Trapped – Gefangen in Island

Land: Island 2016
Laufzeit: 510 Minuten
Regie: Óskar Thór Axelsson, Baldvin Zophoníasson, Baltasar Kormákur, Börkur Sigþórsson
Mit: Ólafur Darri Ólafsson, Ilmur Kristjánsdóttir, Ingvar Eggert Sigurðsson
Label
: Studiocanal
Veröffentlichung: 20.3.2017
FSK: 12

Ein Beitrag unseres Vulkaninsel-Experten Julian Dax:

© Studiocanal

Mittlerweile ist der Begriff Nordic Noir nicht nur unter eingefleischten Genrefans ein Garant für einige spannungsreiche Stunden vor dem Fernsehapparat; eine mehrsträngige, komplizierte – oft sogar wahrhaft labyrinthische  – Handlung, undurchsichtige Charaktere, bei denen das altbekannte Schwarz-Weiß-Schema überhaupt nicht greift, privat meist angeschlagene Ermittler und dazu eine im wahrsten Sinne des Wortes kalte und düstere Atmosphäre, eingefangen vorzugsweise in blau-schwarzen Bildern.

In diese Reihe lässt sich auch Trapped – Gefangen in Island problemlos einordnen, wobei diese zehn(!)teilige Serie allerdings hier und da übertreibt bei der Erfüllung der o.a. Kriterien.

Eine dänische Fähre legt im Hafen eines malerischen Dorfs an der nordöstlichen Küste Islands an. Zeitgleich wird ein männlicher Torso in Ufernähe entdeckt, der nur von der Fähre stammen kann. Da ein gewaltiger Schneesturm im Anmarsch ist, kann die eigentlich zuständige Polizei aus Reykjavik nicht anreisen, und auch die Fähre kann nicht wieder ablegen. So müssen der strafversetzte  Kommissar Andri Olafssun und seine beiden Mitarbeiter die Sache selbst in die Hand nehmen. Dabei stechen sie in ein wahres Wespennest aus Neid, Hass, Verdrängung, Geldgier, Eifersucht, Niedertracht und Korruption…

© Studiocanal

Die Ausgangssituation in Trapped ist geradezu klassisch: eine relativ überschaubare Anzahl von Personen, in deren Mitte ein Verbrechen geschieht, ist gezwungen, eine Zeit lang miteinander so lange auszuhalten, bis jemand von Außen erscheint und den Sachverhalt klärt. Und die ersten zwei, drei Folgen halten den Zuschauer auch entsprechend in Atem. Doch je mehr dunkle Geheimnisse ans Tageslicht kommen, je mehr Verdächtige ins Zentrum rücken, nur um kurz darauf wieder zu verschwinden, je mehr die Serie mit Rückblenden und Wiederholungen aufwartet, desto mehr stellt sich beim Zuschauer ein gewisses Desinteresse ein, entsteht bei ihm der Eindruck, hier würde lediglich möglichst viel Zeit geschunden. Keine Frage – die Aufnahmen einer durch und durch feindseligen Natur, verbunden mit einer von Anfang an spürbaren unheilvollen Atmosphäre, sind wirkungsvoll, doch bei ca. 500 Minuten Gesamtlaufzeit erlahmt selbst das Interesse des gutwilligsten Zuschauers an wirbelnden Schneeflocken, heulendem Wind, Finsternis und geradezu spürbarer Kälte.

Und ob das für Tourismus zuständige Amt auf Island die Serie als Anreiz begrüßt, die momentan schwer angesagte Insel zu besuchen, ist ebenfalls fraglich, denn nach dem Anschauen kommt sicherlich nicht nur der Rezensent zu dem Fazit: Da möchte ich nicht einmal begraben sein.


Technische Daten DVD:

  • Bild: 1,78:1 anamorph
  • Sprachen/Ton: Deutsch 5.1 Dolby Digital, Isländisch 5.1 Dolby Digital

Technische Daten Blu-ray:

  • Bild: 1,78:1 1080/50i Full HD
  • Sprachen/Ton: Deutsch 5.1 DTS-HD (Master Audio), Isländisch 5.1 DTS-HD (Master Audio)
  • Untertitel: Deutsch
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