The Lady in the Car with Glasses and a Gun

Land: Frankreich/Belgien 2015
Regie: Joann Sfar
Mit: Freya Mavor, Benjamin Biolay, Elio Germano, Stacy Martin
Label: Tiberius-Film
Veröffentlichung: 2.1.2017
FSK: 16

Ein Beitrag unseres Actionspezialisten Julian Dax:

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© Tiberius-Film

Gäbe es einen Preis für einen besonders originellen Filmtitel, dann wäre dieser hier auf jeden Fall ein heißer Anwärter – wenn es ihn nicht bereits gäbe, denn im  Jahre 1970 verfilmte Anatol Litvak unter dem gleichen Titel einen Roman von Sébastien Japrisot. Joann Sfars neue Version hält sich nicht nur genau an die Erstfassung, sie sieht auch so aus, als wäre sie in den Siebzigern entstanden.

Die Sekretärin Dany Doremus soll ihren etwas zwielichtig erscheinenden Chef und dessen Frau mit deren Auto zum Flughafen fahren und den klassischen blauen Thunderbird dann wieder nach Hause bringen. Da sie „noch niemals am Meer war“, wie sie den Zuschauern gegenüber gleich mehrmals erwähnt – ja, sie kommentiert ihren jeweiligen Gemütszustand -, wechselt sie auf der Fahrt vom Flughafen kurzerhand rasant die Fahrspur und fährt Richtung Nizza. Auf ihrem Weg dorthin ereignen sich merkwürdige Dinge; alle möglichen fremden Personen scheinen sie zu kennen, in der Toilette einer Raststätte wird sie überfallen, sie verbringt eine heiße Nacht mit einem Fremden, ihr „geliehenes“ Auto wird geklaut.
Würde es sich um Alice im Wunderland handeln, würde sie Ihre Situation bestimmt als „curiouser and curiouser“ bezeichnen. Und während man als Zuschauer immer mehr dazu neigt, das Ganze als Halluzinationen einer ebenso naiven wie auch gleichzeitig leicht hysterischen jungen Frau abzutun, löst sich das Rätsel am Ende doch noch, wenn auch auf eine, wie ich finde, ziemlich unbefriedigende Art und Weise.

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© Tiberius-Film

Zugegeben, eine Auszeichnung für Logik und Kohärenz wird das Drehbuch niemals erhalten, doch offensichtlich hatte Regisseur Sfar etwas ganz anderes im Sinn, als eine nachvollziehbare Geschichte zu erzählen. Alles in The Lady… wirkt ungeheuer „stylish“, um einen sehr beliebten denglischen Ausdruck zu verwenden, und ähnelt im Grunde genommen eher einem überlangen Musikclip als einem Spielfilm. Vor allem kann der Regisseur von seiner Hauptdarstellerin, der Schottin Freya Mavor, nicht genug kriegen, denn es gibt beinahe keine Szene ohne sie, und mit ihrer roten Mähne, ihren langen Beinen und kurzen Kleidchen ist sie eine perfekte Femme fatale, die sich ihrer Wirkung auf Männer gar nicht bewusst zu sein scheint.

Wenn Sie also zu den Zuschauern gehören, die Film in erster LInie als rein visuelles Medium betrachten und Plot und Logik eher als zweitrangig, dann schauen Sie sich diesen Film an. Und auch wenn Sie die Handlung nach kürzester Zeit vergessen werden  – einige Bilder von Freya Mavor, wie sie in Zeitlupe an einigen gaffenden Männern vorbei spaziert oder auf einem Pier tanzt werden Sie so schnell nicht wieder los. Sexistisch? Klar doch! Eine Augenweide? Unbedingt!


Technische Daten DVD:

Sprache / Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS), Französisch (DTS-HD Master Audio 5.1)
Bild / Auflösung; 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: ca. 91 Minuten

Technische Daten Blu-ray:

Sprache / Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1), Französisch (DTS-HD Master Audio 5.1)
Bild / Auflösung: 2,35:1 (1080p/24 HD)
Laufzeit. ca. 95 Minuten

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Eine Antwort zu The Lady in the Car with Glasses and a Gun

  1. Laura Palmer schreibt:

    Girls power, yes!!!

    Gefällt 1 Person

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