Puls

Originaltitel: Cell
Land
: USA 2016
Regie: Tod Williams
Mit: John Cusack, Samuel L. Jackson, Isabelle Fuhrmann, Stacy Keach
Label: Concorde Home Entertainment
Veröffentlichung: 17.1.2017
FSK: 16

Ein Beitrag unseres Zombiejägers Julian Dax:

puls_blu-ray

© Concorde Home Entertainment

Eine rein hypothetische Frage am Anfang: Gibt es eigentlich noch Menschen auf der Welt, die nicht wenigstens zeitweise genervt sind von der Allgegenwart von Smartphones und deren die Umwelt größtenteils ignorierenden Benutzern?

Bereits im Jahre 2006 veröffentlichte Stephen King seinen Roman Cell (deutscher Titel: Puls), in dem der erklärte Handyhasser eine wahrhaft apokalyptische Vision heraufbeschwor: was wäre, wenn alle „Smombies“ eines Tages zur gleichen Zeit ein mysteriöses Signal erhielten, das sie in wenigen Sekunden zu hirnlosen mordgierigen Bestien mutieren ließe? Wohl gemerkt: King hatte die Idee, noch bevor Steve Jobs mit seinem mittlerweile auch schon zehn Jahre alten Smartphone auf den Markt kam, damals ging es um simple Handys, mit denen man lediglich telefonieren, texten und fotografieren konnte!

Mit erheblicher Verzögerung erscheint nun die Verfilmung des Romans, an deren Drehbuch King selbst mitgearbeitet hat, und man muss leider feststellen, dass die Bedenken des Filmverleihs, ihn überhaupt zu veröffentlichen und lieber zwei Jahre in der Schublade liegen zu lassen, absolut berechtigt waren.

Dabei fängt der Film so vielversprechend an: Comiczeichner Clay Riddell (John Cusack) muss bei seiner Ankunft auf dem Flughafen in Boston erleben, wie sich sämtliche gerade mit ihrem Smartphone beschäftigten Menschen von einer Sekunde auf die andere in wilde Bestien verwandeln, die übereinander herfallen. Diese Anfangssequenz erinnert an den ähnlich furios gestalteten Anfang von Zack Snyders Dawn Of The Dead, der allerdings ähnlich überzeugend weiterging, während Puls, vor allem in der zweiten Hälfte, immer mehr zerfasert und immer weniger Sinn ergibt, ganz zu schweigen von seinen zahlreichen technischen Mängeln, wie z.B, den viel zu dunklen, miserabel ausgeleuchteten  Bildern in den Nachtszenen sowie äußerst bescheidenen Computereffekten.  Jedenfalls lernt Riddell bei seiner überstürzten Flucht den U-Bahnfahrer und Kriegsveteran Tom McCourt (Samuel L. Jackson) kennen. Zusammen mit einer Nachbarin Riddells machen sie sich nun auf die ebenso beschwerliche wie auch lebensgefährliche Suche nach Riddells Frau und Sohn, während sie feststellen müssen, dass sich die „Phoners“ getauften Mutanten immer weiter zu „entwickeln“ scheinen…

CELL

© Concorde Home Entertainment

Wenn Sie bereits nach diesen wenigen Zeilen stöhnen „Och nöö, nicht noch ein weiterer Zombiefilm!“ liegen Sie natürlich vollkommen richtig, auch wenn der Begriff „Zombie“ kein einziges  Mal fällt und die „Phoners“ mit ihrer Rennerei eher an die Infizierten aus 28 Days Later oder Zack Snyders bereits erwähntes Remake erinnern. Auch wollen sie ihre Opfer nicht beißen, sondern schlicht und einfach töten bzw. „rekrutieren“, wie es an einer Stelle heißt. Dennoch muss sich Puls mit den eben genannten und zahlreichen anderen Filmen dieses Genres messen lassen, und da schneidet er wirklich nicht gut ab.

Während man bereits etlichen von Stephen Kings Romanen und Kurzgeschichten attestieren muss, dass sie mit einer geradezu brillanten Grundidee beginnen, diese aber im Laufe der Handlung verwischen und oftmals ad absurdum führen, ergeht es aus diesen Vorlagen entstandenen Filmen meist noch schlimmer, und da macht auch Puls leider keine Ausnahme, ganz im Gegenteil; war schon der Schluss des Romans so umstritten, dass King persönlich versprach, er werde sich für das Drehbuch ein anderes, besseres Ende einfallen lassen, muss man nach Anschauen der Verfilmung konstatieren, dass der Autor das beim besten Willen nicht geschafft hat, obwohl der Film gleich zwei Enden verpasst bekommen hat, ein „falsches“ und ein „richtiges“, was fairerweise nicht weiter erklärt werden soll.

Fazit: Wer John Cusack und Samuel L. Jackson in einer wesentlich gelungeneren King Verfilmung sehen will, der besorge sich lieber 1408.

Technische Daten DVD:

Bildformat: 2,40:1 (16:9)
Sprache/Ton: Deutsch DTS, Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0
Sprache/Ton: Englisch Dolby Digital 5.1
Sprache/Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte (ausblendbar)
Laufzeit: ca. 94 Minuten + ca. 12 Minuten Bonus:
– Behind-the-Scenes
– Deutscher und Originaltrailer
– Programmtipps
– Wendecover

Technische Daten Blu-ray:

Bildformat: 1080p High Definition 2,40:1 (16:9)
Sprache/Ton: Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1, Dolby Digital 2.0
Sprache/Ton: Englisch DTS-HD Master Audio 5.1
Sprache/Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte (ausblendbar)
Laufzeit: ca. 98 Minuten + ca. 12 Minuten Bonus:
– Behind-the-Scenes
– Deutscher und Originaltrailer
– Programmtipps
– Wendecover

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