Voice from the Stone

Land: USA 2016
Regie: Eric D. Howell
Laufzeit: 94 Min.
Mit: Emilia Clarke, Marton Csokas, Caterina Murino
Label: Ascot Elite Home Entertainment
Veröffentlichung: 30.6.2017
FSK: 12

Ein Beitrag unseres Gruselexperten Julian Dax:

© Ascot Elite

Man kann es Emilia Clarke nicht verdenken, dass sie ihr schauspielerisches Talent auch jenseits von Drachenmutter Daenerys Targaryen beweisen möchte. In Ein ganzes halbes Jahr hat das ja auch gut geklappt und am missglückten Terminator: Genisys war ihre Sarah Connor noch so ziemlich das Beste. Über die Gründe, warum sie sich nun für die Hauptrolle in dem Gruselfilm Voice From The Stone – der altmodische Begriff ergibt in diesem Fall absolut Sinn – entschieden hat, lässt sich nur spekulieren; die Qualität des Drehbuchs jedenfalls kann es unmöglich gewesen sein.

Toscana in den Fünfzigern. Das Kindermädchen Verena, spezialisiert auf den Umgang mit besonders schwierigen Kindern, tritt ihre neue Stellung an. Der neunjährige Jakob, der zusammen mit seinem Vater, einem Bildhauer sowie einem mürrischen Hausmeister ein äußerst prunkvolles Landhaus nebst riesigem Park bewohnt, ist seit dem Tod seiner Mutter verstummt, und sein verzweifelter Vater sieht in Verena die letzte Hoffnung, seinen Sohn wieder zum Sprechen zu bringen. Zunächst jedoch bleiben sämtliche Versuche Verenas vergeblich; der Junge entzieht sich ihr und lauscht immer wieder an einer Wand, aus der er offensichtlich etwas zu hören glaubt. Als eine wie aus dem Nichts auftauchende ältere Hausangestellte Verena ermuntert, ein Kleid der Verstorbenen anzuprobieren und dem hinzu kommenden Hausherrn die verblüffende Ähnlichkeit Verenas mit seiner verstorbenen Frau auffällt, eskalieren die Ereignisse. Schon bald sieht sich Verena außer Stande, zwischen Einbildung und Realität zu unterscheiden…

© Ascot Elite

Gleich an mehrere Filmklassiker fühlt man sich im Laufe des Films erinnert; aus Rebecca stammt das Motiv der übermächtigen Präsenz einer Verstorbenen, Deborah Kerr, in Schloss des Schreckens die Gouvernante, die sich um zwei verstörte Geschwister kümmern soll, ist eindeutig die Blaupause für Verena, und gleich mehrere Elemente aus diversen Edgar Allan Poe Verfilmungen von Roger Corman (Das Grab der Ligeia, Die schwarze Katze, Der Untergang des Hauses Usher) sind ebenfalls unübersehbar. Wer also dezenten „Grusel“ (s.o.) ohne jegliches Blutvergießen ebenso zu schätzen weiß wie geschmackvolle Dekors und eine morbide Atmosphäre, kommt hier durchaus auf seine Kosten.

Wer allerdings von solch einem Film auch halbwegs überzeugende Charaktere, deren nachvollziehbare Handlungsweisen, vor allem jedoch so etwas wie Spannung erwartet, wird bitter enttäuscht. Viel zu gemächlich und ereignislos plätschert die Handlung dahin, und der späte, vor allem jedoch aufgesetzt und unmotiviert wirkende Ausflug in erotische Gefilde erscheint wie der verzweifelte Versuch, den Zuschauer aus seiner Lethargie zu wecken. Schade um die eigentlich soliden Darsteller – neben Emilia Clarke ist es vor allem Marton Csokas als Witwer – die gegen ein fades Drehbuch ankämpfen müssen, das die von ihnen verkörperten Charaktere seltsam leblos und künstlich wirken lässt.


  • Bildformat: DVD 16/9, Cinemascope
  • Untertitel
  • Ton: Deutsch DD 5.1, DTS-HD 5.1, Englisch,
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