Alien: Covenant

Land: USA/GB 2017
Laufzeit: 122 min
Regie: Ridley Scott
Mit: Michael Fassbender, James Franco, Katherine Waterston, Noomi Rapace, Guy Pearce, Billy Crudup, Carmen Ejogo, Danny McBride, Demián Bichir, Amy Seimetz, Jussie Smollett, Callie Hernandez, Nathaniel Dean
Kinostart: 18.5.2017

Ein Beitrag unseres terrestrischen Korrespondenten Julian Dax:

© 2017 Twentieth Century Fox

Als im Jahre 1979 ein mit relativ bescheidenem Budget gedrehter Film mit dem Titel Alien in die Kinos kam, sah sich der deutsche Filmverleih gezwungen, ihm den zusätzlichen Titel Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt zu verpassen, so wenig Vertrauen hatte man in Ridley Scotts Hybrid aus Science Fiction und Horror, der sich im Laufe der Zeit zu einem wahren Kultfilm entwickeln sollte.

Originales Werbematerial von 1979, zum Vergrößern klicken:


38 Jahre und 4 Fortsetzungen später – die unsäglich doofen Alien vs. Predator-Filme nicht mit eingerechnet – hat sich die im Grunde recht einfache Geschichte um eine Gruppe Weltraumfahrer, die auf eine äußerst aggressive, schier unbesiegbare fremde Rasse stößt, zu einer der erfolgreicheren Filmreihen entwickelt, die nun mit Alien: Covenant weitergeführt wird.

Das Kolonieschiff „Covenant“ ist mit 2.000 Siedlern, 1.400 Embryonen und 14 Besatzungsmitgliedern an Bord unterwegs zu einem weit entfernten Planeten. Der Einzige, der sich nicht im Tiefschlaf befindet, ist der Androide Walter, eine Weiterentwicklung von David, den man bereits aus dem Vorgängerfilm Prometheus kennt. Die Crew wird von von einem menschlich anmutenden Signal aus dem Tiefschlaf geholt, das von einem bisher unentdeckten Planeten kommt. Da dieser Planet ebenfalls eine solch erdähnliche Beschaffenheit aufweist wie das ursprüngliche Ziel und zudem noch viel näher liegt, beschließt der Kapitän, trotz Bedenken seitens einiger Crewmitglieder, diesen Planeten anzusteuern. Für den Großteil der Besatzung wird es eine Reise ohne Wiederkehr…

Natürlich haben Kenner der bisherigen Alien-Mythologie es längst gemerkt: Bereits diese ganz kurze Zusammenfassung der Handlung – mehr zu verraten würde beinahe zwangsläufig zu Spoilern führen – erinnert doch sehr stark an den Ursprungsfilm, und das ist von Ridley Scott auch so beabsichtigt. Selbst heute noch scheint er leicht irritiert zu sein, dass man weder für die 8 Jahre später entstandene Fortsetzung Aliens – ein gewisser James Cameron führte Regie – noch für Alien 3 und Alien: Die Wiedergeburt bei ihm anklopfte. Erst 2012 bekam Scott die Gelegenheit, mit Prometheus eine Art Prequel zum ersten Film zu drehen, der die Fangemeinde allerdings spaltete. Manche bemängelten den allzu plakativen philosophischen Überbau, andere ärgerten sich über das offene Ende.

© 2017 Twentieth Century Fox

Insofern muss man Alien: Covenant als Fortsetzung der in Prometheus angeschnittenen, größtenteils unbeantworteten Motive und Handlungselemente betrachten. Nun ist das mit Prequels natürlich so eine Sache; weder George Lucas noch Peter Jackson ist es wirklich gelungen, ihren ursprünglichen Trilogien irgendetwas Nennenswertes hinzuzufügen, sondern sich lediglich zu wiederholen, und auch Prometheus konnte, wie bereits erwähnt, die hohen Erwartungen absolut nicht erfüllen. Die gute Nachricht ist, dass Covenant im Gegensatz dazu funktioniert, was vor allem daran liegt, dass Scott auf die Elemente zurückgreift, die vor allem die ersten beiden Filme auszeichnen und sie bis heute sehenswert machen: Eine sich konstant nach oben bewegende Spannungskurve, eindrucksvolle Schauplätze, tolle Effekte, höchste Sorgfalt bei Bild und Ton und großartige Schauspieler, allen voran natürlich Michael Fassbender in einer Doppelrolle.
Auch wenn man es als Zuschauer diesmal schwerer hat, mit den Protagonisten mitzufiebern, da es schlicht zu viele sind und sich auch zu wenig voneinander unterscheiden, fällt Katherine Waterston in einer Rolle auf, die eindeutig als Hommage an Sigourney Weaver verstanden werden muss; auch hier ist es eine Frau, die zum Endkampf mit dem Monster antreten muss. Und da man heutigen Zuschauern auch mehr zumuten darf als das 1979 der Fall war, seien vor allem sensiblere Gemüter ausdrücklich gewarnt, denn der Splatter-Faktor ist in diesem Film doch um ein Vielfaches angehoben worden.

Ein winziger Spoiler sei am Ende dann doch noch gestattet: Auch diesmal ist nach dem Ende des Films noch nicht Schluss und  eine weitere Fortsetzung erscheint absolut notwendig und unvermeidlich. Wenn sie so gut gelingt wie Covenant, darf man sich bereits jetzt schon darauf freuen.

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Dieser Beitrag wurde unter > Kino-Nostalgie, Horror, SciFi abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Alien: Covenant

  1. Wortman schreibt:

    Ich hoffe, dass ich es am wochenende ins Kino schaffe. Kann es kaum erwarten den Film zu sehen.

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Kritik: Alien: Covenant – filmexe

  3. ainu89 schreibt:

    Ich muss gestehen, dass ich wohl eines der Einhörner bin, denen Prometheus deutlich besser gefallen hat als die vorherigen Filme – sogar besser als der erste „Alien“. Prometheus bot einfach mal etwas Neues und Durchdachtes und nicht einfach nur einen reinen Überlebenskampf. Covenant hat mir also durchaus gefallen aber alles was du positiv daran anmerkst sah ich eher als Rückschritt an. Hier meine Rezension dazu: https://mediaffinblog.wordpress.com/2017/05/21/alien-covenant-filmrezension/

    Gefällt 1 Person

  4. Pingback: Kritik: Alien: Covenant – filmexe

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