The Autopsy of Jane Doe

Land: USA 2016 Regie: Andre Ovredal Mit: Brian Cox, Emile Hirsh, Ophelia Lovibond, Michael McElhatton, Olwen Catherine Kelly
Label: Universum-Film Veröffentlichung: 20.10.2017 FSK: 16

Ein Beitrag unseres Hobbypathologen Julian Dax:

© Universum Film

Während der Beruf des Pathologen bzw. Gerichtsmediziners lange Zeit sowohl in der Kriminalliteratur als auch im Film und Fernsehen ein relatives Schattendasein führte, gibt es mittlerweile sogar Serien, in deren Mittelpunkt dieser von manchen immer noch als makaber eingestufte Beruf steht. Mit The Autopsy Of Jane Doe findet nun ein Kinofilm auf DVD/Blu-ray seinen Weg zu uns, der bisher lediglich im Rahmen der Fantasy Filmfest-Reihe auf der Leinwand zu sehen war.

„Jede Leiche hat ein Geheimnis. Manche verbergen es besser als andere.“ Soweit die These von Tommy Tilden, der zusammen mit seinem Sohn Austin als Gerichtsmediziner in einer Kleinstadt im Staate Virginia tätig ist. Die unbekannte junge Frau, deren Leichnam an einem Tatort mit mehreren grausig zugerichteten Toten eines Abends aufgefunden und vom örtlichen Sheriff ins Labor der Tildens verfrachtet wird, hat allerdings mehr als nur eines. Und da der Sheriff bereits am nächsten Morgen die Öffentlichkeit über deren mysteriöses Ableben informieren möchte, sehen sich die Tildens gezwungen, eine Nachtschicht einzulegen. Äußerlich erscheint die sehr blasse junge Frau absolut unversehrt, doch je weiter die Autopsie voranschreitet, desto mehr Merkwürdigkeiten treten zu Tage; so weist der Leichnam Knochenbrüche an Händen und Füßen auf,die von Außen nicht erkennbar sind, ihre Lungen sind schwarz, ihre inneren Organe weisen Schnitte auf und in ihrem Magen findet sich ein Tuch mit einer seltsamen Inschrift. Nach und nach müssen die eigentlich sehr rational eingestellten Männer feststellen, dass man mit wissenschaftlichen Methoden allein das Rätsel um die Tote nicht lösen kann…

© Universum Film

Es ist erstaunlich, was der norwegische Regisseur André Ovredal mit seinem ersten englischsprachigen Film zuwege bringt: Im Grunde genommen  beschränkt sich die Handlung auf einen einzigen Schauplatz, eine einzige Nacht und lediglich zwei Personen – wenn man einmal von der geheimnisvollen Toten absieht, der Olwen Catherine Kelly eine unglaubliche Präsenz verleiht. Zwar wird man Zeuge einer Autopsie, ohne dass die Kamera verschämt zur Seite blickt, doch Splatterfans kommen nicht unbedingt auf ihre Kosten, denn der Film hat es nicht nötig, in Blut und Eingeweiden zu waten. Seine Spannung bezieht er in erster Linie aus den zunächst einmal völlig unerklärlichen Ergebnissen, zu denen Vater und Sohn gelangen. Und das Zusammenspiel von Brian Cox und Emile Hirsch – beide natürlich erstklassige Darsteller – wirkt derart authentisch, dass man ihnen ihr von Respekt und Zuneigung zeugendes Verhältnis zueinander unbedingt abnimmt und an ihrem Schicksal Anteil nimmt. Auch Ausstattung, Musik und Kamera tragen nachhaltig dazu bei, dass man sich als Freund von Horrorfilmen, die nicht immer die gleiche Geschichte erzählen, bestens unterhalten fühlt.

Zumindest trifft das auf die ersten 60 Minuten zu. Dummerweise folgen in der noch verbleibenden knappen halben Stunde einige Erklärungsversuche für das Geschehen, die weder zu den Charakteren auf der Leinwand passen noch irgendeinen Sinn ergeben. Und so muss man eben akzeptieren, dass die Filmemacher in ihrem Bemühen, immer noch einen draufsetzen zu wollen, auch im Falle dieses kleinen, feinen Horrorindies nicht so recht wussten, wann genug ist. Doch angesichts der wirklich gelungenen ersten Stunde nimmt man das in Kauf.


Daten DVD:

Laufzeit: 82 Min.
Bild: 2,40:1 (16:9 anamorph)
Ton: DD 5.1
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Bonus: Interviews

Daten Blu-ray:

Laufzeit: 86 Min.
Bild: 2,40:1 (1080p/24)
Ton: DTS-HD 5.1
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Bonus: Interviews

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