Von Löwen und Lämmern

Land: USA 2007  Regie: Robert Redford  Mit: Robert Redford, Meryl Streep, Tom Cruise  LabelStudio Hamburg Enterprises  VÖ: 7.12.2018 FSK: 12 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© Studio Hamburg Enterprises

 

Wie war das doch gleich mit dem Unterschied zwischen gut gemeint und gut?

Wem das nicht so ganz klar ist, dem sei Robert Redfords Film Von Löwen und Lämmern aus dem Jahr 2007 empfohlen.

„FESSELND, PROVOKATIV, BRISANT“ steht auf der Hülle; LANGWEILIG, ÜBERFLÜSSIG, VERWORREN trifft die Sache allerdings wesentlich genauer.

In drei verschiedenen Handlungssträngen beschäftigt sich Von Löwen und Lämmern mit der amerikanischen Intervention in Afghanistan. Der idealistische Professor Malley (Robert Redford) versucht an einer kalifornischen Universität einen  hoch intelligenten, aber zutiefst desinteressierten Studenten (Andrew Garfield) in einer langen Diskussion davon zu überzeugen, warum es wichtig ist, sich vor allem als junger Mensch politisch zu engagieren. Zur gleichen Zeit führt in Washington die linksliberale Journalistin Janine Roth (Meryl Streep) mit dem karrieregeilen republikanischen Senator Jasper Irving (Tom Cruise) ein kontroverses Interview über Sinn und Unsinn des Afghanistan-Einsatzes der USA. Unterdessen spielt sich irgendwo auf einem verschneiten Bergplateau am Hindukusch ein militärisches und menschliches Drama ab: Zwei junge US-Soldaten geraten in einen Hinterhalt, der ihren Einsatz zum Kampf ums eigene Überleben werden lässt, wobei man im Verlauf des Films erfährt, dass diese beiden einst bei Professor Malley studiert und sich freiwillig zum Militäreinsatz gemeldet haben.

Man weiß bereits seit langer Zeit, dass Redford zu den politischsten Köpfen Hollywoods zählt, und in einer ganzen Reihe von Filmen, darunter Die Unbestechlichen oder Die drei Tage des Condor gelang es den Machern wunderbar, politische Information mit Unterhaltung zu paaren. Im vorliegenden Fall jedoch werden dem Zuschauer auf eine äußerst dröge Art und Weise pseudo-politische Plattitüden um die Ohren gehauen, die man sich gut als Podiumsdiskussion oder Zeitungsartikel vorstellen könnte, und zwar welche von der eher überflüssigen Sorte. Was um alles in der Welt hat Redford als Regisseur an diesem unausgegorenen Drehbuch gereizt? Was genau soll der Film aussagen, jenseits von „Krieg is schlecht“? Warum drückt er sich letzten Endes um eine klare Aussage?

Vor allem jedoch fragt man sich, ob die drei Hauptdarsteller überhaupf das Drehbuch gelesen haben. Tom Cruise als schmieriger Senator, Meryl Streep als Journalistin, die ihre Funktion als Vertreterin der „vierten Macht“ im Staat zu hinterfragen beginnt sowie Robert Redford in seiner Paraderolle als aufrechter Kämpfer schaut man zwar eine Weile gerne zu, weil sie eigentlich immer gut sind; doch von dem Moment an, als man merkt, dass die drei vor unseren Augen und (vor allem!) Ohren ablaufenden Geschichten eigentlich nirgendwohin führen, sondern sich lediglich im Kreise drehen, lässt auch die Faszination an der geballten Starpower gewaltig nach, die diese drei schauspielerischen Schwergewichte vermitteln, und man ist heilfroh, dass der Film mit 91 Minuten wenigstens nicht allzu viel Lebenszeit kostet.


Laufzeit: 91 min., Bildformat: 16:9, Tonformat: Dolby Digital 5.1, Sprache: Deutsch, Englisch

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