Affenkönig

Land: Deutschland/Schweiz 2016
Regie: Oliver Rihs
Laufzeit: 98 min.
Mit: Hans-Jochen Wagner, Samuel Finzi, Oliver Korittke, Marc Hosemann, Jule Böwe, Jytte-Merle Böhrnsen, Tijan Marei, Jakob Schmidt
Label: Port-au-Prince
Veröffentlichung: 28.3.2017
FSK: 16

Ein Beitrag unseres alten Herren Julian Dax:

© Port-au-Prince

Kennst du den Unterschied zwischen einem Kühlschrank und einer Frau?
Der Kühlschrank furzt nicht, wenn man die Gurke rausholt!
Brüller, oder? Ganze vier (!) Autoren waren am Drehbuch von Affenkönig beteiligt, aus dem der zitierte „Witz“ stammt, der übrigens noch zu den besseren „Gags“ gehört…

20 Jahre sind vergangen, seit sich vier Freunde (?) zum letzten Mal gesehen haben. Nun ist einer von ihnen offensichtlich zu viel Geld gekommen und lädt die anderen drei samt Familienanhang in ein hochherrschaftliches Landhaus in Frankreich ein, um dort seinen 45. Geburtstag zu feiern und sein neues Leben zu demonstrieren, das er ausschließlich nach dem Lustprinzip zu gestalten gedenkt. In seinem Fall bedeutet das natürlich Sex, Drugs & Rock´n´Roll, wobei letzterer nur ganz am Rande ein Rolle spielt. Die alten Kumpels samt Begleitung erscheinen und eine ebenso vorhersehbare wie auch ziemlich öde Abfolge von äußerst peinlichen und spätpubertären Episoden nimmt ihren Lauf, die so gut wie alle zu heftigem Fremdschämen einladen…

Man weiß beim besten Willen nicht, worüber man sich mehr wundern soll: Wie kommt jemand dazu, so etwas zu finanzieren? Warum geben sich eigentlich talentierte Fernsehschauspieler für so einen Murks her? Weshalb glaubt ein Filmverleih ernsthaft, ein solches Machwerk würde Zuschauer ins Kino locken? Auf keine einzige dieser Fragen erhält man eine auch nur ansatzweise plausible Antwort.

© Port-au-Prince

Natürlich orientiert sich Affenkönig an Vorbildern wie „Hangover“, ohne jedoch deren Sinn für wahre Absurditäten oder wirkliche Überraschungen zu entwickeln. Vor allem jedoch krankt der Film an dem absolut unsympathischen Personal; bis auf die beiden Teenager, eine Gruftie-Tochter und ein vorgeblilch herzkranker Sohn, gehen einem alle anderen Figuren von Anfang an derart auf den Keks, dass man bei deren diversen Missgeschicken lediglich Schadenfreude empfindet, und das allein ist auf Dauer einfach nicht komisch. Zudem wird man auch den Eindruck nicht los, der Regisseur wolle auch noch um so etwas wie Verständnis und Sympathie für seine armseligen Verlierer und deren verkorkstes Leben werben. Und wenn sich der Film dann zu seiner halbwegs unerwarteten Pointe geschleppt hat, beschleicht einen das Gefühl, wieder einmal kostbare Lebenszeit vergeudet zu haben…

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