Personal Shopper

Land: Frankreich 2016
Regie: Olivier Assayas
Mit: Kristen Stewart, Lars Eidinger, Sigrid Bouaziz, Anders Danielsen Lie, Nora von Waldstätten, Benjamin Biolay
Label: Weltkino
Veröffentlichung: 23.6.2017
FSK: 12

Ein Beitrag unseres Personal Watchers Julian Dax:

© Weltkino

Wenn man Kristen Stewart eines nicht absprechen kann, dann ist es Mut. Nach der weltweiten Hysterie rund um die „Twilight“-Filme drehte sie mit „Snow White and the Huntsman“ zwar noch einen moderaten Blockbuster, doch seitdem sieht man sie vornehmlich in kleineren, eher unkommerziellen Filmen.
Und dem französischen Regisseur Olivier Assayas scheint sie besonders zu vertrauen, ist doch Personal Shopper nach Die Wolken von Sils Maria bereits sein zweiter Film mit ihr in der Hauptrolle.

Maureen führt eine Art Doppelleben in Paris; eigentlich betrachtet sie sich als Medium und ist überzeugt davon, dass es eine Verbindung zwischen den Lebenden und den Toten gibt. Ihr Geld jedoch verdient sie als persönliche Einkäuferin einer ebenso reichen wie zickigen Society-Schnepfe. Maureens Zwillingsbruder, ebenfalls medial begabt, hat ihr kurz vor seinem Tod das Versprechen abgerungen, den Kontakt auf gar keinen Fall abreißen zu lassen, sollte eines der Geschwister vorzeitig sterben. Und so wartet Maureen ganz allein in einem düsteren Haus auf ein Zeichen ihres Bruders. Dieses Zeichen erhält sie dann auch prompt, doch ist es wirklich ihr Bruder, der sich da meldet oder hat sie etwas herauf beschworen, das nicht zu kontrollieren ist? Jedenfalls geschehen von nun an Dinge, die weder für die Protagonistin noch für den Zuschauer so ohne Weiteres zu erklären sind…

Eine Geistergeschichte im Gewand eines Arthouse-Films? Kann das funktionieren? Für etliche Zuschauer in Cannes, wo der Film im vergangenen Jahr seine Premiere hatte, war das offensichtlich inakzeptabel, denn sie buhten Film und Regisseur kräftig aus – was die Jury nicht beeindruckte, denn Assayas erhielt zum Schluss immerhin den Preis für die beste Regie. Und nach dem Anschauen muss man dieser eigenartigen Mischung aus Geistergeschichte, psychologischem Thriller und ungewöhnlicher Liebesromanze zugestehen, dass sie funktioniert und über weite Strecken fesselt, auch wenn man als Zuschauer nicht immer so genau sagen kann, was eigentlich passiert und vor allem warum es passiert.

© Weltkino

Einen Gutteil seiner Wirkung erzielt der Film wohl deshalb, weil Assayas seine Geschichte absolut ernst nimmt und keinen einzigen Moment  irgendwelche ironische Brechungen zulässt; den größten Anteil an der Überzeugungskraft einer im Grunde eher unglaubwürdigen Ausgangssituation hat allerdings Kristen Stewart, die praktisch in jeder Einstellung zu sehen ist und zudem häufig allein agieren und reagieren muss – wenn man einmal von einem unheimlichen Stalker am Smartphone absieht. Dabei spielt sie nicht etwa das typische hilflose Opfer, das hysterisch schreiend vor einem Psychopathen wegläuft, sondern eine zwar zutiefst verunsicherte, letztlich aber doch starke Frau, die am Ende des Films zu einer Erkenntnis gelangt, die den Zuschauer wohl noch eine ganze Weile beschäftigen wird.

Alles in allem gehört Personal Shopper zu den Filmen, die man sich gleich nach dem Abspann am liebsten noch einmal anschauen möchte, um beim zweiten Mal all die im Laufe der Handlung eingestreuten Andeutungen und Querverweise entsprechend zu verstehen und ins Gesamtbild einzufügen. Äußerst beeindruckend!


Technische Daten DVD:

Länge: 101 min
Bild: 2,40:1
Ton: Deutsch (5.1 DD, Stereo DD), Englisch (5.1 DD)
Untertitel: Deutsch
Extras: Interview mit Kristen Stewart, Expertengespräch, Zusätzliche Szene: Spiritismussitzung in Jersey, Audiodeskription für Sehbehinderte, Trailershow, Wendecover

Technische Daten Blu-ray:

Länge: 105 min
Bild: 2,40:1 (1080p/24) Full HD
Ton: Deutsch (5.1 DTS-HD MA, Stereo DTS-HD MA), Englisch (5.1 DTS-HD MA)
Untertitel: Deutsch
Extras: Interview mit Kristen Stewart, Expertengespräch, Zusätzliche Szene: Spiritismussitzung in Jersey, Audiodeskription für Sehbehinderte, Trailershow, Wendecover

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Eine Antwort zu Personal Shopper

  1. Pingback: Kristen Stewart auf Höchstniveau. Kritik: Personal Shopper – filmexe

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