Star Trek: Discovery – Staffel 1

Land: USA 2018  Regie: Div.  Mit: Sonequa Martin-Green Doug Jones Shazad Latif Anthony Rapp Mary Wiseman Jason Isaacs Michelle Yeoh  LabelUniversal Pictures Home Entertainment  VÖ: 22.11.2018  FSK: 16 – Ein Beitrag von Julian Dax:

© Paramount Pictures.
Alle Rechte vorbehalten

 

Eigentlich hätte man es sich denken können, denn es ist schon immer so gewesen unter den zumeist doch sehr konservativen „Trekkies“ bzw. „Trekkers“, wie sie es vorziehen genannt zu werden. Gegenüber der Originalserie hatte „The Next Generation“ zu Beginn einen schweren Stand. Bei „Deep Space Nine“ bemängelte man lange Zeit die Tatsache, dass der Schauplatz kein Raumschiff, sondern eine Weltraumstation ist, „Voyager“ mit ihrem weiblichen Kapitän akzeptierten viele nur schwerlich, und über „Enterprise“ gab und gibt es immer noch so gut wie nichts Positives zu sagen.

Nach zwölf Jahren TV-Pause, in denen die Enterprise mitsamt neuer „alter“ Besatzung sich in drei Kinofilmen beweisen durfte, erfolgt nun mit Discovery die Rückkehr ins eigentliche Medium, und schon wieder befinden sich unzählige Fans im Empörungsmodus: „Das ist nicht Star Trek!“, „Ein Verrat an allem, wofür Gene Roddenberry ursprünglich stand!“, „Einfach nur inakzeptabel!“ – das sind nur einige wenige der zahlreichen negativen Stimmen nach der Ausstrahlung der ersten Staffel. Was hat die Fans offensichtlich noch massiver vergrätzt als bisher üblich?

Zeitlich ist Discovery zehn Jahre vor der ursprünglichen Serie angesiedelt. Im Mittelpunkt steht der erste Offizier des Raumschiffes „Shengzou“, Michael Burnham (Sonequa Martin-Green), trotz ihres männlichen Vornamens eine junge schwarze Erdenbewohnerin, die als Waise von ihren Pflegeeltern Sarek (!!!) und Amanda auf Vulkan aufgewachsen ist und vom Kapitän der „Shengzou“, Philippa Georgiou (Michelle Yeoh), nach Kräften unterstützt wird, die in ihr eine große Hoffnung für die Strenenflotte erkannt hat. Aufgrund eines unglücklichen Zufalls kommt es zu einer Konfrontation im Weltraum mit den Todfeinden der Föderation, den Klingonen, deren Anführer T’Kuma alle 24 Herrscherhäuser zusammenführen will, die Burnham quasi dazu zwingt, eine Meuterei anzuzetteln, die jedoch fehlschlägt. Sie wird degradiert und zu lebenslanger Haft auf einem Gefängnisplaneten verurteilt. Doch das ist erst der Beginn eines äußerst aufregenden und gefährlichen Abenteuers…

Bereits die kurze Zusammenfassung des Inhalts macht deutlich, dass wir es im Fall von Discovery mit einer fortlaufenden Handlung zu tun haben anstelle einzelner Episoden. Insofern kann man die ersten beiden Folgen als eine Art Prolog ansehen; erst in der dritten Episode gelangt Burnham an Bord der „Discovery“, und die eigentliche Handlung setzt ein. Und auch mit der Vorstellung einzelner Crewmitglieder, angefangen bei Kapitän Gabriel Lorca (Jason Isaacs), über die Kadettin Sylvia Tilly (Mary Wiseman), den außerirdischen Ersten Offizier Saru (Doug Jones) bis hin zum ersten offen schwulen Paar im Star Trek-Universum, dem Wissenschaftler Paul Stamets (Anthony Rapp) und dem Arzt Dr. Culber (Wilson Cruz) setzt sich die mehr oder minder starke Irritation des Zuschauers fort. An diese Figuren muss man sich erst gewöhnen, denn sie entsprechen in mancherlei Hinsicht nicht unbedingt den aus all den Vorgängerserien gewohnten Charakteren.

Punkten kann Discovery auf jeden Fall damit, dass es die bisher bestaussehende aller Serien ist, was insofern aber auch etwas irritiert, weil sie zeitlich die älteste darstellen soll; alles sieht wesentlich moderner aus, auch wenn man die alten, liebgewonnenen Kommunikatoren (Klapphandy!) beibehalten hat. Und was den neben dem Warp-Antrieb völlig neuartigen Sporenantrieb betrifft, so darf man schon jetzt gespannt sein, welche Erklärung sich die Drehbuchautoren einfallen lassen werden, warum man diesen wieder verworfen hat.

Zwei Dinge sind es wohl vor allem, mit dem traditionsbewusste Trekker beonders hadern: Das neue Star Trek-Universum ist düster, sehr düster sogar. Für humoristische Einlagen gibt es keinen Platz. Ein Krieg bricht aus, in dessen Verlauf es für die Föderation gar nicht gut aussieht, Kapitän Lorca ist alles andere als eine mit Picard oder Sisko vergleichbare Lichtgestalt, und dann muss man natürlich als zweiten Punkt die Klingonen nennen.

Während sie in der Originalserie (aus Gründen des äußerst schmalen Budgets!) absolut menschlich aussahen, erhielten sie in TNG, DS9 und Voyager eine Art vorspringende wulstige Platte auf der Stirn, die ihnen zwar etwas Bedrohliches verlieh, sie aber immer noch humanoid wirken ließ. Davon ist nun praktisch nichts mehr übrig; nicht nur sprechen sie fast durchgehend klingonisch (mit Untertiteln), sie sehen auch aus, als würden sie nebenbei bei der norwegischen Metalband Lordi musizieren. Offensichtlich sind Menschen und Klingonen jedoch nach wie vor in sexueller Hinsicht „kompatibel“, wie man an den mehrmals eingestreuten Bildschnipseln einer Vergewaltigung (Klingonin macht sich über einen Menschen her!) erkennen kann.

Es bleibt abzuwarten, ob sich die alteingesessenen Fans auf Dauer damit zufrieden geben, dass sie immer noch genug Elemente aus den Vorgängerserien bekommen (Technobabble, Paralleluniversum), um zu akzeptieren, dass auch Star Trek mit der Zeit gehen muss. Verdient hätte es diese bisher größte Abweichung von Gene Roddenberrys ursprünglicher Vision.


DVD:

Laufzeit: 645 min.
Ton: Surround 5.1
Bild: 2.00:1 (16:9) Letterbox
Untertitel: D, EN, DK, FIN, F, I, NL, N, E, S
Bonusmaterial:
– Deleted und Extened Scenes
– Entdecke die Discovery: Die Konzepte und das Casting von „Star Trek: Discovery“
– Im Schatten von Giganten: Die Erschaffung des Discovery-Sounds
– Annehmlichkeiten
– Das Design der Discovery
– Die Erschaffung des Weltalls
– Beam die Requisiten hoch
– Fresssucht
– Die Abenteuer einer Frau
– Kleider Machen Leute
– „Star Trek: Discovery“: Die Reise der ersten Staffel

Blu-Ray:

Laufzeit: 671 min.
Ton: Surround 5.1 (D, EN, F, J, I, E)
Bild: 1,78:1 (16:9) in High Definition
Untertitel: D, EN, DK, FIN, F, I, NL, N, E, S
Bonusmaterial:
– Deleted und Extened Scenes
– Entdecke die Discovery: Die Konzepte und das Casting von „Star Trek: Discovery“
– Im Schatten von Giganten: Die Erschaffung des Discovery-Sounds
– Annehmlichkeiten
– Das Design der Discovery
– Die Erschaffung des Weltalls
– Beam die Requisiten hoch
– Fresssucht
– Die Abenteuer einer Frau
– Kleider Machen Leute
– „Star Trek: Discovery“: Die Reise der ersten Staffel

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter SciFi abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.