The Sea of Trees – Liebe wird dich nach Hause führen

Land: USA 2015
Regie: Gus Van Sant
Mit: Matthew McConaughey, Naomi Watts, Ken Watanabe
Label: Ascot Elite Home Entertainment
Veröffentlichung: 13.1.2017
FSK: 12

Ein Beitrag unseres Forstwirts Julian Dax:

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Nicht nur auf potenzielle Selbstmordkandidaten übt der Aokigahara, ein riesiger undurchdringlicher Wald am Fuße des Fujiyama eine enorme Anziehungskraft aus; The Sea Of Trees ist bereits – nach The Forest – der zweite Film innerhalb kurzer Zeit, der sich mit dem sog. „Wald der Selbstmörder“ beschäftigt. War es dort Natalie Dormer, die sich auf die Suche nach ihrer im Wald verschwundenen Zwillingsschwester macht, ist es hier Matthew McConaughey, der seinem Leben ein Ende setzen will.
Arthur Brennan (Matthew McConaughey) begibt sich ohne Gepäck und Rückflugschein nach Japan, nachdem er sein Auto mit steckendem Zündschlüssel am Flughafen abgestellt hat. Ohne Umschweife begibt er sich zu dem berüchtigten Wald und betritt ihn – trotz etlicher Schilder, die den Besucher mahnen, innezuhalten und sich zu besinnen, bevor er sein Leben unwiederbringlich beendet. Auf einer ihm geeignet erscheinenden Stelle setzt er sich auf einen Felsen und nimmt einen kleinen Pillenbehälter aus der Manteltasche. Er schüttet den gesamten Inhalt in seine Hand, überlegt, steckt sich zunächst nur eine einzige Pille in den Mund und kippt den Rest wieder zurück in den Behälter. In diesem Moment erblickt er einen Mann, der wenige Meter vor ihm durch den Wald stolpert und sich offensichtlich kaum mehr auf den Beinen halten kann. Wie selbstverständlich springt Brennan auf und eilt dem Fremden zu  Hilfe. Es handelt sich um einen blutverschmierten Japaner in einem zerrissenen Geschäftsanzug, der seinem Helfer mit letzter Kraft erklärt, er habe sich umbringen wollen, sei jedoch nach zwei Tagen im Wald von diesem Plan abgekommen und finde nun nicht mehr den Weg hinaus. Gemeinsam versuchen nun die beiden kulturell so unterschiedlichen Männer – auch Brennan will von seiner ursprünglichen Idee sich umzubringen nichts mehr wissen – den Weg aus dem unheimlichen Wald, in dem angeblich die Geister der Verstorbenen spuken, zu finden.

Während man den Grund für die geplante Selbsttötung des Japaners sehr schnell erfährt – er erklärt Brennan, er habe seine berufliche Degradierung nicht verkraftet , worüber der Amerikaner nur den Kopf schütteln kann – dauert es eine ganze Weile, bis sich dessen Motiv in Form von diversen Rückblenden offenbart. Der wunderbaren Naomi Watts fällt dabei die relativ undankbare Rolle der karrieregeilen , an ihrem schlappen Ehemann ständig herumnörgelnden Ehefrau zu, für die man erst dann Mitleid empfindet, als – nein, das soll jetzt nicht verraten werden, auch wenn sich dieser Drehbuchkniff in durchaus erwartbaren Bahnen bewegt. Auch das eigentliche Ende des Films soll an dieser Stelle unerwähnt bleiben, nur soviel: Fans von Nicholas Sparks werden ihre helle Freude daran haben…

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Als die Hauptdarsteller mitsamt Regisseur Gus van Sant The Sea Of Trees im Rahmen der Filmfestspiele in Cannes im vergangenen Jahr vorstellten, konnten sie einem leid tun, denn diesen Entrüstungssturm des Publikums haben sie nicht verdient – der galt wohl vor allem dem fragwürdigen Drehbuch; nicht nur ist es überfrachtet mit Klischees eines sich auseinander gelebten Ehepaares („So können wir nicht weiter leben“), es interessiert sich eigentlich auch nur ganz am Rande für die wirklichen Gründe, die einen Menschen in die Depression und letztlich in die Selbsttötung treiben. Vor allem jedoch schlägt der Drehbuchautor im letzten Teil derart absurde Haken, dass dem Zuschauer klar wird, das Ganze sei quasi am Reißbrett entstanden und die Figuren würden so lange hin und her geschoben, bis eine Art von Happy End für den Hauptprotagonisten möglich wird.
Und gegen diesen Gedanken helfen leider auch nicht solch großartige Darsteller wie Watts, McConaughey und der japanische Superstar Ken Watanabe. So bleibt als Fazit, dass zumindest westliche Filmemacher vielleicht die Finger vom Aokigahara lassen sollten, denn auch der anfangs erwähnte The Forest ist alles andere als sehenswert.


Technische Daten DVD:

Laufzeit: 107 Min.
Bildformat: 2,40:1 (16:9 anamorph)
Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch

Technische Daten Blu-ray:

Laufzeit: 107 Min.
Bildformat: 2,40:1 (1080p/25)
Ton: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
Untertitel: Deutsch

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