Dolan’s Cadillac

Land: USA/GB 2009  RegieJeff Beesley
Mit: Christian Slater, Wes Bentley, Emmanuelle Vaugier, Greg Bryk, Aidan Devine
Laufzeit
: 85 bzw. 90 Min.  LabelEurovideo  VÖ: 8.12.2017  FSK: 18

Ein Beitrag unseres Horrorspezialisten Julian Dax:

© Eurovideo

 

 

Ein gewisses Misstrauen ist wohl nicht ganz unangebracht in Anbetracht der Tatsache, dass ein amerikanischer Film aus dem Jahre 2009 erst nach acht Jahren bei uns auf DVD veröffentlicht wird.

Nach Sichtung von Dolan‘s Cadillac kann man denn auch nur sagen: „Vielen Dank auch, aber das wäre nun wirklich nicht nötig gewesen.“

Ein junges Ehepaar, Robinson und Elizabeth, lebt in Las Vegas, und beide arbeiten mit sichtlicher Begeisterung als Lehrer. Bei einem ihrer Ausritte in die Wüste wird Elizabeth Zeugin gleich mehrerer Morde, begangen vom örtlichen Psychopathen und Gangsterboss Jimmy Dolan. Sie wird entdeckt, reitet davon, verliert jedoch praktischerweise – zumindest für den Mörder –  ihr Mobiltelefon. Eine Autobombe später ist Elizabeth tot und ihr Ehemann sinnt auf Rache.
So weit, so Ein Mann sieht Rot in der gefühlt 287sten Version. Zunächst einmal scheitert der unbescholtene Lehrer bei seinen Versuchen, den Übeltäter zu stellen und gute alte Selbstjustiz zu üben und bekommt ordentlich eins auf die Mütze, bevor er einen Racheplan austüftelt, wie er selbst Wile E. Coyote nicht einfallen würde…

Es gibt wohl – mit Ausnahme von William Shakespeare – keinen anderen Autor, dessen Werke so oft verfilmt wurden wie Stephen King, wobei die Ergebnisse von Meisterwerken wie Carrie, The Shining oder Stand By Me bis hin zu Totalausfällen wie The Mangler oder The Lawnmower Man reichen. „Dolan´s Cadillac„, basierend auf einer von King’s Kurzgeschichten aus dem Jahre 1985, fällt eindeutig in die letztgenannte Kategorie. Während King in seiner Kurzgeschichte das langsame Abgleiten der Hauptfigur in den Wahnsinn schildert, um deren anschließenden Rachefeldzug plausibel zu machen, hält sich Regisseur Jeff Beesley mit solchen Feinheiten gar nicht erst auf. Robinson kauft sich eine Knarre, vor der selbst Dirty Harry Respekt bekäme, ballert damit ein bisschen in der Wüste herum und das war’s dann auch schon mit der Psychologie.

© Eurovideo

Und wenn wir schon bei Psychologie sind: Während Wes Bentley als Racheengel sich schauspielerisch noch halbwegs zurückhält, kennt Christian Slater als sein Gegenspieler keinerlei Hemmungen; offensichtlich  möchte er beweisen, dass er sämtliche früher von Jack Nicholson, heute vornehmlich von Nicholas Cage verkörperten Psychos sowohl an wildem Grimassieren als auch an möglichst obszöner Sprache übertreffen kann. Und natürlich muss er auch pseudo-philosophische Sätze absondern, vor allem um zu begründen, warum er mit dem Lehrer nicht ganz einfach kurzen Prozess macht, als er die Gelegenheit dazu hat. Glaubwürdig jedenfalls geht anders.

So bleibt unterm Strich ein insgesamt sehr vorhersehbarer Film mit überzogenen und unglaubwürdigen Figuren, dessen Spannung sich in argen Grenzen hält und den man in kürzester Zeit wieder aus dem Gedächtnis gestrichen hat.


Technische Daten DVD:

Audio (Deutsch): DD 5.1
Audio (Sonstige): Engl. DD 5.1
Bildformat: 16:9 anamorph
Seitenformat: 2,35:1

Technische Daten Blu-ray:

Audio (Deutsch): DTS-HD Master Audio 5.1
Audio (Sonstige): Engl. DTS-HD Master Audio 5.1
Bildformat: HD 1080/24p (16:9)
Seitenformat: 2,35:1
Special-Features: Trailer
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Eine Antwort zu Dolan’s Cadillac

  1. Olinator schreibt:

    Danke für die Warnung 😉 Wes Bentley und Chris Slater sind – inzwischen – eh total öde.
    Auf viele ausstehende King-Verfilmungen, die vom Stoff her vielversprechend wären, wird man wohl weiterhin vergeblich warten. So vergeblich, dass es sich nicht mal lohnt, Beispiele zu nennen (man möge mir verzeihen, dass mir dies lediglich als Vorwand dient, das Recherchieren der genauen Titel der mir vorschwebenden Beispiele zu umgehen).

    Gefällt 1 Person

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