Assassin’s Creed

Land: GB/Frankreich/Hongkong/USA 2016
Laufzeit: 114 min
Regie: Justin Kurzel
Mit: Michael Fassbender, Marion Cotillard, Jeremy Irons, Brendan Gleeson, Charlotte Rampling, Michael Kenneth Williams, Ariane Labed, Matias Varela, Essie Davis, Denis Ménochet, Brian Gleeson, Callum Turner
Kinostart: 27.12.2016

Ein Beitrag unseres Historikers Julian Dax:

assassinscreed_poster

© 2016 Twentieth Century Fox and Ubisoft Motion Pictures. All Rights Reserved

Was haben Super Mario Bros., Street Fighter und Lara Croft gemeinsam? Richtig! Es handelt sich jeweils um äußerst populäre Computerspiele, die zu viel weniger populären, um nicht zu sagen grottenschlechten Filmen verwurstet wurden, mit denen nicht einmal die fanatischsten Fans so richtig zufrieden waren. Insofern hielten sich die Erwartungen in Grenzen, als bekannt wurde, dass wieder einmal der Versuch unternommen wird, ein weiteres Spiel für die Leinwand zu adaptieren. Immerhin wurde im Vorfeld das Interesse gesteigert, als sich herausstellte, dass Michael Fassbender, Marion Cotillard, Jeremy Irons und sogar Charlotte Rampling für Assassin´s Creed verpflichtet wurden und Justin Kurzel, der mit Fassbender und Cotillard bereits bei der bisher letzten, ganz achtbaren Verfilmung von Shakespeares „Macbeth“ gearbeitet hatte, die Regie übernimmt.

Vielleicht sollte ich voran stellen, dass ich von dem Computerspiel absolut keine Ahnung habe und nach Meinung der „Gamer“ somit gar nicht befugt bin, die Filmversion zu rezensieren. Andererseits bin ich aber auch der Meinung, dass ein Film unabhängig von seiner Quelle auf eigenen Beinen stehen sollte – und da versagt Assassin´s Creed leider völlig. Ganz gleich, welch tolle Darsteller zum Einsatz kommen, wie aufwendig Kulissen und Kostüme sind, was für eine spektakuläre Filmmusik aus den Boxen dröhnt – wie man sie auch dreht und wendet, ergibt die Geschichte von Callum Lynch/Aguilar absolut und überhaupt keinen Sinn. Soviel ich verstanden habe, geht es um den bereits seit vielen Jahrhunderten tobenden Kampf zwischen den Templern, die die gesamte Menschheit unterjochen wollen und ihren Gegenspielern, den Assassinen, für die der freie Wille die oberste Maxime darstellt. Beide Gruppierungen sind auf der Suche nach dem „Apfel von Eden“, denn dieses Artefakt besitzt angeblich den Samen des Ungehorsams gegenüber Gott, mithin die Aufforderung an den Menschen, sein Leben eigenständig zu gestalten. („Alles ist erlaubt.“)

So weit – so esoterisch. Mit Hilfe des „Animus“, einer Maschine, die „genetische Erinnerungen“ (???) wachruft und aussieht wie ein übrig gebliebener Tentakel von Doc Octopus aus dem zweiten Spider-Man-Film, wird der bereits zum Tode verurteilte und zum Schein hingerichtete (wieso, weshalb, warum wird nicht erklärt) Kriminelle Callum Lynch ins 15. Jahrhundert nach Spanien transportiert, wo ständig irgendjemand mit irgendjemand anderem kämpft. Die entsprechenden Sequenzen sind derart hektisch inszeniert und geschnitten, dass man dem Geschehen kaum folgen kann. Und wer die Frau ist, mit der Aguilar vom Scheiterhaufen flieht, findet leider auch keine Erwähnung. Als äußerst bemerkenswert an all der Rennerei, Springerei und Kämpferei empfand ich vor allem die Tatsache, dass den Protagonisten kein einziges Mal ihre markante Kapuze vom Kopf rutscht bzw. sie sich nicht selbst an ihren an den Unterarmen befestigten Klingen verletzen.

assassins_creed

© 2016 Twentieth Century Fox and Ubisoft Motion Pictures. All Rights Reserved

Im weiteren Verlauf springt die Handlung (???) ständig zwischen Gegenwart und Vergangenheit, was den Erzählfluss zusätzlich erheblich stört, zumal so vieles weiterhin im Dunkeln bleibt – im wahrsten Sinne des Wortes, denn sehr viele Szenen sind schlicht zu dunkel und die 3-D Brille hilft da leider auch nicht. Und die Darsteller?  Offensichtlich hat Michael Fassbender tüchtig trainiert und möchte, dass jeder das Ergebnis seiner Plackerei sieht; anders lassen sich die vielen „oben ohne“ Auftritte jedenfalls nicht erklären. Marion Cotillard, eine wirklich tolle Schauspielerin, vermittelt manchmal den Eindruck, als wüsste sie gar nicht so recht, was der pseudo-wissenschaftliche Stuss soll, den sie von sich geben muss. Jeremy Irons steht meistens nur in der Gegend herum und trägt eine undurchsichtige bis verkniffene Miene zur Schau. Und Charlotte Ramplings gesamte Präsenz im Film dauert nicht länger als maximal fünf Minuten. Richtig Angst bekommen kann man allerdings bei der letzten Einstellung, denn sie deutet eine Fortsetzung an…

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Action, Fantasy, SciFi abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Assassin’s Creed

  1. Pingback: Kritik: Assassin’s Creed – filmexe

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s