Der Todesmutige

Originaltitel: The Naked Prey Land: Südafrika/USA 1964 Regie: Cornel Wilde
Mit: Cornel Wilde, Gert van den Bergh, Ken Gampu, Patrick Mynhardt, Bella Randles, Morrison Gampu, Sandy Nkomo, Eric Mcanyana, John Marcus, Richard Mashiya, Franklyn Mdhluli, Fusi Zazayokwe, Joe Dlamini, Jose Sithole, Horace Gilman
Label
: PIDAX FSK: 16

Ein Beitrag unseres furchtlosen Julian Dax:

Auf eines wartet man im Vorspann – Nachspann war in den Sechzigern nicht üblich – vergeblich in Cornel Wildes Film Der Todesmutige, der im Original noch treffender „The Naked Prey“ (= „Die nackte Beute“) heißt, und zwar auf den heutzutage üblichen Hinweis darauf, dass während der Dreharbeiten keine Tiere zu Schaden gekommen sind. Und in Anbetracht der dokumentarisch wirkenden Szenen, in denen diverse Tiere übereinander herfallen oder gar Menschen aus Gier auf Elfenbein bzw. purer Mordlust eine ganze Elefantenherde erschießen, wäre ein solcher Hinweis wohl auch nicht angebracht.

Afrika gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Ein erfahrener Weißer führt eine Safari an, die ein reicher Unsympath finanziert hat. Als sie auf eine Abordnung eines Eingeborenenstammes treffen, durch deren Gebiet der Weg führt, weigert sich der Geldgeber, dem Häuptling einen kleinen Tribut zu entrichten, trotz eindringlicher Ermahnung des Anführers. Während einer anschließenden Rast werden die Teilnehmer der Safari von eben diesem Stamm überfallen. Während man die schwarzen Träger kurzerhand tötet, erleiden die Weißen schlimme Torturen, bevor auch sie das Zeitliche segnen. Nur dem Anführer, der eindeutig Respekt genießt, wird die sog. „Chance des Löwen“ zugebilligt; ohne Kleidung, ohne Waffen, ohne Lebensmittel und Wasser bekommt er einen kleinen Vorsprung, um anschließend von einigen der tapfersten Krieger des Stammes gejagt zu werden. Ein mörderischer Überlebenskampf beginnt…

Der Todesmutige lag Cornel Wilde wohl ganz besonders am Herzen, ist er doch nicht nur Hauptdarsteller, sondern auch Produzent und Regisseur des Films, wobei er sich selbst in keiner Beziehung schont. Auch wenn die Geschichte im Grunde genommen äußerst simpel ist, die Figuren noch nicht einmal Namen haben und der Film – mit Ausnahme der ersten 10 Minuten – ohne Dialoge auskommt und die Sätze der Eingeborenen nicht einmal untertitelt werden, funktioniert sie dennoch hervorragend, denn als Zuschauer wird man mitten in das Geschehen hineingezogen. Auch der völlige Verzicht auf irgendwelche Sentimentalitäten beeindruckt bei diesem mehr als 50 Jahre alten Film, und die ausgesprochen realistische Sequenz, in der man Zeuge wird eines brutalen Überfalls von Sklavenjägern auf ein friedliches Dorf, wirkt wohl noch lange nach.

© PIDAX

Gedreht ausschließlich an Originalschauplätzen in Südafrika, bietet der Film prächtige Schauwerte und eine spannende Geschichte, die trotz einiger seinerzeit üblicher Klischees dennoch sehr respektvoll mit den „Wilden“ umgeht. Auf irgendwelche Extras, an die man während der Entstehungszeit des Filmes nun wirklich nicht gedacht hat, muss man, abgesehen vom Originaltrailer, verzichten, dafür hat PIDAX, wie so oft, einen etwas verkleinerten Nachdruck des Originalfilmprogramms spendiert.

Spätestens an dieser Stelle gebührt diesem Label, das sich auf ältere Filme spezialisiert hat, allerhöchstes Lob, denn immer wieder entdeckt man in dessen Programm Filmklassiker, die entweder als längst verschollen galten oder man macht sehenswerte Neuentdeckungen. Wie sagt der Engländer so schön? „Please keep up the good work!“


Technische Daten DVD:

Laufzeit: ca. 92 Minuten
Bildformat: PAL 16:9, 2.35:1
Tonformat: Dolby Digital 2.0
Sprache: Deutsch, Englisch
Ländercode: 2 (Europa)
Bonus: Booklet mit vielen Bildern und Infos (Nachdruck der Illustrierten Film-Bühne) & Original-Kino-Trailer


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