Mamma Mia! Here We Go Again

Originaltitel: Mamma Mia! Here We Go Again  Land: USA 2017  Laufzeit: 114 min.  Regie: Ol Parker  Mit: Amanda Seyfried, Cher, Meryl Streep, Lily James, Andy Garcia, Dominic Cooper, Pierce Brosnan, Christine Baranski, Stellan Skarsgård, Colin Firth, Julie Walters, Jeremy Irvine, Hugh Skinner, Josh Dylan Kinostart: 19.7.2018

Ein Beitrag unseres musikalischen Julian Dax:

© UNIVERSAL

Der Pate II, Aliens, Mad Max – Der Vollstrecker – eher klein ist die Anzahl der Filmfortsetzungen, die das Original in Sachen Qualität und Eigenständigkeit übertreffen. Auch wenn es vermessen klingt, kann man Mamma Mia! Here We Go Again getrost in diese illustre Reihe stellen.

Einige Jahre sind vergangen seit den turbulenten Ereignissen des ersten Filmes. Donna ist mittlerweile gestorben, ihre Tochter Sophie (Amanda Seyfried) lebt mit Sam (Pierce Brosnan), einem ihrer drei Väter, immer noch auf Kalokairi. Zum Andenken an ihre Mutter hat sie das etwas heruntergekommene Hotel von Grund auf renovieren lassen, und unter dem neuen Namen „Bella Donna“ soll die Neueröffnung groß gefeiert werden. Privat dagegen läuft es weniger gut für Sophie. Ihr Freund Sky (Dominic Cooper) weilt in New York, wo ein verlockendes Jobangebot wartet, und ihre zwei anderen Väter scheinen auch verhindert zu sein und können nicht kommen. Doch zum Glück sind da noch die beiden Freundinnen ihrer Mutter, Tanya (Christina Baranski) und Rosie (Julie Walters), die ihr hilfreich zur Seite stehen.

Flashback nach Oxford im Jahre 1979. Donna (Lily James) soll die Abschlussrede im altehrwürdigen Universitätsgebäude halten, funktioniert diese jedoch in eine Gesangs-und Tanznummer um, die sie mit ihren beiden besten Freundinnen darbietet. Donna ist so etwas wie ein Späthippie; sie will sich noch nicht festlegen, sondern zunächst einmal die Welt bereisen; vor allem eine sagenumwobene griechische Insel hat ihre Neugier geweckt. Auf ihrer Reise dorthin begegnet Donna kurz nacheinander drei jungen Männern, und den Rest kann man sich denken, wenn man die Ausgangssituation des ersten Filmes kennt.

Zurück in der Gegenwart sieht sich Sophie vor der Neueröffnung mit einigen nicht unerheblichen Problemen konfrontiert; ein schwerer Sturm zieht auf, der den größten Teil der bereits aufgebauten Dekorationen zerstört, sie leidet unter der Trennung von Sky, und dann stellt sie auch noch fest, dass sie schwanger ist…

Eskapistisch? Und wie! Sentimental? Aber hallo! Vorhersehbar? Größtenteils! Nostalgisch? Auch das! Vor allem aber lebensbejahend, warmherzig und unterhaltsam. Alles keine Selbstverständlichkeit bei einer Fortsetzung, die ganze zehn Jahre gebraucht hat, um die Leinwand nach dem Riesenerfolg des ersten Filmes zu erreichen. Die Idee, sowohl die Vorgeschichte als auch die Fortsetzung in einem einzigen Film unterzubringen, funktioniert (s. „Der Pate II“) auch hier ganz vorzüglich, die Überleitungen von früher zu heute sind gelungen bis großartig, und die Songs sind sogar noch besser in die Handlung integriert als im ersten Teil.

Und wenn wir schon bei den Songs sind; auch in dieser Hinsicht machte sich Skepsis breit, als bekannt wurde, man arbeite an einer Fortsetzung, waren doch die meisten wirklich großen Hits von ABBA bereits im Original verwendet worden. Doch auch in dieser Hinsicht muss man sich keine Sorgen machen, denn die Hits aus der „zweiten Reihe“ haben ebenfalls ihr Potential. Wenn Donna, Tanya und Rosie zu den Klängen von „When I Kissed The Teacher“ die Uni rocken, möchte man am Liebsten vom Kinositz aufspringen und mitmachen. Zudem gibt es auch Neuauflagen von „Waterloo“ und „Dancing Queen“, wobei vor allem die Sequenz mit dem letzteren Titel, in der eine kleine Armada von Booten die Insel ansteuert, angeführt von Colin Firth und Stellan Skarsgard in der Pose von Leonardo Di Caprio und Kate Winslet in „Titanic“, während um sie herum Menschen tanzen, ist so erhebend, dass sie beim Betrachter Freudentränen verursacht.

Auch wenn Meryl Streep lediglich gegen Ende in einer anrührenden Szene als Vision erscheint, um mit ihrer Tochter „My Love, My Life“ zu singen, hat der Film im letzten Akt noch einen weiteren Trumpf in der Hand: Niemand anders als Cher hat einen Auftritt als Sophies lang verschollene Großmutter Ruby und diese alterslos wirkende Frau, für die der Begriff „Diva“ geradezu geschaffen zu sein scheint, nutzt ihre Chance für eine klasse Interpretation von „Fernando“, in die auch ein gewisser Andy Garcia als mysteriöser Hotelmanager involviert ist. Und wenn am Ende alle Schauspieler zu „Super Trooper“ noch einmal in Aktion treten, durchzuckt es einen erneut, und man wünscht sich nichts sehnlicher, als mit den Protagonisten mitzutanzen und mitzufeiern, und man verlässt das Kino mit einem zufriedenen Lächeln und dem Gefühl, bestens unterhalten worden zu sein.

P.S. Achten Sie auf die beiden Kurzauftritte der beiden Bs von ABBA: Björn Ulvaeus ist als leicht indignierter Professor bei der Abschlussfeier zu sehen und Benny Andersson sitzt am Klavier des Pariser Restaurants. Und verlassen Sie das Kino bitte nicht vor dem Ende des Abspanns; es folgt eine wirklich witzige, sehr improvisiert wirkende Szene!

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