Boy Missing

Originaltitel: Secuestro  Land: Spanien 2016  Regie: Mar Taragona
Mit: José Coronado,Macarena Gómez, Blanca Portillo Label: OFDb Filmworks  Veröffentlichung: 22.3.2018  FSK: 16

Ein Beitrag unseres Horrorexperten Julian Dax:

© OFDb Filmworks

Bereits seit geraumer Zeit kommt aus Spanien eine ganze Reihe feiner, fintenreicher und fantasievoller Thriller; ob The Others, The Orphanage, Shrew´s Nest, The Body oder Sleep Tight – allen gemeinsam ist das originelle Drehbuch, die ausgezeichneten Darsteller, der unaufhörlich sich steigernde Spannungsbogen und das überraschende Ende. In diese Kategorie fällt nun auch Boy Missing (Originaltitel: „Secuestro“) der spanischen Regisseurin Mar Targarona.

Patricia de Lucas ist eine angesehene und erfolgreiche Anwältin, die zusammen mit ihrem hörbehinderten kleinen Sohn in einer Luxusvilla lebt. Eines Tages liest ein Autofahrer ihren Sohn auf, der blutend und orientierungslos auf einer Landstraße unterwegs ist. Der Junge behauptet, er sei direkt vor der Schule von einem Unbekannten entführt und in ein verlassenes Haus mitten im Wald verschleppt worden, von wo aus ihm jedoch die Flucht gelungen sei. Nach den Angaben des aufgeweckten Jungen wird ein Phantombild erstellt, und schon sehr bald kann die Polizei einen Verdächtigen festnehmen. Doch damit beginnen die Probleme erst richtig, zumal sich schnell herausstellt, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Die ebenso erfolgsverwöhnte wie auch selbstsichere Anwältin muss hilflos zusehen, wie sich die Ereignisse verselbständigen und erkennen, dass sie zunehmend die Kontrolle verliert.

Es gibt nicht allzu viele Filme, die dem Zuschauer derart viele raffinierte Drehs und Wendungen präsentieren wie Boy Missing; jedesmal, wenn man denkt, die Zusammenhänge erkannt zu haben, schlägt das Drehbuch einen Haken und macht die eigenen Überlegungen zunichte. Erstaunlicherweise hat man dabei jedoch nie das Gefühl, veralbert zu werden, denn am Ende ergibt alles einen Sinn, auch die allerletzte unerwartete Enthüllung. Bis dahin lernt man eine Reihe unterschiedlicher Figuren näher kennen – neben den ermittelnden Polizisten sind es in erster Linie der Hauptverdächtige und seine hochschwangere Freundin, der Vater des Jungen und Ex-Geliebte der Anwältin, zwei angeheuerte Killer. All diese Figuren werden mit Hilfe eines raffinierten Drehbuchs und ausgezeichneter Darsteller zum Leben erweckt und wirken wie echte Menschen und nicht wie wandelnde Klischees, die man schon unzählige Male gesehen hat.

© OFDb Filmworks

Nicht umsonst hat Drehbuchautor (und Regisseur von „The Body“) Oriol Paulo seinem Erstlingsfilm seinerzeit den Titel MacGuffin verpasst; Kenner wissen natürlich, dass dieser Begriff vom großen Alfred Hitchcock persönlich stammt und einen Gegenstand bzw. ein Ereignis beschreibt, das an sich keine Bedeutung hat, jedoch die Handlung ständig vorantreibt. Auch wenn er (noch!) kein Hitchcock ist – mit diesem spannenden und unvorhersehbaren Thriller befinden sich Autor und Regisseurin auf jeden Fall in bester Gesellschaft.


Technische Daten:

– Blu-ray: 2,40:1 (1080p)
– DVD: 2,40:1 (16:9)

– Blu-ray: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1), Spanisch (DTS-HD Master Audio 5.1)
– DVD: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Spanisch (Dolby Digital 5.1)

– DVD: ca. 102 Minuten
– Blu-ray: ca. 106 Minuten

– Bonusmaterial: Trailer, Making Of, Interviews mit Cast & Crew, Bildergalerie

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