The James Bond Archives

Buchtitel: The James Bond Archives
Autor: Paul Duncan [Hrsg.]
Verlag: TASCHEN, 2016
Umfang: Hardcover, 33,7 x 24,6 cm, 624 Seiten, deutsche Übersetzung im Beiheft
ISBN: 978-3-8365-5183-0
Preis: 49.99  Euro

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Eine der dienstältesten Filmreihen im Kino sind unbestritten die Abenteuer des britischen Geheimagenten mit der Nummer 007 – namentlich James Bond. Der britische Schriftsteller Ian Fleming publizierte 1953 den ersten Roman und auf der Leinwand war der Spion mit der Lizenz zum Töten dann ab 1962 aktiv.
Im Bond-Imperium regierte schon immer der Superlativ: Die schönsten Frauen, die fiesesten Schurken, die edelsten Locations, die abgedrehtesten Waffen und Werkzeuge sowie die schnellsten Autos. So war es auch für den TASCHEN-Verlag selbstverständlich, den schwersten, umfangreichsten und opulentesten Bildband über alle James Bond-Filme zusammenzustellen.

Ein kurzer Blick zurück: Exakt 26 Kinofilme erzählen Bonds Abenteuer, wobei man dem Buch zugute halten muss, nicht nur die „offiziellen“ Abenteuer, sondern auch das Kasperletheater Casino Royale (1967) und die Connery-Spätgeburt Sag niemals Nie (1983) gleichwertig zu berücksichtigen.
Da sich die Filme über mehr als 5 Jahrzehnte erstrecken, waren sechs Darsteller (ohne die Mimen im o.g. Casino Royale von 1967) im Auftrag ihrer Majestät tätig, die ich gleich hier mit einem charakteristischen Zitat aus dem Mammutwerk aufzählen möchte:

  • Sean Connery 7 x:
    Aus der Sicht eines Schauspielers war Bond fürchterlich problematisch. Er hat keine Mutter. Er hat keinen Vater. Er kommt von nirgendwo. Er war nirgendwo, bevor er 007 wurde. Er wurde mit 33 Jahren geboren.
  • George Lazenby 1 x:
    Die Chancen standen gut, dass ich die Rolle bekäme, weil ich sie mehr begehrte als jeder andere.
  • Roger Moore 7 x:
    Ken ist einer der größten Filmausstatter aller Zeiten. Aber bei Bond wird alles in die Luft gejagt, was recht traurig ist.
  • Timothy Dalton 2 x:
    Ich wollte bei Bond dieses zeitweilige Gefühl der Verletzbarkeit erfassen. Er bleibt in sehr hohem Maße ein Mann, doch er ist angeschlagen – er ist nicht vollkommen.
  • Pierce Brosnan 4 x:
    Ich finde, es war sehr gewagt von ihnen, dass sie Bond in Gefangenschaft geraten, gefoltert und jeglicher Identität beraubt werden ließen.
  • Daniel Craig 4 x:
    Ich hatte ein Stuntdouble. Ich machte die Teile, die wehtaten. Er machte die Teile, die verdammt wehtaten. Aber so ist das nun mal mit Bond. Er blutet, fällt und steht wieder auf.
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Sean Connery und Ursula Andress     © TASCHEN

Kommen wir zum Buch: Satte 4.4 Kilogramm bringt der Wälzer auf die Waage – wahrlich kein Handbuch zum Schmökern auf Zugreisen oder entspannt auf der Couch blättern. Vielmehr setzt die Lektüre eine stabile Grundfläche in der Größe zweier Langspielplatten (jüngere Leser klicken hier) voraus, will man den schweren Band aufgeblättert liegen lassen, um den Inhalt zu genießen.
Apropos Sprache: The James Bond Archives ist in englischer Sprache verfasst – wer damit Probleme hat, kann im mitgelieferten 132-seitigen Begleitbuch (mit den gleichen Abmessungen!) die deutschen Texte verwenden. Anfängliche Schwierigkeiten, zwischen beiden Bänden hin- und herzuwechseln, verschwinden schnell, wenn man einmal intensiv ins Bond-Universum eingetaucht ist. Denn was hier geboten wird, geht weit über den Umfang anderer 007-Begleitbücher hinaus!

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Roger Moore am Set von LIVE AND LET DIE   
© 1973 Danjaq, LLC and United Artists Corporation. All rights reserved.

Blättern wir einfach mal durch die schweren und durchgehend farbig illustrierten Seiten. Das erfreut den geneigten Leser:

  • Ein Inhaltsverzeichnis – zu jedem Bond-Film finden wir hier ein Motiv aus der Titel- oder Eingangssequenz, die Maurice Binder zwischen 1962 und 1989 gestaltete.
  • Ein Vorwort der Produzenten Michael J. Wilson und Barbara Broccoli
  • Eine Einführung des Herausgebers Paul Duncan, der sich für diesen Band ganze zwei Jahre durch die Archive der Produktionsfirma EON wühlte
  • Ein Artikel über den Autor Ian Fleming mit einem langen Interview (Playboy, 1964) und Cover-Abbildungen seiner James Bond-Romane

Es folgen Artikel über die insgesamt 26 Kinofilme mit folgenden Inhalten:

  • Ein ganzseitiges Foto zur Einleitung, eine Seite mit den Credits, zwei Seiten mit den legendären Eingangssequenzen sowie eine kurze Inhaltsbeschreibung des Films
  • Fotos aus den Filmen, Fotos von den Dreharbeiten und Fotos von den Machern vor und hinter der Kamera
  • Hintergründige Artikel zum Entstehen jedes Abenteuers
  • Interviews mit Crewmitgliedern und Schauspielern
  • Drehpläne, Verträge und weitere Dokumente zur Produktion
  • Skizzen des Film-Architekten Ken Adam, er schuf die Interieurs von 7 Bond-Filmen
  • PR-Fotos zu den Filmen
  • Aufnahmen von Bond-Girls, Schurken und wichtigen Nebencharakteren
  • Nicht umgesetzte Entwürfe und alternative Drehbuchversionen
  • Und immer wieder Zitate von Kreativen vor und hinter der Kamera (siehe oben)
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Daniel Craig in eisiger Aktion     © TASCHEN

Als Zugaben finden sich am Ende des Buches:

  • Eine bebilderte Chronologie der Ereignisse zwischen 1953 und 2015
  • Ein Index mit Namen, Orten und Filmtiteln
  • Eine kurze Bibliografie ohne deutsche Übersetzung

The James Bond Archives ist mit seinen mehr als 1100 brillanten Abbildungen das ultimative Filmbuch zum Agenten 007, das ganz viele Geschichten erzählt.
Der hochwertige Bildband ist der Beweis dafür, dass gedruckte Bücher noch lange kein Auslaufmodell sind. Das schwere Meisterwerk aus dem TASCHEN-Verlag ist ein bibliophiles Wiedersehen mit über 50 Jahren Agentenkino und macht massiv Lust, sich die Filme gleich noch mal anzusehen oder neu zu entdecken. Kaufempfehlung!


Andere Filmbücher aus dem TASCHEN-Verlag finden Sie in unserer Filmbibliothek:

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Eine Antwort zu The James Bond Archives

  1. Laura Palmer schreibt:

    Das ist ja ein Über-Buch! Eine 007-Bibel!
    Mal sehen, welche Buchhandlung solch einen Totschläger zum Durchblättern vorrätig hat?

    Gefällt 1 Person

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