazar, Christoph Waltz, Keean Johnson, Mahershala Ali  Kinostart: 14.2.2019  FSK: 12
Ein Beitrag unseres humanoiden Kampfguckers Julian Dax:

© 2018 Twentieth Century Fox

Bereits vor geraumer Zeit hat ein kluger Mensch behauptet, es gäbe lediglich eine Handvoll originärer Geschichten, alles andere seien Variationen davon.
Und bereits in der ersten Szene von  Alita: Battle Angel  kommt einem der Gedanke, diese Behauptung sei nicht völlig aus der Luft gegriffen, denn was man auf der Leinwand sieht, erinnert doch stark an „Pinocchio“ von Carlo Collodi, angereichert mit etwas „Frankenstein“ von Mary Shelley.

Wir schreiben das Jahr 2563. Nach einem ominösen „Großen Krieg“ lebt die Menschheit in einer Riesenstadt namens Iron City, über der Zalem hängt, eine Art Stadt in den Wolken, zu der die Bewohner von Iron City keinen Zutritt haben. Dr. Dyson Ido (Christoph Waltz), ein einfühlsamer Cyborg-Arzt, findet auf einem Schrottplatz das Oberteil eines künstlichen Wesens, das er in sein Labor mitnimmt. Dort verpasst er dem Mädchen einen neuen Körper und bringt es zum Leben. Alita (Rosa Salazar), wie er sie nach seiner eigenen verstorbenen Tochter nennt, hat so gut wie keine Erinnerungen an ihr vorheriges Leben und muss mit großen (in diesem Fall SEHR großen!) Augen erst alles lernen, was sie zum Überleben in Iron City benötigt. Dabei trifft sie auch den Jungen Hugo (Keean Johnson), der seinen Lebensunterhalt mit nicht ganz legalen Geschäften verdient. Weitere Figuren kreuzen Alitas Weg; da ist einmal Dr. Idos ehemalige Frau, die Wissenschaftlerin Chiren (Jennifer Connelly), deren Partner, der undurchsichtige Vector (Mahershala Ali) sowie der brutale Kopfgeldjäger Zapan (Ed Skrein).

Zusammen mit Alita erfährt man auch Näheres über das harte Leben in diesem unvorstellbaren Moloch kennen; Feuerwaffen sind bei Todesstrafe verboten, antatt Polizisten gibt es die sog. „Hunter Warriors“, Kopfgeldjäger, die steckbrieflich gesuchte Verbrecher zur Strecke bringen und Motorball, eine äußerst brutale Sportart, nach der alle verrückt sind. Nach und nach kommen bei Alita Erinnerungsfetzen zurück, und zudem stellt sie fest, dass sie über ebenso ungeahnte wie auch unerklärliche Kampffähigkeiten verfügt. Doch so sehr Dr. Ido versucht, sie von der realen Welt abzuschirmen, so sehr ist Alita daran gelegen, das Geheimnis ihrer Vergangenheit aufzuklären…

Eigentlich war Alita: Battle Angel  ein Herzensprojekt von James Cameron, der bereits vor 18 Jahren den Wunsch äußerte, diesen in Japan sehr populären Manga zu verfilmen. Doch bekanntlich kamen ihm Avatar sowie dessen diverse Fortsetzungen in die Quere, und so begnügte er sich schließlich damit, die Produktion zu übernehmen und am Drehbuch mitzuarbeiten. Die Regie ging an Robert Rodriguez, der – wenn man ehrlich ist – seit dem ersten Sin City ziemlich durchhing. Und nach mehreren verschobenen Startterminen kommt die neue Hoffnung auf ein erfolgreiches Franchise nun am 14. Februar 2019 weltweit ins Kino.

Eines gleich vorweg: einen Preis für Originalität verdient  Alita: Battle Angel  absolut nicht; Metropolis, Rollerball, Blade Runner, RoboCop, Elysium – all das sind die sichtbaren Vorbilder, die einem beim Anschauen sofort in den Sinn kommen, und auch die Handlung ist größtenteils vorhersehbar. Ist man bereit, das zu akzeptieren, erwartet einen dennoch ein visuell bestechender Film, der bei aller Rasanz auch einige stille Momente besitzt und vor allem in der Titelfigur eine Sympathieträgerin erster Güte aufweisen kann.

Im mittlerweile perfektionierten „motion capture“-Verfahren gelingt es Rosa Salazar ein sichtlich künstliches Wesen derart menschlich zu gestalten, inklusive echter Tränen, dass man gar nicht anders kann, als sie von Anfang an ins Herz zu schließen; folgerichtig charakterisiert ihr neuer Freund Hugo sie denn auch als „das menschlichste Wesen, das ich je kennengelernt habe.“ Ein amerikanischer Filmkritiker geht sogar so weit, diese Figur als eine Mischung aus Jason Bourne und der Kleinen Meerjungfrau zu bezeichnen.

Und so akzeptiert man auch, dass der Film – trotz einiger heftiger Kampfszenen, in denen zumeist künstliche Körperteile durch die Luft fliegen – insgesamt doch relativ unblutig bleibt, um ein möglichst zahlreiches junges Publikum zum Kauf einer Kinokarte zu animieren. Vor allem jedoch akzeptiert man den Cliffhanger am Ende, der eindeutig auf mindestens eine Fortsetzung verweist. Wenn diese ebenso kurzweilig ausfällt wie diese erste Begegnung mit einer weiteren dystopischen Zukunftsvision, darf man sich bereits jetzt darauf freuen.

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