Sherlock Holmes – Volume 1 und 2

Land: GB 1968  Regie: Henri Safran, Viktors Ritelis / Graham Evans (Teil 1), William Sterling (Teil 2)  Mit: Peter Cushing, Nigel Stock, Grace Arnold, William Lucas, George A. Cooper, Tony McLaren, Joe Melia, Edina Ronay, Larry Cross, Craig Hunter, Edward Bishop / Peter Cushing, Nigel Stock, Gary Raymond, Gabriella Licudi, Philip Bond, Gerald Flood  LabelPIDAX  FSK: 12

Ein Beitrag unseres klassischen Kriminologen Julian Dax:

Während jüngeren Zuschauern bei der Erwähnung des Namens Sherlock Holmes in erster Linie Benedict Cumberbatch sowie eventuell auch noch Robert Downey Jr. einfallen, wissen ältere natürlich, dass zahlreiche namhafte Schauspieler in der Rolle des Meisterdetektivs zu sehen waren, darunter auch Peter Cushing, der in den nun erschienenen drei Episoden auf zwei separaten DVDs zu sehen ist. In den sechziger Jahren produzierte die BBC insgesamt 16 Folgen nach Romanen von Arthur Conan Doyle, wobei anfangs Douglas Wilmer die Hauptrolle spielte und Peter Cushing erst in den 1968 entstandenen Folgen übernahm.

Wie man es auch von anderen BBC-Serien mittlerweile kennt, ging man seinerzeit nicht besonders sorgfältig mit dem Filmmaterial um; einmal gesendet, verschwanden viele Filme im Archiv, wurden teilweise überspielt oder gingen ganz einfach verloren, sodass auch von Sherlock Holmes nur noch 6 Episoden erhalten geblieben sind – eigentlich sind es nur fünf, denn „Der Hund von Baskerville“ ist eine Doppelfolge.

Die erste DVD enthält Eine Studie in Scharlachrot, den ersten Sherlock Holmes-Roman überhaupt und Das Rätsel von Boscombe Valley, die zweite Der Hund von Baskerville, den wohl bekanntesten aller Romane.

© Pidax

Natürlich muss man als heutiger Zuschauer eine ganze Reihe von Zugeständnissen machen, wenn man sich die DVDs anschauen möchte; zunächst einmal fallen die stets billig und künstlich wirkenden Kulissen negativ auf, die ebenso befremdlich wirken wie das häufig doch sehr übertriebene und theatralische Spiel der Darsteller – Peter Cushing und Nigel Stock als Dr. Watson einmal ausgenommen, die den arroganten und stets überlegenen Holmes bzw. den meist auf dem Schlauch stehenden Watson überzeugend darstellen. Die Kamera wirkt äußerst statisch, denn meistens stehen die Darsteller in irgendwelchen Räumen herum und sondern ihren Text ab. Unglücklicherweise macht die Synchronisation das Ganze noch schlimmer, denn die deutschen Sprecher klingen durchweg wie die Laienspielgruppe von Kleinklickersdorf.

Am Besten schneidet noch Der Hund von Baskerville ab, was einesteils an der unsterblichen Geschichte liegt, andererseits am Bemühen der Filmemacher, eine bedrohliche Atmosphäre zu erschaffen, was ihnen aufgrund von wesentlich mehr Außenaufnahmen als sonst auch gelingt. Doch auch in diesem Fall ist die Kinoversion des Hammer-Studios von 1959, in der Cushing bereits als Sherlock Holmes zu sehen war, dieser Neuauflage weit überlegen und bietet auch heute noch wohlige Schauer. Somit kann man die beiden DVDs hauptsächlich unverbesserlichen Nostalgikern und Sherlock Holmes-Komplettisten empfehlen.


Technische Daten:

1 DVD in einem Amaray-Case mit Wende-Inlay (inwendig ohne FSK-Logo)
Laufzeit: ca. 95 bzw. 98 Minuten
Bildformat: PAL 4:3
Tonformat: Dolby Digital 2.0
Sprache: Deutsch, Englisch

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