What happened to Monday?

Land: GB 2017
Laufzeit: 124 min
Regie: Tommy Wirkola
Mit: Noomi Rapace, Willem Dafoe, Glenn Close, Marwan Kenzari, Christian Rubeck, Pål Sverre Hagen, Clara Read, Tomiwa Edun
Kinostart: 7.9.2017 verschoben auf 12.10.2017

Ein Beitrag unseres Familienplaners Julian Dax:

© splendid-film

Erinnert sich noch jemand an die Schlussszene in Soylent Green, Richard Fleischers beklemmender Dystopie aus dem Jahre 1973? In einer hoffnungslos überbevölkerten Welt im Jahre 2022 (!) entdeckt der von Charlton Heston gespielte Polizist Thorn das entsetzliche Geheimnis hinter der angeblich aus Meeresplankton gewonnenen Nahrung, was sowohl ihm als auch dem Zuschauer den Boden unter den Füßen wegreißt.

Auch Tommy Wirkolas What Happened To Monday? hat Überbevölkerung und die damit einhergehenden Probleme zum Thema, beschreitet jedoch einen anderen Weg als Fleischers seinerzeit vieldiskutierter Film. Man schreibt das Jahr 2073. Katastrophale Wetterbedingungen, Überbevölkerung und immer knapper werdende natürliche Ressourcen erschweren das Überleben auf der Erde. Kriege und Flüchtlingsströme haben auch das politische Gefüge verändert. Ehemalige Weltmächte sind gefallen, es existiert eine Art Weltregierung. Damit die Menschheit überleben kann, hat die Regierung eine strenge Ein-Kind-Politik eingeführt. Wer heimlich weitere Kinder in die Welt setzt, macht sich strafbar, und eine neue Behörde, das Kinder-Zuteilungsbüro, tritt in Aktion und nimmt den Eltern die „illegalen“ Kinder weg. Diese Kinder werden in einem speziellen Verfahren eingefroren, bis die Ressourcen irgendwann in der Zukunft wieder ausreichen, um die gesamte Bevölkerung zu ernähren.

Als die Mutter von Siebenlingen (!) kurz nach deren Geburt stirbt, beschließt der Großvater, die Mädchen heimlich aufzuziehen und baut die Wohnung entsprechend um bzw. aus. Der Einfachheit halber benennt er die Schwestern nach den Wochentagen und arbeitet ein äußerst ausgeklügeltes System aus, nach dem jede an „ihrem“ Wochentag die Wohnung verlassen darf, und zwar unter dem für alle gültigen Namen Karen Settman. Die Handlung springt 30 Jahre in die Zukunft. Karen Settman hat einen gut bezahlten Job in einer Bank, der zum Überleben aller reicht, doch eines Tages kehrt „Monday“ nicht nach Hause zurück, was eine sich immer schneller drehende Spirale von unvorhersehbaren Ereignissen in Gang setzt und die Schwestern in einen gnadenlosen Überlebenskampf zwingt.

Die sieben Schwestern (Noomi Rapace)        © splendid-film

Bisher war der norwegische Regisseur Tommy Wirkola mit den beiden Dead Snow– Filmen (Stichwort: unkaputtbare Nazizombies!) sowie Hänsel und Gretel – Hexenjäger aufgefallen, und mit allen drei Filmen bewies er Sinn für äußerst schrägen Humor sowie eine Vorliebe für deftigen Splatter. Mit seinem neuen Film dagegen will er offensichtlich beweisen, dass er auch andere Genres beherrscht, doch das gelingt ihm nur bedingt. Auch wenn Noomi Rapaces Verwandlungskunst – alle Schwestern sind nicht nur charakterlich grundverschieden, sondern unterscheiden sich auch rein äußerlich voneinander – ebenso fasziniert wie die heutige Tricktechnik, die eine absolut überzeugende Interaktion der sieben Schwestern ermöglicht, werden doch relativ schnell gewisse Unwahrscheinlichkeiten und vor allem Logiklöcher erkennbar und animieren den Zuschauer zu allerlei im Film nicht beantworteter Fragen.

In technischer Hinsicht wiederum kann man dem Film keine Vorwürfe machen, denn die Actionsequenzen sind sauber gefilmt und so geschnitten, dass man stets erkennen kann, was vor sich geht. Das Beste jedoch ist und bleibt Noomi Rapace, die praktisch allgegenwärtig ist und der es gelingt, einige ihrer Szenen emotional sehr packend zu gestalten. Vergleicht man den Film jedoch abschließend mit dem anfangs genannten Soylent Green, so muss man festhalten, dass letzterer doch eine wesentlich nachhaltigere Wirkung erzeugt mit seiner durch und durch düsteren Atmosphäre, während sich What Happened To Monday? zu einem nicht besonders glaubwürdigen Ende durchmogelt. So bleibt Tommy Wirkola zu wünschen, dass er beim nächsten Mal ein besseres Drehbuch in die Hände bekommt, um wirklich zu zeigen, was in ihm steckt.

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3 Antworten zu What happened to Monday?

  1. ainu89 schreibt:

    Hab erst heute den Traier zu dem Film gesehen und war ganz angetan….aber jetzt ist er doch wieder einige Plötze auf meiner Watchlist nach unten gerutscht 😉

    Gefällt 1 Person

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