A Cure for Wellness

Land: USA/Deutschland 2017
Laufzeit: 146 min
Regie: Gore Verbinski
Mit: Dane DeHaan, Mia Goth, Jason Isaacs, Adrian Schiller, Celia Imrie, Carl Lumbly, Lisa Banes, Johannes Krisch, Godehard Giese, Susanne Wuest
Kinostart: 23.2.2017

Ein Beitrag unseres Drogenbeauftragten Julian Dax:

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© 2017 Twentieth Century Fox

Es gibt Filme, da wüsste man gerne, welche legalen oder illegalen Substanzen die Verantwortlichen eingenommen haben, um etwas derart Hanebüchenes zu produzieren. Um einen solchen Film handelt es sich bei A Cure For Wellness (= Ein Heilmittel gegen Wohlbefinden).

Zitieren wir doch einfach einmal die knappe Inhaltsangabe in der Einladung zur Pressevorführung: „Ein junger, ehrgeiziger Manager wird beauftragt, den Vorstandsvorsitzenden der Firma von einem idyllischen aber mysteriösen „Wellness-Center“ zurückzuholen, das sich in einem abgelegenen Ort in den Schweizer Bergen befindet. Schon bald vermutet er, dass die wundersamen Anwendungen des Spas nicht das sind, was sie zu sein scheinen. Als er beginnt, die erschreckenden Geheimnisse aufzudecken, wird sein Verstand auf eine harte Probe gestellt: bei ihm wird die gleiche seltsame Krankheit diagnostiziert, die alle anderen nach Heilung verlangenden Gäste dort festhält.

Klingt doch eigentlich ganz vielversprechend, oder? Leider muss man jedoch schon nach kurzer Zeit des insgesamt 146 (!!!) Minuten langen „Psycho-Thrillers“, als welcher der Film beworben wird, feststellen, dass es sich um einen ganz und gar ungenießbaren Cocktail handelt, der einem hier kredenzt wird, und diese Metapher ergibt hier insofern besonders Sinn, als irgendwelchen seltsamen Flüssigkeiten, die den Patienten im Film ständig verabreicht werden, eine gewichtige Rolle zukommt.

Doch kehren wir für einen Moment zur o.a. Inhaltsangabe zurück und schauen uns einige der dort verwendeten Schlüsselbegriffe etwas genauer an: Schweizer Alpen? Klinik? Junger Mann? Festhält? Sollte dem literarisch bewanderten Kinogänger dabei Thomas Manns Der Zauberberg in den Sinn kommen, hätte man bereits eine mögliche Inspirationsquelle identifiziert. Wer es lieber popkulturell mag, fühlt sich vielleicht auch an den Song Hotel California von den Eagles erinnert, der Beschreibung einer dekadenten Gesellschaft, gefangen in ihren eigenen maßlosen Wünschen und Begierden: „You can check out any time you want, but you can never leave.“

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© 2017 Twentieth Century Fox

Vielleicht würde der Film funktionieren, hätte sich Gore Verbinski darauf konzentriert, tatsächlich eine Art von moderner Version vom „Zauberberg“ zu drehen, aber irgendjemand bzw. irgendetwas (s. „Substanzen“) muss dem Regisseur der amerikanischen Fassung von „Ring“, „Piraten der Karibik“ und (leider auch!) „Lone Ranger“ davon überzeugt haben, es müsse noch eine gehörige Portion Horror in die Mischung, und zwar vor allem Elemente des guten alten britischen „Hammer-Horrors“ aus den 60er-Jahren.

Als Kenner dieses mittlerweile legendären Filmstudios kann man sich im Verlauf des Films die Zeit damit vertreiben, diese in den Remakes von „Dracula“, „Frankenstein“, usw. immer wieder auftauchenden Elemente im Geiste abzuhaken, als da wären: düstere Gewölbe, finstere Gestalten, Menschenversuche, unheilvolle Familienchronik, geheimnisvolles Mädchen, eklige Wasserbewohner, rauschender Ball mit maskierten Gästen, Feuer – wobei diese Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Lediglich die Folter mit dem Zahnarztbohrer stammt aus keinem Hammer-Film; die ist aus John Schlesingers Der Marathon Mann geklaut. Ach ja, und den Umstand, dass für Bruchteile einer Sekunde der prosthetische Penis von Jason Isaacs zu sehen ist, der den diabolischen Klinikchef spielt, kann man wohl als modernes Zugeständnis betrachten.

Natürlich kann der Film mit gewissen Schauwerten aufwarten, und auch den Darstellern, vor allem Dane DeHaan, der den ganzen Film praktisch trägt, muss man bescheinigen, dass sie engagiert zur Sache gehen, doch die Geschichte ist derart lachhaft und abstrus, dass – um ein letztes Mal die Presseeinladung zu zitieren – nicht nur der Verstand der Hauptfigur „auf eine harte Probe gestellt“ wird, sondern in erster Linie der des Zuschauers.

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2 Antworten zu A Cure for Wellness

  1. Morgen Luft schreibt:

    Och schade. Ich erhoffe mir ja etwas mehr davon, auch wenn ich ihn nicht im Kino besuchen werde.

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  2. Wortman schreibt:

    *autsch* Geht mir auch gerade so MorgenLuft. Ich denke, ich spare mir da das Kino und warte, bis man ihn auf anderem Wege schauen kann…
    Ich vertraue zwar keinen Trailern aber ich dachte, das könnte was werden…

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