Das Ende ist erst der Anfang

Originaltitel: Les Premiers, les Derniers
Land
: Belgien/Frankreich 2015
Regie: Bouli Lanners
Mit: Albert Dupontel, Bouli Lanners, Suzanne Clément, Michael Lonsdale, Max von Sydow
Label: NFP
Veröffentlichung: 21.9.2017
FSK: 12

Ein Beitrag unseres Autoren Julian Dax:

© NFP

„Formvollendet, großherzig und weise. Grandios.“ , „… zwischen Pasolini und den Coen-Brüdern.“ , „Ganz großes Kino!“ , „Strahlend schöner Western im Tarantino-Style“.
Das Informationsblatt des Verleihs von Das Ende ist erst der Anfang kleckert nicht, es klotzt mit SUPERLATIVEN und weckt somit Erwartungen, die der eigentliche Film natürlich absolut nicht erfüllen kann, selbst wenn er besser wäre. Hält man sich dazu auch noch vor Augen, dass diese belgische Produktion bei den diesjährigen Berliner Filmfestpielen zwei Preise erhalten hat, bleibt einem nur die Feststellung, dass eine Menge Leute Hans-Christian Andersens Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ vergessen haben, in dem es bekanntlich darum geht, wie zwei Betrüger mit einem simplen Trick den Menschen vorgaukeln, ein Kunstwerk zu erschaffen, obwohl sie eigentlich gar nichts tun. Sie erklären einfach jeden für dumm, der die Großartigkeit ihres Schaffens nicht erkennt, und so ergehen sich die Betrachter geradezu in Lobeshymnen, um nicht als dumm dazustehen.

Ein stets wolkenverhangenes, entsetzlich tristes Niemandsland irgendwo zwischen Belgien und Nordfrankreich. Zwei Handlanger eines mutmaßlichen Gangsterbosses mit dem Auftrag, dessen verschwundenes Smartphone wiederzufinden, ein offensichtlich geistig schlichtes Pärchen, fest davon überzeugt, dass die Welt demnächst untergeht, auf der Flucht, ein alter Blumen züchtender Pensionsbesitzer, ein ebenso alter Bestatter/Pfarrer, die Betreiberin einer Tankstelle mitten in der Wildnis, einige gesichtslose Verbrecher, eine mumifizierte Leiche und nicht zu vergessen Jesus in Gestalt eines Obdachlosen – das ist das Personal dieses Filmes, in dem wenig gesprochen und schon gar nichts erklärt wird. An so etwas wie einem roten Faden, der all diese Personen verbindet, an einer Handlung im herkömmlichen Sinne, zu der auch Logik und ein gewisser Spannungsbogen gehören, ist Bouli Lanners, Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller in einer Person absolut nicht interessiert; die Dinge passieren eben, weil sie passieren.

© NFP

Auch wenn man dem Kameramann bescheinigen muss, die Tristesse der Landschaft eindrucksvoll eingefangen zu haben – nach kürzester Zeit hat man sich daran sattgesehen und hat somit Zeit und Muße, über das Ganze nachzudenken. Natürlich kann man, wie anfangs zitiert, eine ganze Menge reininterpretieren und von einem „eindringlichen Plädoyer für Mitmenschlichkeit“ und „hoffnungsfrohen Charakteren“ schwafeln, wie es in der Begründung der Auszeichnung der Ökumenischen Jury in Berlin heißt und Regisseure wie Tarantino, Kaurismäki oder die Gebrüder Coen als Vergleich heranziehen.
Man kann es aber auch bleiben lassen und Das Ende ist erst der Anfang als das bezeichnen, was er in Wirklichkeit ist: ein krampfhaft auf Kultfilm gebürstetes, mit hohlen Figuren, die unverständliche Dinge reden und tun, bevölkertes langweiliges Machwerk, das die Geduld des Zuschauers gehörig strapaziert.


Technische Daten:

Ton: Dolby Digital 5.1
Sprachen: Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch
Bild: 16:9 (2,39:1)
Länge: 93 Min
Bonus: Kinoteaser, Kinotrailer

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