Suburbicon – Willkommen in der Nachbarschaft

Originaltitel: Suburbicon  Land: USA/GB 2017  Regie: George Clooney
Mit: Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaac, Noah Jupe, Glenn Fleshler
LabelConcorde Home Entertainment  Veröffentlichung: 22.3.2018  FSK: 16

Ein Beitrag unseres Soziologen Julian Dax:

© Concorde

Was um alles in der Welt ist denn da nur derart schiefgelaufen?! Hauptdarsteller: Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaac. Regie: George Clooney. Drehbuch: Ethan & Joel Coen. Bessere Vorschusslorbeeren als allein schon diese Namensliste kann man sich wohl kaum vorstellen, doch umso enttäuschender ist leider das Ergebnis.

Eine kleine Stadt in den 50er Jahren, irgendwo in den USA. Die Bewohner sind offensichtlich alles mustergültige Bürger, arbeitsam, fromm, hochanständig, vor allem aber weiß. Als eine dreiköpfige schwarze Familie eines der schmucken Häuschen mitsamt einem der für Amerika typischen kurz geschnittenen sterilen Rasen bezieht, ist es mit der scheinbaren Idylle jedoch schlagartig vorbei; die aufgebrachte Bevölkerung greift zu immer drastischeren Maßnahmen, um ihre neuen Nachbarn zu vertreiben, obwohl sich diese größte Mühe geben, weder negativ aufzufallen noch sich provozieren zu lassen.

Eines der Nachbarhäuser wird von Familie Lodge bewohnt, bestehend aus Vater, einer seit einem Autounfall im Rollstuhl sitzenden Mutter und deren kleinem Sohn Nicky. Eines Abends wird die Familie von zwei Gewalttätern chloroformiert, wobei Mrs. Lodge offenbar eine zu starke Dosis abbekommt und im Krankenhaus stirbt. Praktischerweise hat sie jedoch eine Zwillingsschwester, die sogleich ins Haus zieht und die Mutterpflichten übernimmt. Nicky jedoch wird zunehmend misstrauischer, vor allem. als er zufällig mitbekommt, dass Vater und Tante bei einer Gegenüberstellung der möglichen Tatverdächtigen behaupten, niemanden zu erkennen. Die Situation spitzt sich weiter zu, als ein Versicherungsagent auftaucht, dem es eigenartig vorkommt, dass Lodge die Lebensversicherungssumme seiner Frau erst kurz zuvor massiv erhöht hat…

© Concorde

Bereits an dieser kurzen Zusammenfassung erkennt man, dass Suburbicon im Grunde genommen zwei unterschiedliche Geschichten erzählen will, die praktisch nichts miteinander zu tun haben. Das wäre natürlich nicht weiter schlimm, wenn diese Geschichten wenigstens jede für sich funktionierten, doch leider ist das nicht der Fall; worin die Funktion der schwarzen Familie besteht, wird dem Zuschauer bis zum Schluss nicht wirklich klar, und das Drehbuch skizziert diese Figuren derart minimal, dass das Familienoberhaupt überhaupt keinen Text hat und nur ganz am Rande erscheint.

Als wesentlich problematischer jedoch erweist sich der eigentliche Hauptplot; nicht nur sind sämtliche Figuren – mit Ausnahme des kleinen Jungen – zutiefst unsympathisch, sie wirken in ihrer Überzogenheit auch noch wie leblose Karikaturen, über die man allerdings überhaupt nicht lachen kann. Und das ist wohl der größte Vorwurf, den man einer angeblichen Sozialsatire machen kann: Der Film ist vollkommen unlustig, es gibt nicht eine einzige Sequenz, die zum Verziehen der Mundwinkel nach oben oder gar zu herzhaftem Lachen einlädt. Die häufigste Reaktion dürfte wohl ein ungläubiges Augenrollen sein, gefolgt von einem schmerzhaften Aufstöhnen.

Offensichtlich wussten Joel und Ethan Coen genau, warum sie ihr Skript in der Schublade ließen, und so bleibt die Frage, was sich George Clooney, der zusammen mit Grant Heslov dieses Skript umgeschrieben hat, bei diesem Film gedacht hat, der trotz all der talentierten Darsteller, eine veritable Totgeburt darstellt.


Technische Daten DVD:

Laufzeit 101 Min.
Laufzeit Bonus 53 Min.
Bildformat 2,40:1, (16:9)
Tonformat Dt. DD 2.0/ DD 5.1/ DTS 5.1, Engl. DD 5.1
Untertitel Dt. für Hörgeschädigte (ausblendbar)
Bonus Featurettes, Trailer

Technische Daten Blu-ray:

Laufzeit 105 Min.
Laufzeit Bonus 53 Min.
Bildformat 1080p High Definition, 2,40:1, (16:9)
Tonformat Dt. DTS-HD Master Audio 5.1, Dt. DD 2.0, Engl. DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel Dt. für Hörgeschädigte (ausblendbar)
Bonus Featurettes, Trailer
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Eine Antwort zu Suburbicon – Willkommen in der Nachbarschaft

  1. ainu89 schreibt:

    Es ist echt faszinierend, ich hab immer wieder das Gefühl ich hab hier einen anderen Film gesehen als der Rest der Welt 😅. Leider ist sich eine ausführliche Rezension meinerseits damals nicht ausgegangen aber ich werd den Film demnächst nochmal im Heimkino schauen und dann mal eine verfassen, denn ich fand den echt nicht schlecht.

    Gefällt 1 Person

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