Berlin Falling

Land: Deutschland 2017  Regie: Ken Duken  Mit: Ken Duken, Tom Wlaschiha
LabelNFP  Veröffentlichung: 22.2.2018  FSK: 16

Ein Beitrag unseres Nicht-Berliners Julian Dax:

© NFP

Früher oder später reicht es etlichen Schauspielern nicht mehr, nur das zu spielen, was jemand anderes von ihnen verlangt, und sie wollen unbedingt auch selbst inszenieren. Nun also auch Ken Duken, ein Darsteller, der sich bisher über mangelnde Beschäftigung gewiss nicht beschweren konnte und mit Berlin Falling nun sein Regiedebüt vorlegt.

Frank, einstiger Bundeswehrsoldat, ist seit einem traumatischen Kriegseinsatz in Afghanistan nicht mehr der Mann, der er einmal war. Seine Frau hat sich von ihm getrennt, seine kleine Tochter darf er nur selten sehen, seine Behausung wirkt ebenso runtergekommen wie er selbst, und zu allem Überfluss hängt er auch noch an der Flasche. Als er sich nach Berlin aufmacht, um seinen ihm gerichtlich zugestandenen Besuch bei seiner Tochter zu verwirklichen, bittet ihn während einer kurzen Rast an einer Tankstelle ein zunächst gar nicht einmal unsympathisch wirkender Fremder um eine Mitfahrgelegenheit. Doch als Frank merkt, dass sein Passagier sowohl eine Waffe als auch eine Bombe in seinem Gepäck führt, entwickelt sich die Weiterfahrt zu einem Psychoduell zwischen den beiden Männern…

Für sein Erstlingswerk als Schauspieler und Regisseur zugleich hat sich Ken Duken nicht gerade einen leichten Stoff ausgesucht; kaputte Familie, Terrorismus, Extremismus, Alkoholismus sind nicht unbedingt Themen für einen Wohlfühlfilm. Eine ganze Weile funktioniert die Geschichte auch trotz gewisser Klischees, wozu neben Ken Duken vor allem auch Tom Wlaschiha als Gegenspieler enorm viel beiträgt. Die düstere Atmosphäre wird in starken Bildern einer desolaten Winterlandschaft eingefangen, die den Seelenzustand der Figuren widerspiegelt, und so stört es gar nicht, dass der Großteil des Films das Auto als einzigen Schauplatz vorweisen kann. Je weiter die minimale Handlung jedoch voranschreitet, desto mehr häufen sich die Unwahrscheinlichkeiten; vor allem das zuweilen unmotivierte Verhalten der beiden Protagonisten erweist sich als Störfaktor, den man als Zuschauer nicht so einfach ausblenden kann. Und als die zwei Männer schließlich Berlin erreichen und der geheimnisvolle Passagier seinen eigentlichen Plan enthüllt, kann man nur noch den Kopf schütteln.

© NFP

Auch wenn man Berlin Falling bescheinigen muss, einen eigenen Weg gehen zu wollen, um sich vom Gros der sonstigen deutschen Filme abzuheben, kann man das Ergebnis im Grunde nur als äußerst zwiespältig bezeichnen. Gut gemeint ist eben nach wie vor nicht unbedingt auch automatisch gut.


Technische Daten:

Sprachen: Deutsch
Untertitel: Englisch
Spieldauer: DVD 88 Min., Blu-ray 91 Min.
FSK: 16
Bildseitenformat: DVD 16:9 (2,39:1), Blu-ray 16:9 (2,39:1) / HD 1080p
Ton: DVD Dolby Digital 5.1, Blu-ray DTS HD Master 5.1
Disc Inhalt: Hauptfilm, Bonusmaterial: Interviews, Kinotrailer

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Eine Antwort zu Berlin Falling

  1. Stepnwolf schreibt:

    Der steht schon eine Weile auf meiner Watchlist, da ich viel gute Kritiken dazu in Erinnerung habe. Zumindest zum Teil scheint er ja auch dir gefallen zu haben. Das lässt hoffen…

    Gefällt 1 Person

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