Dressed to Kill

Land: USA 1980  Regie: Brian De Palma  Mit: Michael Caine, Angie Dickinson, Nancy Allen Label: FilmConfect : 14.9.2018  FSK: 16 – Ein Beitrag von Julian Dax:

Von all den Filmemachern, die von Alfred Hitchcock inspiriert wurden, galt Brian DePalma als der Vielversprechendste, da er sich nicht nur sklavisch an die Vorgaben des „master of suspense“ hielt, sondern sich lediglich bestimmter Elemente aus Filmen wie Psycho oder Vertigo bediente, was man bereits in seinen Frühwerken Sisters und Obsession erkennen kann. Doch es ist vor allem der 1980 entstandene Dressed To Kill, in dem er zeigt, wie spielerisch er mit bekannten Motiven umgehen kann.

Zu Beginn steht eine erotisch aufgeladene Dusch(!)szene. Die von ihrem Eheleben frustrierte Mittvierzigerin Kate (Angie Dickinson) flüchtet sich in ihrem Badezimmer in Tagträume, in denen Sex und Gewalt eine große Rolle spielen. Ihr Psychiater Dr. Robert Elliott (Michael Caine) rät ihr, diese Tagträume und Phantasien auszuleben, was Kate dann auch in die Tat umsetzt. Während eines Museumbesuchs begegnet sie einem äußerst attraktiven Mann, der ebenfalls Interesse zeigt, und die Beiden landen schließlich in seinem Apartment. Als Kate sich bereits wieder auf dem Heimweg befindet, merkt sie, dass sie ihren Ehering vergessen hat und kehrt noch einmal zurück, wobei sie im Fahrstuhl von einer Blondine mit einem Rasiermesser attackiert wird. Einzige Zeugin ist die Prostituierte Liz (Nancy Allen). Liz ist es auch, die sich, zusammen mit Kates halbwüchsigem Sohn (Keith Gordon), auf die Suche nach der Mörderin macht…

Allein schon die Sequenz im Museum sollte angehenden Kameraleuten verpflichtend als Studienobjekt aufgegeben werden; mit einer unglaublich fließenden Eleganz gleitet die Kamera von Raum zu Raum, erfasst die beiden Protagonisten bei ihrem Katz und Maus – Spiel und folgt ihnen in ein Taxi, wo es bereits zum Sex kommt. Und das alles ohne Dialog, nur untermalt von Pino Donaggios suggestiver Musik.

Natürlich kann man DePalma vorwerfen, er lege mehr Wert auf Stil als auf Substanz, und dieser Vorwurf wäre sogar berechtigt; inhaltlich ergibt so manches keinen richtigen Sinn, doch letzten Endes würde er wahrscheinlich selbst zustimmen, dass es ihm mehr darum geht, sein Publikum zu unterhalten und an der Nase herumzuführen als zu belehren. Und auch hier tut er nichts anderes, als man bereits von Hitchcock kennt. DePalma geht sogar so weit, einen der am meisten kritisierten Fehler Hitchcocks zu wiederholen.

Erinnert sich noch jemand an die im Grunde vollkommen überflüssige Szene am Ende von Psycho, als eine Figur eine langwierige „Erklärung“ für das Verhalten von Norman Bates abgibt und den Film dabei fast beschädigt? Auch bei Dressed To Kill gibt es einen Versuch, am Ende Zusammenhänge im Verhalten der Täterin herzustellen, die im Grunde nur als lachhaft bezeichnet werden können. doch ist man gewillt, DePalma zu verzeihen, denn bis zu diesem Punkt hat er sein Publikum 100 Minuten lang bestens unterhalten.


Ausstattung der Blu-ray Disc:

Bildformat: FULLHD 1080, PAL 16:9
Tonformat: DTS-HD Master 2.0
Sprache: Deutsch, Englisch
Länge: ca. 105 Min. + ca. 65 Min.
Extras: Dressed to Kill – Eine Wertschätzung von Keith Gordon (6 Min.),
Versionenvergleich – geschnitten vs. ungeschnitten vs. TV-Version (5 Min.), Dressed to Kill – Making Of (43 Min.),
Verstümmelung von Dressed to Kill (10 Min.)

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Krimi, Thriller abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.