Lady Bloodfight

Land: Hongkong 2016  Laufzeit: ca. 97 Min.  RegieChris Nahon Mit: Amy Johnston, Muriel Hofmann, Jenny Wu  LabelEurovideo  VÖ: 2.2.2018  FSK: 12

Ein Beitrag unseres Martial-Arts-Experten Julian Dax:

© Eurovideo

Erinnert sich noch jemand an die späten 80er und frühen 90er, als ein gewisser Jean-Claude Van Damme („the muscles from Brussels“) nach nur einem einzigen Film zum Superstar wurde innerhalb des Kung Fu-Genres? Dieser Film heißt Bloodsport und der kleine Herr Van Damme spielt darin einen Europäer, den es nach Hong Kong verschlagen hat, wo er an einem der berüchtigten sog. Kumites teilnimmt, einer Art Turnier, bei dem jeweils zwei Kontrahenten in allen möglichen asiatischen Kampfsportarten gegeneinander antreten, bis nur noch einer übrig bleibt. An eben diese Ära knüpft Chris Nahon mit Lady Bloodfight an, wobei er – wir leben ja schließlich schon lange in Zeiten von Gleichberechtigung – Frauen zum Kampf antreten lässt.

Nachdem man in einer Art Prolog erfährt, wie zwei ehemals befreundete Kämpferinnen als erbitterte Gegnerinnen ihren Endkampf mit dem Ergebnis „unentschieden“ beenden müssen, schwören sie, diesen Kampf in nicht allzu ferner Zukunft zu wiederholen, doch diesmal sollen von ihnen persönlich ausgewählte und ausgebildete Schülerinnen stellvertretend für sie kämpfen. Shu, die zusätzlich zu den diversen Kampftechniken auch noch großen Wert auf Disziplin und Spiritualität legt, wird auf die junge Amerikanerin Jane aufmerksam, die in Hong Kong ihren vermissten Vater sucht, während Wai sich der auf der Straße lebenden Ling annimmt. Obwohl beide grundverschiedene Lehrmethoden anwenden, müssen sie  ihre Schützlinge in drei Monaten so weit gebracht haben, dass sie gegen ihre internationalen Rivalinnen bestehen können, zu denen auch eine besonders fiese Russin zählt, bevor sie sich im Endkampf gegenüber stehen.

© Eurovideo

Mit einem Titel wie Lady Bloodfight erwartet wohl kein Mensch ein existenzielles Drama oder gar eine romantische Liebeskomödie, sondern eine möglichst detaillierte Abfolge an Kloppereien, und genau das erhält man hier. Wie sagt der Engländer so schön? „What you see is what you get!“ Und die Tatsache, dass es in diesem Fall eben Frauen sind, die mit ihren Kampftechniken glänzen, ist so ungewöhnlich auch nicht mehr, seit sogar große Hollywoodstars wie Charlize Theron („Atomic Blonde“) oder gerade aktuell Jennifer Lawrence („Red Sparrow“) den Herren der Schöpfung zeigen, wo der Hammer hängt.

Auch wenn den Filmemachern offensichtlich nicht allzu viel Geld zur Verfügung stand – der Großteil des Filmes spielt in einer Lagerhalle mit Schiffscontainern, die als Arena dient – konnte sich der Regisseur immerhin auf Darstellerinnen verlassen, denen man ihren unermüdlichen Einsatz in Kampfszenen mit und ohne Waffen voll und ganz abnimmt. Ein großes Plus stellt auch die Kameraführung dar, denn stets kann man nachvollziehen, wer da gerade wem was antut. Natürlich bleibt die Frage, ob es tatsächlich Emanzipation bedeutet, wenn sich Frauen mit der gleichen Härte und Unerbittlichkeit blutig prügeln wie früher nur Männer, aber Fans solcher Filme – und nur für solche ist er überhaupt interessant – werden solch einen möglichen Einwand sicherlich als  sentimentales Gewäsch eines alten Sacks abtun…


Technische Daten DVD:

Audio (Deutsch): Deutsch Dolby Digital 5.1; Englisch Dolby Digital 5.1
Bildformat: 2,401:1 (16:9 anamorph)

Technische Daten Blu-ray:

Audio (Deutsch): Deutsch & Englisch DTS-HD Master Audio 5.1
Bildformat: 2,40:1 1080p/24
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Eine Antwort zu Lady Bloodfight

  1. Laura Palmer schreibt:

    Ruckzuck ist die Lippe dick!
    Frauentag ist erst am 8. März…

    Gefällt 1 Person

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