Brennender Sand

Originaltitel: Blazing Sand
Land:
Deutschland/Israel 1959/60
Regie: Raphael Nussbaum
Mit: Daliah Lavi, Gert Günther Hoffmann, Abraham Eisenberg, Uri Zohar, Oded Kotler, Gila Almagor, Natan Cogan, Abraham Barzilai, Hillel Ne‘eman, Avraham Ronai
Label
: PIDAX
FSK: 12

Ein Beitrag unseres Filmhistorikers Julian Dax:

Als Daliah Lavi mit gerade mal 18 Jahren ihr Filmdebüt in der israelisch-deutschen Co-Produktion Brennender Sand gab, konnten weder sie noch das Publikum ahnen, dass sie nur zehn Jahre später vor allem in Deutschland als eine der populärsten Sängerinnen anspruchsvoller Schlager – doch, doch, so etwas gab es einmal! – Karriere machen sollte.

Ein junger Mann kehrt, von mehreren Schüssen getroffen, von einer illegalen Expedition zur antiken jordanischen Wüstenstadt Petra zurück. Man erfährt, dass er zusammen mit drei anderen dort nach den sagenhaften Schriftrollen von König Salomon gesucht hat und einer von ihnen sich noch schwer verletzt dort befindet. Daraufhin organisiert dessen Freundin Dina zu seiner Rettung eine weitere Expedition, der sich einige von ihren Freunden und Bekannten aus verschiedenen Motiven anschließen. Nach einigen Zwischenfällen erreicht die kleine Gruppe Petra – die im Film rätselhafter Weise Citra heißt – und findet sowohl Dinas Freund als auch die Schriftrollen. Doch der Rückweg erweist sich als äußerst kompliziert und vor allem gefährlich für alle Teilnehmer…

Gedreht an Originalschauplätzen in der Grenzregion zwischen Israel und Jordanien, ist Brennender Sand aus heutiger Sicht natürlich ein Kuriosum und absolut nicht vergleichbar mit Abenteuerfilmen, wie man sie kennt. Und doch strahlt er nach wie vor einen gewissen naiven Charme aus, was in erster Linie an an der Unbekümmertheit Daliah Lavis liegt, die man – um im damaligen Sprachmodus zu bleiben – durchaus als „heißen Feger“ bezeichnen könnte,  und die ihre Rolle als blutjunge femme fatale bravourös meistert.  Und auch wenn die Handlung sich in ziemlich vorhersehbaren Bahnen bewegt, ist es doch ungewöhnlich, dass Regisseur und Drehbuchautor Raphael Nussbaum seinen Protagonisten kein glückliches Ende gönnt.

© PIDAX

Was den technischen Aspekt betrifft, so stellt man sich im Verlauf des Filmes immer wieder vor, wie die Bilder in der Wüste wohl im Breitwandformat wirken würden, für das offensichtlich nicht genug Geld zur Verfügung stand. Vor allem jedoch versucht man die für heutige Ohren total nervige und unpassende Musik auszublenden, die den gesamten Film durchzieht.
Auch wenn es keinerlei Extras gibt, hat PIDAX – wie sehr häufig – ein verkleinertes Originalfilmprogramm beigelegt, das es damals für 20 Pfennig an der Kinokasse gab. Nostalgiker und natürlich alle Fans der im Mai 2017 verstorbenen Daliah Lavi werden nicht enttäuscht, jüngere Zuschauer dagegen dürften eher wenig mit Brennender Sand anfangen, den es übrigens im Film gar nicht gibt, denn man sieht in erster Linie hauptsächlich Geröll.


Technische Daten DVD:

Laufzeit: ca. 94 Minuten
Bildformat: PAL 4:3
Tonformat: Dolby Digital 2.0
Sprache: Deutsch
Ländercode: 2 (Europa)
Bonusmaterial: Booklet mit vielen Bildern und Infos (Nachdruck der Illustrierten Film-Bühne)

Der Trailer zu Brennender Sand:

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Action, Drama abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s