Dreckige Spaghetti – Die glorreiche Geschichte des Italowesterns

Titel: Dreckige Spaghetti – Die glorreiche Geschichte des Italowesterns
Autor:
Uwe Killing
Verlag: Hannibal Verlag, Innsbruck, 2012
Umfang: 256 Seiten, Hardcover, 30 x 19.7 cm
ISBN: 978-3-854453826
Preis: € 19,99

westernbuch

Zugegeben, mit klassischen Wild-West-Filmen kann ich nur bedingt was anfangen. Aber Italo-Western haben mich schon immer fasziniert, da sie einen alternativen (oder mehr realistischeren?) Blick auf das Geschehen zur Besiedlung des nordamerikanischen Kontinents gestatten…

Ich wollte mich mal informieren. Ein kurzer Blick in meine gediegene Filmbibliothek half leider nicht wirklich weiter: Joe Hembus‘ legendäres Westernlexikon sowie das Buch Western-Kino (Roloff/Seeßlen) listen Italowestern nur am Rande auf. Und Ulrich P. Bruckners längst vergriffenes StandardWerk Für ein paar Leichen mehr –  Der Italo-Western von seinen Anfängen bis heute besitze ich leider nicht.

Als derzeit einzig lieferbare Sekundärliteratur hält der Hannibal-Verlag den schweren Band Dreckige Spaghetti – Die glorreiche Geschichte des Italowesterns bereit, den mir mein Buchhändler innerhalb eines Tages besorgte.
Dass der Autor den Nachnamen Killing hat, ist eher Zufall, dass das Buch im zum Genre passenden Breitwandformat produziert wurde, natürlich nicht😀.

Aber Obacht: Wer jetzt ein Lexikon erwartet, das die rund 500 Italowestern ab 1964 von A bis Z auflistet, wird enttäuscht. Der Autor nähert sich vielmehr diesem europäischen Sub-Genre in ausführlichen thematischen Kapiteln, deren Titel für sich sprechen:

  1. Die Historie
  2. Der Stil
  3. Die Helden
  4. Die Frauen
  5. Der Mythos

Iris Berben (20) und Tomás Milián in Zwei Companeros

Es folgen ein Interview mit Quentin Tarantino zu Django Unchained und ein mehr als 50seitiges Lexikon des Spaghetti-Westerns mit Personen, Phänomenen und Geschichten. Eine Galerie bietet sodann großformatige Szenenbilder und Plakate. Die Bestenliste führt 25 italienische Meisterwerke auf und das Personenregister erleichtert die gezielte Suche (auch nach Fotos).

Als fankompatible Zugaben liegen dem Band bei:

  • Ein Poster mit dem Titel Die Blüte des Italo-Western, das die wichtigsten Filme von 1964 bis 1979 anhand einer Art Stammbaumkaktus auflistet
  • Ein Nachdruck des Heftes Illustrierter Film-Kurier, welches 1965 zum Film Für ein paar Handvoll Dollar mehr in den Kinos verkauft wurde

Das Breitwandbuch Dreckige Spaghetti – Die glorreiche Geschichte des Italowesterns kann allen Liebhabern des Genres empfohlen werden.
Es wurde mit Sachverstand und Liebe zum Detail zusammengestellt und erfreut den Leser mit vielen informativen Texten, noch mehr Bildern sowie zwei originellen Zugaben.


Einen Fehler im Buch möchte ich abschließend erwähnen: Auf Seite 24 lese ich über Clint Eastwood, dass er in Tarantula einen Bomberpiloten spielt, der für wenige Minuten sein Napalm auf die Invasion der Riesenspinnen abfeuern darf…
Aber in Jack Arnolds Klassiker von 1955 gibt es nur eine Monsterspinne!


Andere Bücher aus dem hannibal-Verlag finden Sie in unserer Filmbibliothek:

roland-emmerich-biografie

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