Sword Master

Land: China 2016 Regie: Tung-Shing Yee Mit: Kenny Lin, Peter Ho, Mengjie Jiang
Laufzeit
: 103 Min. Label: Eurovideo Veröffentlichung: 2.11.2017 FSK: 16

Ein Beitrag unseres Filmmeisters Julian Dax:

© Eurovideo

Wer kennt das nicht? Der Film beginnt, und bereits an der ersten Szene erkennt man: Das wird nix! Im vorliegenden Fall ist es eine billig im Computer kreierte Schneelandschaft samt langer Steinbrücke, über die sich ein Mann schleppt, der aussieht, als wäre er hauptberuflich Mitglied einer skandinavischen Death Metal Band.

Die Handlung von Sword Master, aus dem die o.a. Szene stammt, ist nicht unbedingt leicht nachzuerzählen – viel zu viele Charaktere, konfuse Handlungsstränge, rätselhafte Entwicklungen – und geht in etwa so: Ein des Kämpfens müde gewordener einsamer, kranker (?) Schwertkämpfer wird von seinen Untaten heimgesucht, wandert umher und sucht den legendären Dritten Schwertmeister (?), um nach einem letzten Kampf die Staffette weiter zu reichen, um endlich in Frieden sterben zu können. Nach langer Suche, bei der auch eine – oder gar zwei (?) – unglückliche Liebesbeziehungen eine Rolle spielen und noch längeren diversen Kämpfen findet er ihn, es kommt zum finalen Duell auf einem Bergplateau mit blühendem Kirschbaum, Ende.

Eigentlich könnte man den Film auch in der Originalfassung auf Mandarin anschauen, den die vorliegende Blu-ray ebenfalls anbietet, wenn auch seltsamerweise ohne deutsche Untertitel. Dem „Verständnis“ der Handlung würde das wohl nur unwesentlich schaden, denn man kann dem Ganzen ohnehin kaum folgen, und es darf vermutet werden, dass die meisten Fans solcher Filme hauptsächlich auf die zahlreichen Kämpfe aus sind, und in dieser Hinsicht liefert „Sword Master“ durchaus, obwohl man auch hier gewisse Vorbehalte anführen darf.
Schaut man sich Filme des sog. Wuxia-Genres an, die mittlerweile zu Klassikern geworden sind, so z.B. Ein Hauch von Zen aus dem Jahre 1971 sowie Tiger& Dragon (2000) und House of Flying Daggers (2004), kann man von „Sword Master“ nur enttäuscht sein. Im erstgenannten Film musste Regisseur King Ho noch ganz ohne CGI auskommen und sich sowohl auf seine Darsteller als auch auf den korrekten Einsatz von Drähten und Trampolin verlassen, in den beiden anderen Filmen sind all die fantastischen Kampfszenen so etwas wie der Zuckerguss auf der Torte, denn im Mittelpunkt stehen stets die Charaktere und deren Schicksal. Vor allem jedoch zeichnet alle drei Filme eine poetische und melancholische Grundstimmung aus, die den Zuschauer direkt anspricht und berührt.

Im Fall von Sword Master dagegen hat man aufgrund des exzessiven Einsatzes von CGI ständig den Eindruck, man befinde sich in einem Computerspiel, ohne jedoch die Möglichkeit zu haben, seinen Helden lenken zu können. Zugegeben, es gibt durchaus Momente, die Überraschendes bieten (Stichwort: weiße Schlange!) und es ist auch bemerkenswert, dass die Frauenfiguren in ihren Kamptechniken den Männern (beinahe!) ebenbürtig sind, doch da man als Zuschauer nicht in die Handlung involviert ist, machen sich relativ schnell Gleichgültigkeit und Langeweile breit.


Technische Daten:

Audio (Deutsch): DD 5.1
Audio (Sonstige): Chinesisch: Dolby Digital 5.1
Bildformat: 16:9 anamorph
Seitenformat: 1,85:1
Audio (Deutsch): DTS-HD Master Audio 5.1
Audio (Sonstige): Chinesisch: DTS-HD Master Audio 5.1
Bildformat: HD 1080/25p (16:9)
Seitenformat: 1,85:1
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