Das Tagebuch der Prinzessin Leia

Buchtitel: Das Tagebuch der Prinzessin Leia – Eine Liebesgeschichte aus den Anfangstagen von Star Wars
Autorin: Carrie Fisher (Übersetzung: Kirsten Borchardt)
Verlag: hannibal, März 2017
Umfang: 320 Seiten, Hardcover, 15,9 x 23,8 cm
ISBN: 978-3-85445-625-4 (E-Buch: 978-3-85445-626-1)
Preis: € (D) 19,99 / € (A) 20,60

Ein Beitrag unseres Jedi-Ritters Julian Dax:

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Was geschieht nur? Wie kamen wir hierhin? Wo ist überhaupt hier? Und wie lange wird es anhalten? Was ist überhaupt es? Habe ich es verdient? Wie verändert es mich? (…)
Soweit Carrie Fisher als 19jährige unsichere Schauspielanfängerin, die sich nach dem sensationellen Erfolg von Star Wars plötzlich und vor allem vollkommen unvorbereitet im Mittelpunkt des filmischen Universums findet, ohne zu begreifen, wie ihr geschieht: Wir hatten diesen kleinen Low-Budget-Film gedreht (…) Wir hatten einen Film abgekurbelt, von niemand wahrgenommen und unter der Regie eines bärtigen Typen aus dem kalifornischen Modesto. So was kann die Leute doch nicht dazu bringen, mit einer Puppe von dir spielen zu wollen, oder?

Während Carrie Fisher im englischen Sprachraum bereits lange vor ihrem ebenso plötzlichen wie auch viel zu frühem Tod Ende Dezember 2016  als Autorin geschätzt wurde, fanden einige ihrer Bücher erst posthum den Weg zu einer deutschen Übersetzung. Und so ist nun – kurz nach Vom Erwachen der Nacht – auch ihr wohl definitiv letztes Buch Das Tagebuch der Prinzessin Leia bei uns erschienen. Der eigentliche Schreibanlass war der, dass Carrie Fisher vor nicht allzu langer Zeit einige ihrer eigenen Aufschriebe fand, die sie 1976 während der Dreharbeiten zu „Star Wars“ in England verfasst hatte.

Diese Aufschriebe beinhalten Carrie Fishers sehr persönliche Gedanken und Gefühle, die sich in erster Linie darum drehen, wie sie sich in ihren Co-Star Harrison Ford verliebte: „Mürrisch und verächtlich, ein wahrer Marlboro-Mann. Ein Typ, der das Bier kippt und die Dose isst. Ein großer Kerl mit kultiviertem Grinsen. Einer, auf den man zählen kann bei Ablehnung oder Verschwinden. Ich erkannte sofort, dass er ein Fund war. Er, der wusste, man musste grausam sein, um zu lieben. Trotzdem war er der liebenswürdigste Mensch, der mir je begegnete.“

Diese Aufzeichnungen eines verliebten Teenagers, aus denen man – bei allen hormonellen Turbulenzen – bereits Carrie Fishers stets durchschimmernde ironische Brechungen erkennen kann, bilden den mittleren Teil des Buches und sind eingebettet in ein Davor , d.h. dem „Leben vor Leia“, und ein Danach, was in diesem Fall Carrie Fishers Rückkehr zu der Rolle 40 Jahre später bedeutet, die sie zeitlebens als Fluch und Segen zugleich empfand.

Wie bereits in ihrer Autobiographie Vom Erwachen der Nacht, beschreibt sie vor allem im letzten Drittel des vorliegenden Buches voller Witz und (Selbst-)Ironie ihren lebenslangen Kampf um Selbstwahrnehmung und die Schwierigkeiten, die Erwartungen von Fans nicht allzu sehr zu enttäuschen: „Ich möchte das nicht zur Gewohnheit werden lassen, aber dieses eine Mal unterschreibe ich mit Prinzessin Leia. Aber Sie wissen schon, dass ich sie nicht wirklich bin? Ich mag zwar der Figur ähneln, die aber nur auf der Leinwand und nicht als realer Mensch existiert – tja, vielleicht ähnel ich ihr auch nicht mehr so, wie es einmal der Fall war, doch eine ganze Zeit lang sah ich in der Tat  genau wie sie aus.“

Alan Tepper als Übersetzer gelingt das Kunststück, Carrie Fishers O-Ton genau zu erfassen und ohne wesentliche Verluste ins Deutsche zu übertragen, wobei er an einigen Stellen auch unaufdringlich zusätzliche Erklärungen liefert.

Und wenn Carrie Fisher am Ende die Frage zu beantworten versucht „Was wäre Ihrer Meinung nach aus Ihnen geworden, wären Sie keine intergalaktische Prinzessin geworden?“, so lautet ihr Fazit ganz lapidar: „Ich wäre „Ich“ geworden. Sie wissen schon, Carrie. Einfach nur ich.“


Andere Bücher aus dem hannibal-Verlag finden Sie in unserer Filmbibliothek:

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