Die Unglaublichen 2

Originaltitel: Incredibles 2  Land: USA 2018  Laufzeit: 118 min.  Regie: Brad Bird  Mit den Stimmen von: Markus Maria Profitlich (Bob Parr/Mr. Incredible), Emilia Schüle (Violetta), Riccardo Simonetti (HeLectrix), Mechthild Großmann (Edna Mode)  Kinostart: 27.9.2018  FSK: 6

Ein Beitrag unseres Superheldenexperten Julian Dax:

© 2018 Disney•Pixar. All Rights Reserved.

Sind es tatsächlich schon 14 Jahre her, seit Familie Parr zum ersten Mal zeigte, welche Superkräfte in ihnen stecken? Obwohl der Film seinerzeit weltweit äußerst erfolgreich war, hatte die Firma Pixar Bedenken, unmittelbar danach eine Fortsetzung anzufertigen. Inzwischen hat Disney Pixar übernommen, und es ist allgemein bekannt, dass deren Führung in erster Linie daran interessiert ist, mit ihren Produkten Geld zu scheffeln. Viel Geld! Sehr viel Geld!!
Während die Fortsetzungen von Toy Story noch funktionieren und stets neue Aspekte innerhalb der Parameter aufweisen können, fehlt es den diversen Fortsetzungen von Cars und Planes eindeutig an frischen Ideen, denn sie recyclen lediglich die Ausgangssituation. Und wie steht es nun mit den Incredibles?

Der Film beginnt praktisch da, wo der erste Teil endete. Seitens der Regierung dürfen Superhelden ihre Kräfte nicht in der Öffentlichkeit praktizieren – ein Umstand, dem sich Familie Parr widersetzt, gilt es doch, einen neuen Superschurken zu stoppen, der mit einem riesigen unterirdischen Bohrer („Ich untergrabe alles!“) in Banken einbricht. Es gelingt ihnen zwar, den erneuten Bankeinbruch zu verhindern, doch dabei geht natürlich eine ganze Menge zu Bruch, was dem Ansehen der heldenhaften Familie nicht besonders dient. Doch Rettung naht in Gestalt des ebenso reichen wie idealistischen Winston Deavor, der, zusammen mit seiner Schwester, dazu beitragen möchte, dass die Welt wieder sicherer wird, indem man die Superhelden rehabilitiert und sie ihr Werk verrichten lässt. Er überredet Mrs. Parr bzw. Elastigirl, sich für eine Werbekampagne zur Verfügung zu stellen, die der Öffentlichkeit klarmachen soll, wie wichtig und vor allem sympathisch Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten sind. Währenddessen muss ihr Gatte den Hausmann spielen und sich mit den drei Kindern abgeben, was ihn sichtlich frustriert und überfordert. Doch auch deren Stunde schlägt, als ein neuer Superschurke in Erscheinung tritt, der in der Lage ist, sämtliche Menschen mit Hilfe einer besonderen Brille sowie eines elektronischen Impulses in willenlose Marionetten zu verwandeln…

Es ist stets mit einem gewissen Risiko verbunden, eine Fortsetzung erst nach Jahren zu drehen, denn in unserer schnelllebigen Zeit besteht die Gefahr, dass sich viele gar nicht mehr an den ursprünglichen Film erinnern. Nun ist diese Gefahr im vorliegenden Fall aufgrund des riesigen Zuspruchs, den der ursprüngliche Film erfahren hat, nicht besonders groß. Und dennoch muss man sich fragen, was Brad Bird, der auch beim ersten Film für Regie und Drehbuch verantwortlich war, letztlich motiviert hat, nach so langer Zeit eine Fortsetzung folgen zu lassen.

Dabei folgt er dem ungeschriebenen Gesetz von Fortsetzungen, das da lautet „lauter, größer, länger“, aber macht das Die Unglaublichen 2 deswegen auch besser? Hm… In technischer Hinsicht ist der Film nahezu makellos, ganz so, wie man es von Pixar gewohnt ist; Animation, Farbgebung, Musik – alles ist nur vom Feinsten. Und natürlich gibt es einzelne Sequenzen, die unglaublichen Spaß machen; vor allem der Kampf zwischen Baby Jack-Jack, das gleich mit einer ganzen Reihe von Superkräften aufwarten kann, und einem aggressiven Waschbär ist einfach nur köstlich; doch leider gibt es auch Schattenseiten. Da ist zunächst einmal die für einen Trickfilm beinahe exzessive Länge von fast zwei Stunden, was für kleine Kinder entschieden zu viel ist. Vor allem jedoch überkommt einen nach gefühlten 357 Filmen mit „realen“ Superhelden ständig ein Déjà-Vu-Gefühl, vor allem aufgrund der Tatsache, dass manche dieser Filme mittlerweile als unfreiwillige Parodien des gesamten Genres daherkommen.

Was bleibt, ist ein in technischer Hinsicht brillianter Animationsfilm, der jedoch sowohl an seiner unnötigen Länge als auch an mangelnder Originalität und überflüssiger Wiederholung leidet; oder wie sonst ist das Ende des Filmes zu erklären, in dem Familie Parr ein großes Ding daran hindern muss, ein anderes großes Ding zu rammen – exakt dieselbe Situation wie am Anfang?

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