Maze Runner – Die Auserwählten in der Todeszone

Originaltitel: Maze Runner: The Death Cure  Land: USA 2018  Laufzeit: 142 min  Regie: Wes Ball  Mit: Dylan O’Brien, Kaya Scodelario, Thomas Brodie-Sangster, Nathalie Emmanuel, Giancarlo Esposito  Kinostart: 1.2.2018

Ein Beitrag unseres nicht mehr ganz jugendlichen Mitarbeiters Julian Dax:

© 2017 Twentieth Century Fox

Nach dem unerwarteten Erfolg der Verfilmung von Die Tribute von Panem machten sich diverse Hollywoodstudios schnell auf die Suche nach weiteren dystopischen Jugendromanen und wurden auch fündig. Neben „Hüter der Erinnerung“ und „Die Bestimmung“ – beides übrigens kapitale Flops – konnten sich immerhin die nach der Maze Runner-Trilogie von James Dashner entstandenen ersten zwei Filme an der Kinokasse behaupten, so dass nun mit einiger Verzögerung der auch letzte Teil zu sehen ist.

Zum Inhalt sagt die Pressemitteilung Folgendes: „Im epischen Finale der Maze Runner- Saga führt Thomas (Dylan O´Brian) seine Gruppe der entflohenen Gladers auf ihre letzte und gefährlichste Mission. Um ihre Freunde zu retten, müssen sie in die legendäre Last City einbrechen, ein WCKD – kontrolliertes Labyrinth, das sich als das tödlichste von allen entpuppt. Jeder, der es lebendig heraus schafft, wird die Antworten auf die Fragen finden, nach denen die Gladers suchen, seit sie das erste Mal im Labyrinth ankamen.“ Soweit alles klar?

Während die ersten beiden Filme 2014 und 2015 in die Kinos kamen und somit eine gewisse Kontinuität gewährleistet war, erscheint der letzte Teil nun erst nach drei Jahren Pause. Und da es zu Beginn weder eine Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse gibt noch eine Vorstellung der Hauptfiguren, muss man sich als Zuschauer zunächst einmal zusammenreimen, worum es überhaupt geht. Zwar kann man sich auch als „Neuling“ nach kurzer Zeit halbwegs zurechfinden, doch das große Ganze erschließt sich einem nicht so richtig. Und was die vollmundig versprochenen Antworten betrifft, „nach denen die Gladers suchen“, so bleibt auch dies eine bloße Behauptung – doch dazu später mehr.

Eigentlich verschießt Death Cure, wie der dritte Teil im Original heißt, gleich zu Beginn sein Pulver. Man erlebt eine Verfolgungsjagd durch eine unwirtliche Landschaft, durch die sich ein schwer bewachter Zug bewegt, der von zwei halsbrecherisch gesteuerten Autos verfolgt wird, deren Insassen die im Zug angeketteten jugendlichen Gefangenen befreien wollen. Das Ganze ist derart furios inszeniert und geschnitten, dass man gar keine Zeit hat, über das zwar spektakuläre, aber gleichzeitig auch mehr als unwahrscheinliche Ende der Jagd nachzudenken. Und auch im weiteren Verlauf kann der Film immer wieder mit Actionsequenzen aufwarten, die den Puls der Zuschauer merklich in die Höhe treiben dürften, wenigstens solange sie sich keine Gedanken über die Glaubwürdigkeit des Gezeigten machen.

Fast könnte man annehmen, Regisseur Wes Ball, der auch für die ersten beiden Filme verantwortlich zeichnet, wolle sein Publikum für die lange Wartezeit entschädigen, indem er – vor allem im letzten Drittel des Films – noch eine und noch eine und noch eine Actionszene einbaut und die gesamte Laufzeit damit auf wahnwitzige 142 Minuten schraubt, obwohl die mehr als simple Geschichte diese exzessive Länge bei Weitem nicht hergibt. Und noch ein weiteres wesentliches Element führt beim Zuschauer zu einer gewissen Ermüdung bzw. Übersättigung. Da die Charaktere als bekannt vorausgesetzt werden – wobei sie von Vornherein zum größten Teil lediglich wandelne Klischees repräsentieren – begreift man stellenweise nicht, in welchem Verhältnis sie überhaupt stehen und verliert so auch das Interesse an ihnen. Und was die versprochenen Antworten auf die zahlreichen Fragen betrifft, so erfährt man bis zum Schluss nicht, warum „die Bösen“ – hier repräsentiert von Aidan Quinn – „Littlefinger“ höchstpersönlich – und Patricia Clarkson die Gruppe der gegen die Seuche immunen Jugendlichen derart unmenschlichen Prüfungen unterziehen, anstatt sie einfach darum zu bitten, sich als Versuchspersonen zur Verfügung zu stellen. Schließlich geht es ja um nichts weniger als das Überleben der Menschheit.

Was unterm Strich bleibt, ist ein viel zu sehr in die Länge gezogenes Finale einer Trilogie, die nicht einmal uninteressant begann, jedoch im weiteren Verlauf immer abstruser wurde, nur um die Zuschauer mit der Hoffnung zu entlassen, dass nun wirklich Schluss ist und niemand auf die Idee kommt, die Geschichte noch weiterzuspinnen.

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