Leatherface – The Source of Evil

Originaltitel: The Source of Evil  Land: USA 2015  Regie: ???
Mit: Stephen Dorff, Lili Taylor, Sam Strike, Vanessa Grasse, Finn Jones
Laufzeit
: 82 Min.  LabelEurovideo  Veröffentlichung: 19.12.2017  FSK: 18

Von unserem Kettensägenprofi Julian Dax:

© Eurovideo

Im Sommer 1973 inszenierte der damals dreißigjährige Tobe Hooper für ganze 85.000 Dollar seinen zweiten Film mit dem Titel The Texas Chainsaw Massacre, der ihn praktisch über Nacht bekannt (und vor allem berüchtigt!) machte.
Dazu schreibt Michael Humberg in seinem sehr lesenswerten Buch Vom Erwachsenenverbot zur Jugendfreigabe u.a. Folgendes: „Die Story ist schnell erzählt und wenig innovativ. Fünf Jugendlichen, einer davon an den Rollstuhl gefesselt, geht auf einer Fahrt durch Texas das Benzin für ihren Van aus. Nacheinander suchen sie ein altes Farmhaus auf, das von einer debilen, kannibalistischen Familie ehemaliger Schlachter bewohnt wird, und kommen alle bis auf ein Mädchen ums Leben. Die durch Industrialisierung arbeitslos gewordenen Sippe besteht ausschließlich aus derangierten, teils äußerlich entstellten Psychopathen. Der Kettensägen-Killer „Leatherface“ trägt eine Maske aus Menschenfleisch und gibt nur Grunzlaute von sich, sein nicht minder irrer Bruder hat ein riesiges Feuermal im Gesicht, der Großvater vegetiert halb verwest auf dem Dachboden und wird lediglich zu Schlachtfesten hinuntergetragen.“

Der weltweit riesige finanzielle Erfolg bedeutete natürlich, dass sehr schnell Fortsetzungen nachgeschoben wurden – von den unzähligen sog. „backwood slasher“ ganz abgesehen, die das immer gleiche Schema endlos variierten. Ebenso natürlich konnte kein einziger dieser Filme dem Original auch nur das Wasser reichen. Und auch beim bisher letzten Versuch, ein längst totgerittenes Pferd wieder zum Leben zu erwecken ist allergrößte Skepsis angebracht.

Leatherface – The Source Of Evil tritt mit dem Anspruch an, Kindheit und Jugend der mittlerweile längst ikonischen Titelfigur zu zeigen und fängt denn auch mit der Geburtstagsfeier des kleinen Jed an. Als besonderes Präsent erhält er eine Kettensäge und wird von den anderen Familienmitgliedern ermuntert, diese gleich an einem gefesselten und geknebelten Geburtstagsgast auszuprobieren. Auch wenn er hierbei versagt, macht er sich bereits kurze Zeit später nützlich, indem er die Tochter eines Texas Rangers in eine tödliche Falle lockt. Nach einem Zeitsprung von 10 Jahren befinden wir uns in einer psychiatrischen Anstalt für kriminelle geisteskranke Jugendliche und lernen einige der Insassen aus der Perspektive der jungen, hübschen und idealistischen Krankenschwester Lizzy kennen. Darunter befindet sich auch ein riesiger, schweigsamer, sehr dicker junger Mann…

© Eurovideo

Seit geraumer Zeit schon kommen französische Horrorfilme mit Titeln wie Inside, High Tension oder Martyrs auf den Markt, die keine Gefangenen machen, wie es so schön heißt, denn ihre gemeinsamen Merkmale sind äußerste Brutalität, übelster Nihilismus, ein Suhlen in menschlicher Leidensfähigkeit und ein Gefühl des totalen Ausgeliefertseins, auch beim Zuschauer. Nach Alexandre Aja sind nun auch Alexandre Bustillo und Julien Maury dem Lockruf Hollywoods erlegen und präsentieren mit Leatherface ihr internationales Debüt, womit sie leider weder sich, den Darstellern und schon gar nicht den Zuschauern einen Gefallen getan haben.

Wo soll man nur anfangen, um all das zu benennen, was an dem Film nicht stimmt?
In erster Linie mit einem völlig konfusen Drehbuch, das sich an keiner Stelle so richtig entscheiden mag, ob es um ein eigentliches Prequel geht, ein blutiges Roadmovie, eine völlig durchgeknallte Sozialsatire oder was auch immer. Jedenfalls tauchen all diese und noch mehr Elemente auf und hinterlassen beim Zuschauer größtenteils lediglich Kopfschütteln. Symptomatisch für dieses Durcheinander sei an dieser Stelle die Tatsache genannt, dass man als Zuschauer lange Zeit völlig darüber im Unklaren gelassen wird, wer von den Irrenhausinsassen überhaupt der spätere Kettensägenkiller ist.
Und an dieser Stelle muss einfach ein SPOILER her; es ist NICHT der furchtbar dicke schweigsame Junge, sondern… Ach, finden Sie es doch selbst heraus, wenn Sie unbedingt wollen!


Technische Daten DVD:

Audio (Deutsch): Deutsch & Englisch: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch & Englisch
Bildformat: 2,40:1 (16:9)
Special-Features: Behind the Scenes; Soundbites; Deleted Scenes; Trailer

Technische Daten Blu-ray:

Audio (Deutsch): Deutsch & Englisch: DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel: Deutsch & Englisch
Bildformat: HD 1080p/24 (2,40:1)
Special-Features: Behind the Scenes; Deleted Scenes; Soundbites
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