Convoy

Land: USA 1978  Regie: Sam Peckinpah  Mit: Kris Kristofferson, Ali MacGraw, Ernest Borgnine  LabelWeltkino  VÖ: 25.1.2019  FSK: 12 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© Weltkino

Besonders viele Filme gibt es nicht, die auf einem populären Song basieren; insofern ist Convoy aus dem Jahr 1978 schon allein deswegen etwas Besonderes.
Ein gewisser C.W. McCall hatte 1977 einen weltweiten Hit mit dem Song Convoy, der im Grunde genommen lediglich aus zahlreichen Slangausdrücken von Truckern besteht, die in der damaligen Zeit über CB-Funk ständig in Kontakt miteinander standen und vor allem auch einander vor Polizisten warnten, die irgendwo auf den endlosen Highways auf der Lauer lagen, in der Hoffnung, jemandem einen Strafzettel wegen Geschwindigkeitsüberschreitung zu verpassen.

Wenn man sich nun vergegenwärtigt, dass Trucker sowohl in ihren eigenen als auch in den Augen der Öffentlichkeit für die eigentlichen Nachfahren von Cowboys stehen, war es natürlich nur folgerichtig, dass ein gestandener Westernregisseur wie Sam Peckinpah verpflichtet wurde, der dann auch gleich Darsteller mitbrachte, die bereits in einigen seiner Filme zu sehen waren: Kris Kristofferson in Pat Garrett and Billy The Kid, Ernest Borgnine in The Wild Bunch und Ali MacGraw in The Getaway. Um der nun eventuell aufkommenden Vorfreude einen kleinen Dämpfer zu versetzen – in die Kategorie der o.a. Filme gehört Convoy leider nicht.

Es ist vor allem der praktisch nicht existente Plot, der dem Betrachter sauer aufstößt; Trucker Rubber Duck (Kris Kristofferson) legt sich mit dem ebenso fiesen wie korrupten Polizisten „Dirty Lyle“ (Ernest Borgnine) an, gabelt unterwegs eine flotte Fotografin (Ali MacGraw) auf und schafft es , dass sich immer mehr Trucker seinem einsamen Kampf anschließen, bis ein richtig langer Konvoi entsteht. Die Trucker wollen nach Mexiko, die Polizei und dann sogar die Nationalgarde wollen sie aufhalten. Das ist alles! Warum sie auf einmal ihre diversen Ladungen nicht an ihre diversen Bestimmungsorte transportieren wollen, welche möglichen Konsequenzen sich aus ihrem Tun ergeben, wer eigentlich für die immensen Schäden aufkommt, die sie auf ihrer Fahrt anrichten – immerhin wird u.a. eine ganze kleine Stadt im wahrsten Sinne des Wortes plattgemacht – all das interessiert Peckinpah nicht.

Zwar hat man den Eindruck, der Regisseur habe mehr im Sinne gehabt, als lediglich eine weitere Komödie über gewitzte Fahrer und tumbe Bullen zu machen, wie sie damals en vogue waren – immerhin werden ganz am Rande auch Themen wie Rassismus und Korruption angeschnitten – doch so richtig ernst nimmt Peckinpah das alles letztlich nicht.

Vielleicht hängt es ja damit zusammen, dass er zum Zeitpunkt der Dreharbeiten bereits sehr krank war und vor allem Opfer seiner Alkohol- und Kokainsucht, wie man aus der äußerst informativen Dokumentation „Passion & Poetry: Sam’s Trucker Movie“ erfährt, in der sich zahlreiche am Film beteiligte Personen, darunter auch die drei Hauptdarsteller, sehr offen über die Zusammenarbeit äußern.

Unterm Strich bleibt ein mit grandiosen Landschaften und immer wieder in Zeitlupe gefilmten Ansichten von Riesentrucks aufwartender Film, aus dem man, vor allem in Bezug auf das Drehbuch und die unterentwickelten Charaktere, wesentlich mehr hätte machen können.


DVD:

Länge: 106 min
Bild: 2,35:1 (anamorph)
Ton: Deutsch (Stereo DD), Englisch (Mono DD)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Dokumentation: „Passion & Poesie – Sams Trucker-Film”, Featurettes, US-TV- & Radiospots, Trailer, Wendecover

Blu-ray:

Länge: 111 min
Bild: 2,35:1 (1080p/24 Full HD)
Ton: Deutsch (Stereo DTS-HD MA), Englisch, Französisch (Mono DTS-HD MA) / DTS-HD 2.0 Master Audio Mono, DTS-HD 5.1 Master Audio Stereo
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch
Extras: Dokumentation: „Passion & Poesie – Sams Trucker-Film”, Featurettes, US-TV- & Radiospots, Trailer, Wendecover

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