Madame

Land: Frankreich 2017  Laufzeit: 87 bzw. 91 min.  Regie: Amanda Sthers
Mit: Toni Collette, Harvey Keitel, Rossy de Palma, Tom Hughes, Michael Smiley LabelStudiocanal  Veröffentlichung: 19.4.2018  FSK: 0

Ein Beitrag unseres Gesellschaftsexperten Julian Dax:

© Studiocanal

Wenn Sie es mögen, reichen, gelangweilten, zickigen Unsympathen bei ihrem nutzlosen Tun zuzuschauen, dann ist Madame ein Film für Sie; alle anderen Zuschauer sollten einen möglichst weiten Bogen um diese völlig missglückte angebliche Komödie machen.

Bob und Anne sind ein reiches amerikanisches Paar, das in einem schlossähnlichen Anwesen in der Nähe von Paris residiert. Zur Familie gehören ebenfalls zwei kleine Kinder und ein erwachsener Sohn aus Bobs erster Ehe, der sich als verkannter Künstler sieht, der momentan an einer Schreibblockade leidet. Da Bob finanziell in der Klemme steckt, muss er sich von einem teueren Gemälde trennen, um den aufwendigen Lebensstil, den er mit seiner Gattin pflegt, auch weiterhin finanzieren zu können. Eine wichtige anstehende Dinnerparty, unter deren Gästen sich auch der potenzielle Käufer sowie ein Kunsthändler befinden, droht zu platzen, weil es aufgrund des unerwarteten Auftauchens des älteren Sohnes nun 13 Gäste bei Tisch sind. Die furchtbar abergläubische Anne überredet kurzerhand ihr spanisches Dienstmädchen Maria, die Rolle eines geheimnisvollen 14. Gastes zu spielen, was sehr bald zu Missverständnissen, Verwicklungen und Eifersüchteleien führt…

So richtig versteht man bis zum Schluss nicht, was für eine Art Film Regisseurin und Drehbuchautorin Amanda Sthers eigentlich im Sinne hatte; für eine Gesellschaftssatire ist das Ganze viel zu zahnlos, für eine Komödie ist es schlicht und ergreifend nicht komisch genug bzw. im Grunde genommen gar nicht komisch, und die Elemente einer herzigen Aschenputtelgeschichte passen auch nicht wirklich zum Rest. Mit einer Ausnahme – dazu gleich mehr – sind auch sämtliche Charaktere eindimensional gezeichnet und somit absolut nicht entwickelt. Hinzu kommt, dass die meisten von ihnen derart unsympathisch wirken, dass sie dem Zuschauer bereits nach kurzer Zeit nur noch auf die Nerven gehen. Das größte Manko allerdings besteht darin, dass sich Frau Sthers partout nicht entscheiden kann, wen sie eigentlich als Hauptfigut auserkoren hat – die überspannte, dumme Gesellschaftsdame Anne oder die herzensgute ausgenutzte Bedienstete Maria.

© Studiocanal

Und da sind wir auch schon bei der o.a. Ausnahme. Die von der aus diversen Filmen von Pedro Almodovar bekannte Rossy de Palma mit ihrem äußerst markanten Profil macht aus dem Dienstmädchen, das sich für kurze Zeit dem Traum von Reichtum und Glück hingeben darf, ein wahres Kabinettstückchen. Doch sobald man sich als Zuschauer wünscht, etwas mehr über sie und ihr Schickal zu erfahren, wendet sich der Film wieder der uninteressanten Anne zu und erwartet allen Ernstes vom Zuschauer, dass man auch an deren nutzloser Existenz ebenso großen Anteil nimmt und Mitleid empfindet für ihr unausgefülltes Leben, und das ist nun wirklich zu viel verlangt.
Wieder einmal zeigt sich, wie schwierig es offensichtlich ist, eine ansprechende und intelligente Komödie zu drehen, wieder einmal sehnt man sich geradezu nach alten Meistern wie Billy Wilder oder Ernst Lubitsch!


Technische Angaben DVD:

Bild: 2,40:1 anamorph
Sprachen/Ton: Deutsch, Englisch (5.1 Dolby Digital)
Untertitel: Deutsch
Bonus: Interviews mit Toni Collette, Rossy de Palma und Amanda Sthers; Making of; Trailer

Technische Angaben Blu-ray:

Bild: 2,40:1 1080/24p Full HD
Sprachen/Ton: Deutsch, Englisch (5.1 DTS-HD MA)
Untertitel: Deutsch
Bonus: Interviews mit Toni Collette, Rossy de Palma und Amanda Sthers; Making of; Trailer

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Eine Antwort zu Madame

  1. Laura Palmer schreibt:

    Hey, nichts gegen die wunderbare Toni Collette!

    Gefällt 1 Person

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