The Good Neighbor

Land: USA 2016  Regie: Kasra Farahani  Mit: James Caan, Logan Miller, Keir Gilchrist
Label: OFDb Filmworks  Veröffentlichung: 23.11.2017  FSK: 16

Ein Beitrag unseres guten Mitguckers Julian Dax:

© OFDb Filmworks

Wer auch immer sich den Werbetext auf der Hülle zu The Good Neighbor ausgedacht hat, in dem der Film angepriesen wird als „packender Thriller in bester Hitchcock-Manier“ weiß entweder nicht, wer Hitchcock war oder aber hat er bei dem vorliegenden Film nicht richtig hingeguckt.

Zwei durch und durch unsympathische jugendliche Nerds, die offensichtlich viel zu viel Zeit und vor allem Geld haben, beschließen, einem älteren verschlossenen Nachbarn einen üblen Streich zu spielen. Während dessen Abwesenheit installieren sie in in seinem Haus in mehreren Räumen Kameras und sonstige Gimmicks, um ihm weiszumachen, dass es in seinem Haus spukt. Im Zimmer des graduell widerlicheren der beiden Idioten sitzen sie dann stundenlang vor den Monitoren und amüsieren sich köstlich über die Reaktionen des alten Mannes, wenn sie z.B. eine Tür ständig auf- und zuklappen lassen. Als sie auch das Geheimnis der stets mit einem Vorhängeschloss versehenen Kellertür ergründen wollen, eskaliert das Geschehen, doch am Ende ist alles ganz anders als vermutet…

Ob das tatsächlich so intendiert war oder nicht – Tatsache ist, dass einem die beiden Jugendlichen von Anfang an extrem auf die Nerven gehen mit ihrer idiotischen und im Grunde genommen kriminellen Aktion, die durch absolut nichts zu rechtfertigen ist. Zudem sieht man wieder und wieder, wie die zwei Dummbatzen einfach nur rumsitzen und völlig uninteressante Gespräche führen. Und auch der Umstand, dass der überwiegende Teil des Films als eine Art „found footage“ Material präsentiert wird, d.h. unscharf, verwackelt und grünstichig, trägt nicht unbedingt zum Filmgenuss bei. Um dem Ganzen einen Hauch von Seriosität zu verleihen, schneidet die Regie ab einem gewissen Zeitpunkt Szenen einer Gerichtsverhandlung dazwischen, aus denen man zunächst einmal nicht ganz schlau wird, die einem jedoch eindeutig das Gefühl vermitteln, dass der „Streich“ ein übles Ende genommen haben muss. Als dann die tragische Wahrheit ans Licht kommt, ist das zwar auch für den Zuschauer überraschend, wirkt jedoch relativ aufgesetzt und konterkariert zudem vieles von dem, was man vorher gesehen hat.

© OFDb Filmworks

Um noch einmal auf Alfred Hitchcock zurückzukommen – auch wenn nicht alle seine Filme Meisterwerke sind, hätte er sich doch niemals eingelassen auf solch eine unausgegorene, krude Mischung aus Teeniehorror, Pseudo-Doku und Tragödie mitsamt erhobenem Zeigefinger am Ende („Da könnt ihr einmal sehen, wozu Mediengeilheit letztlich führt!“). Mein Tipp: Schauen Sie sich lieber Das Fenster zum Hof an, auf den das Hüllenmotiv ebenso großspurig wie unverschämt verweist.


Technische Daten DVD:

Laufzeit: ca. 93 Min.
Bildformat: 2,35:1 (16:9)
Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Extras: Interviews mit James Caan, Logan Miller, Keir Gilchrist, Trailer

Technische Daten Blu-ray:

Laufzeit: ca. 97 Min.
Bildformat: 2,35:1 (1080p)
Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1), Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1)
Untertitel: Deutsch
Extras: Interviews mit James Caan, Logan Miller, Keir Gilchrist, Trailer

Werbeanzeigen
Dieser Beitrag wurde unter Thriller abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.