Pieces of April – Ein Tag mit April Burns

Originaltitel: Pieces of April  Land: USA 2003  Spielzeit: 82 min.
Buch & Regie: Peter Hedges  Mit: Katie Holmes, Patricia Clarkson, Oliver Platt, Derek Luke, Sean Hayes, Alison Pill, John Gallagher jr.

Aus der Serie Des Kinoguckers persönliche Filmfavoriten:

© 20th Centfox

Der Autor Peter Hedges wurde durch seinen Roman „Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa“ berühmt, für dessen Verfilmung (1994) er auch das Drehbuch lieferte. Seine Adaption des Erfolgsromans About a Boy – Der Tag der toten Ente (2002) wurde schließlich für den Oscar nominiert.
Auch Hedges’ Regiedebüt Pieces of April handelt – wie die beiden eingangs genannten Geschichten – von Familien, deren schrägen Mitgliedern und vor allem von Konflikt und Zusammenhalt in diesen sozialen Gruppen. Beim Sundance-Festival prügelten sich die US-Verleiher um den Film und „United Artists“ löhnte schließlich vier Millionen Dollar für die Rechte.
Wobei der mit minimalen Budget und digitalem Video realisierte Streifen um einiges weniger gekostet hat…

Pieces of April – der deutsche Titel Ein Tag mit April Burns ist in diesem Fall sogar zutreffender – erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die sich mit ihrer Familie entzweit hat. Trotzdem hat April die Sippe zum Truthahnessen eingeladen und sofort logistische Probleme am Hals: Wie kocht man als eingefleischter Großstadt-Single für immerhin sieben Personen, was tut man in solch einen großen Vogel rein und warum funktioniert der Herd plötzlich nicht?
Aber auch die Familie im nahenden Auto ist alles andere als Harmonie: Mutter Joy hat Krebs und während der Fahrt tragen alle Insassen zusammen, was April in ihrem Leben alles falsch gemacht hat. Doch vielleicht ist diese Feier die letzte Gelegenheit, sich zu versöhnen?

Pieces of April lebt vom ständigen Wechsel zwischen der titelgebenden jungen Frau, die sich von einer Wohnungstür zur nächsten klopft, um einen funktionierenden Herd für den gefüllten Vogel zu finden und der in die Großstadt reisenden Familie mit all ihren Konflikten.
Regisseur Peter Hedges über die Grundidee zu seinem Film: „In meinen Notizen hatte ich die Hauptfigur des Mädchens nach dem launischen und unberechenbaren Monat April benannt – sie wollte ein Festmahl zu „Thanksgiving“ zaubern lassen. Aber für wen? Und warum? Für ihre Familie. Um die Beziehung zu ihrer Familie zu kitten und um sich mit ihrer ihr fremd gewordenen Mutter zu versöhnen, bevor diese am Krebs zugrunde ging“. Auf den endgültigen Titel stieß Hedges dann bei einem Besuch in einem Plattenladen, wo er das Lied „Pieces of April“ von „Three Dogs Night“ hörte.

Die Dreharbeiten dauerten nur 16 Tage, wie viele andere unabhängige Produktionen wurde auch diese mit digitaler Kamera gedreht. Der Regisseur dazu: „Ich empfinde meinen Film als sehr direkt und rau … so wie das Leben eben ist. Ich wollte, dass es so aussieht, als ob wir Leute unbemerkt beobachten“.
Die von hervorragenden Darstellern getragene Geschichte ist ein pointierter Blick auf das Leben einer Gruppe Menschen, die versucht, alte Probleme zu beseitigen und stattdessen neue, gute Erinnerungen zu schaffen. Durch den ruhigen, fast dokumentatorischen Erzählstil ist die Tragikomödie durchaus ein Lichtblick im hektischen Krawallkino unserer Gegenwart.

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