Gimme Danger

Land: USA 2016 Regie: Jim Jarmusch Mit: Ron Asheton, Scott Asheton, Iggy Pop, James Williamson LabelStudiocanal Veröffentlichung: 31.8.2017 FSK: 6

Ein Beitrag unseres Altrockers Julian Dax:

© Studiocanal

Bizarr, verrückt, geschmacklos, beleidigend, dekadent, dilletantisch, amateurhaft, einfallslos, kindisch – soweit die Kritikerstimmen zu den Anfängen der im Jahre 1967 gegründeten Band „The Stooges“, für die Jim Jarmusch mit der Dokumentation Gimme Danger eine späte Liebeserklärung abgegeben hat.

In chronologischer Reihenfolge erfährt man mit Hilfe zahlreicher Originalaufnahmen in Bild und Ton zunächst etwas über die Anfangsjahre von 1967 bis 1973, in denen die Band ihre mittlerweile legendären drei Alben (The Stooges, Fun House, Raw Power) veröffentlichte, die jedoch seinerzeit nur wenige Käufer fanden, was schließlich zur Auflösung der völlig desillusionierten Band führte. Und für diejenigen, die es immer noch nicht wissen sollten: Sänger der Stooges war ein gewisser Iggy Pop, geboren 1947 als James Newell Osterberg in Ann Arbor, USA. Während dessen anschließende durchaus erfolgreiche Solokarriere, unterstützt von David Bowie, Jarmusch nicht zu interessieren scheint, setzt der Film erst wieder im Jahr 2007 ein, als die Originalbesetzung (minus Bassist Dave Alexander, der bereits 1975 an den Folgen seiner Alkoholsucht starb) mit The Weirdness ein weiteres  Album veröffentlicht. “ 2010 erfolgt die überfällige Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame mit einem bestens aufgelegten Iggy Pop, der in seiner Dankesrede mindestens einen Satz für die Ewigkeit spricht: „Music is life and life is not a business.“ 2011 erscheint unter dem äußerst makaberen Titel „Ready To Die“ die endgültig letzte Platte der Band, an der außer dem Sänger nur noch Schlagzeuger Scott Asheton als Originalmitglied dabei ist; sein Bruder Ron, der ursprüngliche Gitarrist, war bereits 2009 gestorben.

© Studiocanal

Gimme Danger besteht, wie bereits erwähnt aus Originalaufnahmen, die immer wieder von aktuellen Interviews mit den überlebenden Musikern sowie weiteren Zeitzeugen unterbrochen werden. Und sowohl für Fans als auch für eventuelle Neueinsteiger wird die Zuneigung des Regisseurs zu seinen Protagonisten regelrecht spürbar. Zudem ist es eine wahre Freude, einem derart klugen und witzigen Mann wie Herrn Osterberg zuzuhören, der trotz zahlreicher Nackenschläge sich niemals von der Musikindustrie hat verbiegen lassen, sondern unbeirrt das gemacht hat, von dem er überzeugt war. Und während manch anderem und vor allem wesentlich untalentierterem Musiker der Umstand zu Kopf gestiegen wäre, wenn man ihn als  „Godfather of Punk“ oder „Leader of the Greatest Rock and Roll Band in the World“  bezeichnen würde, zeugen Iggy Pops Reaktionen auf solche Etiketten von einem erfrischenden Maß an Selbstironie.

Wenn man dem Film überhaupt etwas vorwerfen könnte, dann ist es vielleicht die Tatsache, dass die Bühnenauftritte insgesamt etwas zu kurz geraten sind, denn man würde sich wünschen, trotz bescheidener Qualität von deren Bild und Ton, noch ein bisschen mehr von der unglaublichen Dynamik zu erleben, die „The Stooges“ auf der Bühne zu entfesseln vermochten.


Technische Daten DVD:

Bild: 1,78:1 anamorph
Sprachen/Ton: Englisch 5.1 Dolby Digital
Laufzeit: 104 min.
Untertitel: Deutsch
Bonus: Exklusive Clips: Shake Appeal live aus 2011 – Mitschnitt des Tributkonzerts zu Ehren von Ron Asheton, A ride around Ann Arbor – Tour durch Ann Arbour, der Geburtstätte von The Stooges, Featurette: Iggy’s Wild Noises, Deleted scene: Animation Private Plane

Technische Daten Blu-Ray:

Bild: 1,78:1 1080/24p Full HD
Sprachen/Ton: Englisch 5.1 DTS-HD (Master Audio)
Laufzeit: 109 min.
Untertitel: Deutsch
Bonus: Exklusive Clips: Shake Appeal live aus 2011 – Mitschnitt des Tributkonzerts zu Ehren von Ron Asheton, A ride around Ann Arbor – Tour durch Ann Arbour, der Geburtstätte von The Stooges, Featurette: Iggy’s Wild Noises, Deleted scene: Animation Private Plane

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