Death Race: Anarchy

Originaltitel: Death Race: Beyond Anarchy  Land: USA 2017  Regie: Don Michael Paul  Mit: Danny Trejo, Danny Glover, Zach McGowan, Frederick Koehler, Christine Marzano  LabelUniversal Pictures Home Entertainment  VÖ: 18.10.2018  FSK: –

Ein Beitrag unseres Soziologen Julian Dax:

© UNIVERSAL

Wer seinen Film Todesrennen: Jenseits von Anarchie nennt, fordert sein Glück geradezu heraus, denn schon während des Guckens fallen einem auch solch schöne Variationen ein wie „Jenseits von Sinn und Verstand“ oder „Jenseits von Gut und Böse“.

Wir befinden uns in einer nicht näher definierten Zukunft in den ehemaligen Vereinigten Staaten von Amerika. Schauplatz ist ein riesiges, von Außen unzugängliches Gebiet, das zu einer Art Gefängnis umfunktioniert wurde, dessen Insassen mehr oder weniger sich selbst überlassen sind. Anführer ist der stets mit einer Metallmaske auftretende Frankenstein, der auch ständiger Sieger ist der zur Belustigung der Fernsehzuschauer ausgetragenen Autorennen, die über das Darknet jedem zugänglich gemacht werden. Da die offizielle Gefängnisleitung diese Rennen unterbinden will, schickt sie einen Trupp schwer bewaffneter Soldaten auf das Gelände, die jedoch allesamt massakriert werden, wobei nicht nur Schusswaffen, sondern die nach wie vor unverwüstliche Kettensäge zu Einsatz kommen.

Ein paar Wochen darauf wird eine neue Gruppe Delinquenten in das Freilandgefängnis eingeliefert, darunter auch der geheimnisvolle Connor Gibson, dem es gelingt, Frankensteins Leibwächter im Kampf zu besiegen und der daraufhin Frankenstein selbst zum Zweikampf auf der Piste herausfordert…

Es dauert zwar etwas – genau gesagt 74 Minuten – doch dann spricht eine der Figuren den Gedanken aus, der bereits die ganze Zeit über im Kopf des Zuschauers schwebt: Verdammte Scheiße! und bringt damit den gesamten Film ziemlich genau auf den Punkt.

Nachdem Viel – und Billigfilmer Roger Corman bereits 1975 die völlig kaputte Satire Death Race 2000 (deutscher Titel: „Frankensteins Todesrennen“) mit David Carradine und einem damals noch unbekannten Sylvester Stallone mit einigem Erfolg in die Kinos brachte, dauerte es immerhin 35 Jahre, bis Death Race 2 gedreht wurde, dem dann 2012 Death Race 3: Inferno folgte, die jedoch beide ausschließlich auf DVD veröffentlicht wurden. Und um das Durcheinander perfekt zu machen, entstand 2017 unter der Oberaufsicht vom unermüdlichen Roger Corman, der übrigens im aktuellen Film als „executive Producer“ geführt wird, auch noch Death Race 2050, der allerdings nichts mit seinen Vorgängern bzw. dem jetzt vorliegenden Nachfolger zu tun hat.

Konnte man den ursprünglichen Film tatsächlich noch als bitterböse, rabenschwarze Satire betrachten, ist zu befürchten, dass Death Race: Beyond Anarchy absolut ernst gemeint ist, vor allem wohl auch deshalb, weil das anvisierte Zielpublikum schlichtweg zu doof ist, um Satire überhaupt zu verstehen. Dafür kriegt es all das geboten, was ihr Herz begehrt: bärtige, größtenteils tätowierte Typen in schwarzen Lederklamotten, die in unvollständigen Sätzen grunzen und am liebsten saufen, gröhlen und sich prügeln – wenn sie nicht gerade Sex haben mit Frauen, die allesamt Stripperinnen zu sein scheinen, an der Stange eine gute Figur machen und den Männern an Primitivität absolut nicht nachstehen. Allen gemeinsam ist auch die Tatsache, dass sie von Körperhygiene nichts halten – trotz einer entsetzlich peinlichen Duschszene, die in ihrer Verklemmtheit nur aus den USA stammen kann.

Wer also Vergnügen findet an einer vollkommen schwachsinnigen Geschichte, die im Wesentlichen lediglich aus einer Abfolge von Autorennen besteht über eine Szenerie, die einem überdimensionalen Schrottplatz ähnelt, durchsetzt mit Schlägereien, Sexszenen und ebenso spekulativer wie überflüssiger Gewalt, der ist hier richtig. Ansonsten gilt: Finger weg!


Technische Daten DVD:

Laufzeit: 106 Min.
Ton: Dolby Digital 5.1 (D, EN, F, I)
Bild: 1,78:1 Anamorph Widescreen
Untertitel: D, EN, F, I, TRK, P, DK, NL, FIN, ISL, N, S, ARAB, HIND
Bonusmaterial:
– Im Inneren der Anarchie
– Abgesessene Zeit: Lists und Goldberg
– Auf den Straßen von „Death Race: Anarchy“
– Filmkommentar mit Regisseur/Co-Autor Don Michael Paul und Star Zach McGowan

Technische Daten Blu-ray:

Laufzeit: 111 Min.
Ton: DTS Digital Surround 5.1 (D, F, I), DTS-HD Master Audio 5.1 (EN)
Bild: 1,78:1 Widescreen in High Definition
Untertitel: D, EN, F, I, P, DK, FIN, ISL, N, S, ARAB, HIND
Bonusmaterial:
– Im Inneren der Anarchie
– Abgesessene Zeit: Lists und Goldberg
– Auf den Straßen von „Death Race: Anarchy“
– Filmkommentar mit Regisseur/Co-Autor Don Michael Paul und Star Zach McGowan

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