Hotel Artemis

Land: GB/USA 2018  Laufzeit: 94 Minuten  Regie: Drew Pearce  Mit: Jodie Foster, Dave Bautista, Jeff Goldblum, Sofia Boutella, Sterling K. Brown, Zachary Quinto LabelConcorde Home Entertainment  VÖ: 3.12.2018  FSK: 16 – Von Julian Dax:

© Concorde

All diejenigen, denen die beiden John Wick-Filme mit Keanu Reeves ein Begriff sind, erinnern sich bestimmt an einen der faszinierendsten Schauplätze darin; es ist eine Art Hotel, das als Fluchtpunkt für Verbrecher dient und in dem sie auch – im Falle von Schuss- oder sonstigen Verletzungen – auch ärztlich versorgt werden. Offenbar war Erstlingsregisseur Drew Pearce derart beeindruckt von diesem Schauplatz, dass er beschloss, ihn zum alleinigen Handlungsort von Hotel Artemis zu machen.

Los Angeles im Jahre 2028. Während die Stadt von den schlimmsten Ausschreitungen aller Zeiten heimgesucht wird, ausgelöst durch die Entscheidung der Stadtverwaltung, das Trinkwasser zu privatisieren, treffen im titelgebenden Hotel einige zwielichtige Gestalten aufeinander, um ihre Verletzungen behandeln zu lassen. Leiterin ist die Ärztin Jean Thomas (Jodie Foster), von allen nur „Schwester“ genannt. Ihr einziger Mitbewohner und Assistent ist ein Riese namens Everest (Dave Bautista). Im Hotel Artemis gelten dieselben Regeln wie in John Wick: Schusswaffen müssen am Eingang abgegeben werden, man muss eingeschriebenes Mitglied sein, um überhaupt Zugang zu erhalten, Polizisten dürfen nicht rein. Die „Gäste“ erhalten während ihres Aufenthaltes Namen, die identisch sind mit denen ihrer Zimmer und heißen dementsprechend Honolulu, Waikiki oder Acapulco. Und während die „Schwester“ mit Hilfe eines 3-D-Druckers, diverser medizinischer Neuerungen und Unmengen von Schmerzmitteln versucht zu helfen, lernt man die Patienten etwas besser kennen, zu denen auch eine französische Auftragskillerin (Sofia Boutella, wer sonst?) sowie einer der Obergangster von Los Angeles (Jeff Goldblum) gehören. Und alles läuft auf eine finale Konfrontation hinaus, bei der es nur wenige Überlebende geben wird…

Hotel Artemis ist ein seltsamer Film; die Ausgangssituation ist viel zu absurd, um ernstgenommen zu werden, die Charaktere sind so oberflächlich skizziert, dass man an ihren Schicksalen als Zuschauer kaum echtes Interesse entwickelt, die gezeigte Brutalität ist ebensowenig komisch wie die wohl humorvoll gemeinten Zwischenspiele. Und da die Handlung in einer einzigen Nacht an einem einzigen Schauplatz stattfindet, der zumeist ziemlich diffus ausgeleuchtet ist, strengt das Zuschauen stellenweise auch etwas an.

Bleiben die Schauspieler; natürlich sind und bleiben Jodie Foster (hier künstlich gealtert und mit einer schrecklichen Beatrix von Storch-Frisur ausgestattet) und Jeff Goldblum so gut wie immer sehenswert, doch gegen ein unausgegorenes Drehbuch (ebenfalls Drew Pearce) kommen sie letztlich auch nicht an. Was bleibt, ist ein leidlich unterhaltsamer Action-Trash, der wohl nicht allzu lange im Gedächtnis haften bleibt.

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