BARBRA

Buchtitel: BARBRA – Streisands frühe Jahre in Hollywood: 1968 – 1976
Autoren: Steve Schapiro & Lawrence Schiller
Verlag: TASCHEN, 2016
Umfang: Hardcover, 26,5 x 37,4 cm, 336 Seiten, deutsche Übersetzung als Beiheft
ISBN: 978-3-8365-6367-3
Preis: 49.99  Euro

Ein Gastbeitrag von Julian Dax:

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© TASCHEN

Seit vielen Jahren bereits freuen sich Freunde bestimmter Filmschaffender und Musiker, wenn der TASCHEN-Verlag ein neues Buch veröffentlicht, wissen sie doch, was sie erwartet: ein großformatiges, schweres, opulent bebildertes Werk, dessen einziger Nachteil darin besteht, dass man relativ schnell ermüdet, wenn man es zu lange in Händen hält.
Nun also Barbra Streisand, wobei man hier einschränken muss, dass sich der vorliegende Band „nur“ mit ihrer Hollywoodkarriere in den Jahren 1968 – 1976 beschäftigt, also mit ihrem Filmdebüt Funny Girl beginnt und dem Remake von A Star Is Born endet.

Die unzähligen Fotos des Buches stammen von Steve Schapiro und Lawrence Schiller und in einem der Begleittexte – das Buch selbst ist die amerikanische Originalausgabe , die deutsche Übersetzung liegt separat als 62-seitige großformatige Broschüre bei – heißt es: „Schapiro und Schiller haben mit der außergewöhnlichen Streisand einiges gemeinsam: Alle drei sind Juden, kamen in Brooklyn zur Welt, alle drei wurden in den 60er-Jahren erwachsen, und alle drei (sic!) bewunderten Barbras Talent. Streisand wusste schon von frühester Jugend an, dass sie etwas Besonderes war und eines Tages „The Greatest Star“ werden würde. Als Schapiro und Schiller sie in den späten 60er-Jahren kennenlernten, waren sie in ihrem eigenen Bereich Stars und halfen ihr, sich als Ikone in der öffentlichen Wahrnehmung zu etablieren.“

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© TASCHEN

Und wenn es je eine Frau verdient hat, guten Gewissens als Ikone bezeichnet zu werden, dann ist es wohl Barbara Joan Streisand, wie der eigentliche Name der am 24. April 1942 in Brooklyn, New York City geborenen Sängerin, Schauspielerin und Regisseurin lautet.

Den Bildern – viele davon bisher unveröffentlicht – merkt man auf jeden Fall an, dass Streisand volles Vertrauen zu den beiden Fotografen hatte; zu einem Zeitpunkt, als es noch nicht üblich war, dass selbst ein drittklassiges Starlet mit eigenem Stylisten zu Fototerminen anrauscht, war Streisand von Anfang an ihr eigener Herr. Sie allein bestimmte, wie sie auszusehen hatte, wobei sie es auch zuließ, dass man sie müde, abgespannt, ohne Schminke und ganz und gar unglamourös ablichtete, und auch solche Bilder enthält das Buch.

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© TASCHEN

Weitgehend bekannt dürfte wohl ihre Weigerung sein, sich ihre Nase, die so überhaupt nicht dem bis zum heutigen Tag landläufigen Schönheitsideal entspricht, operieren zu lassen. Und mit dieser selbstbewussten Haltung ermutigte sie seinerzeit viele Frauen, sich keinem Modediktat zu unterwerfen, sondern zu den eigenen vermeintlichen „Makeln“ zu stehen.

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© TASCHEN

Diese selbstbewusste Haltung äußert sich natürlich auch in Streisands Filmrollen in den Jahren 1968 – 1976, auf die sich der vorliegende Band konzentriert und aus denen die meisten Fotografien stammen. Ob als real existierende Vaudeville-Komödiantin Fanny Brice in Funny Girl, Chaotin in Is´ was Doc? oder linke Politaktivistin in So wie wir waren mit Robert Redford als Partner – stets verkörperte sie Frauen, die sich keinem Mann so einfach beugen, sondern ihren eigenen Weg gehen. Betrachtet man nun die Bilder, bekommt man auch wieder Lust, sich diese Filme aus Hollywoods zweitem Goldenen Zeitalter bei Gelegenheit wieder einmal anzuschauen, so lebendig und faszinierend wirken sie.

Sollten Sie also überlegen, was Sie einem lieben Menschen mit Interesse für Film und Sinn für Ästhetik schenken könnten oder sich eventuell auch selbst für etwas belohnen möchten – mit diesem Buch machen Sie absolut nichts falsch.


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