Jurassic World: Das gefallene Königreich

Land: USA 2018  Regie: J.A. Bayona  Mit: Chris Pratt, Bryce Dallas Howard, Rafe Spall, Toby Jones, Ted Levine, BD Wong, Jeff Goldblum  LabelDisney  VÖ: 4.10.2018  FSK: 12 – Ein Beitrag unseres Steinzeitforschers Julian Dax:

© Disney 2018

Als Steven Spielberg 1993 Michael Crichtons Bestseller Jurassic Park verfilmte, schuf er nicht nur einen Film mit bis dahin noch nie gesehenen Spezialeffekten, er generierte auch eine weltweite Dinomanie, die sich vor allem in den Kinderzimmern ausbreitete; furchteinflößende Saurier wurden zu wahren Kuschelobjekten der Allerkleinsten. Der Film selbst war ein hervorragend konzipierter und äußerst spannender (Raptoren im Haus!) Riesenerfolg, der einmal mehr Spielbergs Händchen für intelligente Blockbuster unter Beweis stellte. Es war auch Spielberg selbst, der vier Jahre später bei der unvermeidlichen Fortsetzung Regie führte und dafür sorgte, dass Vergessene Welt kein bloßer Abklatsch des Vorgängerfilms wurde, auch wenn sich das Staunen des Publikums diesmal in gewissen Grenzen hielt.

Als gänzlich überflüssig dagegen muss man Jurassic Park III (2002) bezeichnen, bei dem Spielberg zwar als Produzent fungierte, die Regie jedoch Joe Johnston überließ. Das einzig Positive an diesem überteuerten B-Film war die kurze Laufzeit von gerade einmal 91 Minuten.
Insofern war die Tatsache, dass die Reihe 2015 mit Jurassic World doch noch eine ziemlich verspätete Fortsetzung erhielt, mehr als überraschend. Noch überraschender allerdings waren die 1,6 Milliarden (!) Dollar, die der Film weltweit einspielte, und so war es selbst dem Dümmsten klar, dass Universal diese Kuh noch eine Weile melken würde.

Jurassic World: Das gefallene Königreich führt den Erzählbogen des Vorgängerfilms mit zum Teil denselben Figuren weiter. Drei Jahre sind vergangen, seit der Themenpark „Jurassic World“ samt Luxus-Resort von den Sauriern quasi dem Erdboden gleichgemacht wurde. Menschen leben auf der Isla Nublar keine mehr, die Natur in Form aller möglichen Riesenechsenarten hat sich ungestört ausgebreitet. Doch als ein Vulkanausbruch droht, alles Leben auf der Insel zu vernichten, müssen der Saurierflüsterer Owen (Chris Pratt) und die von der Saurierausbeuterin im letzten Teil zur Saurierbeschützerin mutierte Claire (Bryce Dallas Howard) zurückkehren, um einige Exemplare zu retten und somit für die Nachwelt zu bewahren. Unterstützung finden sie dabei von dem Multimilliardär und ehemaligem Partner des ursprünglichen Initiators des Ganzen, der in einem schlossähnlichen Anwesen residiert, zusammen mit einer Haushälterin/Kinderbetreuerin sowie seiner Enkeltochter. Doch der für die Geschäfte zuständige Mills hat ganz andere Pläne mit den geretteten Riesenviechern, als ein neues Reservat für sie zu schaffen, diesmal unbehelligt von glotzenden Menschenhorden…

Eigentlich sollte man meinen, dass sämtliche Charaktere der Filmreihe aus Schaden klug geworden sind – „Once bitten, twice shy“ – wie der Engländer so schön sagt. Aber nein, noch immer glauben sie, alles im Griff zu haben, und wieder einmal sind sie am Ende die Leidtragenden. „Business as usual“ eben. Eines jedoch ist diesmal komplett anders, und das hängt wohl in erster Linie mit dem spanischen Regisseur Juan Antonio Bayona zusammen, einem Spezialisten für stimmungsvolle Horrorfilme, wie z.B. Das Waisenhaus. Spielten alle anderen „Jurassic“- Filme fast ausschließlich auf der Insel, ist der Schauplatz diesmal vornehmlich das riesige gotisch anmutende Anwesen von Multimilliardär Lockwood, und es hat schon etwas, die losgelassenen Viecher diesmal durch prunkvolle Gemächer und auf Dächern ihr Unwesen treiben zu sehen. Und mit Maisie, dem kleinen Mädchen mit einem großen Geheimnis, besitzt der Film auch eine Figur, wie man sie aus etlichen Horrorfilmen kennt.

Doch sind das alles natürlich keine Gründe, warum die Leute ins Kino gehen; sie wollen in erster Linie spektakuläre Saurier sehen, und in dieser Hinsicht werden sie auch diesmal nicht enttäuscht; neben den bereits bekannten Spezies werden neue Rassen eingeführt, darunter auch ein wieder einmal von Menschenhand (Chinese!) erschaffener, besonders aggressiver und extrem bösartiger Typ namens Indoraptor. Und alle wirken auch diesmal absolut überzeugend.

Ebenso klar ist, dass die Schauspieler in solchen Filmen nur Begleitmaterial sind; ganz gleich, wie viel Charme Chris Pratt auch diesmal versprüht, der von ihm trainierte Raptor „Blue“ hat mehr Persönlichkeit. Und über Bryce Dallas Howards schauspielerisches Unvermögen breite man besser den Mantel des Schweigens aus. Am Ende jedenfalls steht eine Entscheidung – getroffen von der geheimnisvollen Maisie – die nicht nur nach (mindestens!) einer Fortsetzung geradezu schreit, sondern sogar so etwas wie Interesse weckt, wie die Drehbuchautoren die Geschichte weiterführen werden.


Bonusmaterial:
Am Set mit Chris & Bryce
Das Königreich entwickelt sich weiter
Insel-Action
Die Geburt des Indoraptors
Möge das Bieten beginnen!
Tod durch Dino
Monster in einer Villa
Showdown auf dem Dach
Malcolms Rückkkehr
Visuelle Effekte
Chris Pratts Jurassic-Tagebücher

Exklusives Bonusmaterial auf den Blu-ray und 4K Ultra HD Discs:
Jurassic World:  Im Gespräch
Ein Lied für das Königreich
An Bord der Arcadia
Rückkehr nach Hawaii

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