Urge – Rausch ohne Limit

Originaltitel: Urge
Land
: USA 2016
Regie: Aaron Kaufman
Mit: Pierce Brosnan, Ashley Greene, Justin Chatwin, Danny Masterson
Label: NewKSM
Veröffentlichung: 5.12.2016
FSK: 18

Ein Beitrag unseres Drogenberaters Julian Dax:

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Zweifellos hatte Regisseur, Produzent und Drehbuchautor Aaron Kaufman in seinem Erstlingsfilm die Ambition, mehr als nur einen weiteren Drogenthriller zu drehen, doch das Ergebnis fällt leider ziemlich zwiespältig aus: Eine Gruppe von ebenso reichen und schönen wie auch unsympathischen und hohlen jungen Menschen will ein wildes Wochenende auf einer kleinen Insel mit dem mysteriösen Club „Volcano“ verbringen.

In dieser Mischung einer besonders geschmacklos eingerichteten Großdisco und Dantes Inferno erhalten sie von einem geheimnisvollen Fremden eine neue Superdroge namens Urge (= Drang), verbunden mit der Warnung, dass diese ihnen zwar ein einmaliges Gefühl von absoluter Ekstase vermittelt, jedoch nur ein einziges Mal genommen werden darf. Bis auf einen, den ohnehin ein völlig hedonistisches Leben führenden Jason, der deshalb auch keinerlei Wirkung spürt, haben die anderen am nächsten Morgen das Gefühl, die Nacht und vor allem den Sex ihres Lebens genossen zu haben. Natürlich schlagen sie die Warnung in den Wind und begeben sich am nächsten Abend erneut auf den Trip. Doch diesmal fällt das Ergebnis völlig anders aus, denn ihre lange unterdrückten durch und durch unangenehmen und dunklen Seiten brechen hervor und ein brutales Gemetzel ist die Folge.

Vom ersten Moment an hat der Film ein massives Problem: warum soll man als Zuschauer etwas anderes als Antipathie empfinden angesichts solch durch und durch unangenehmer Protagonisten und ihres absolut idiotischen Verhaltens? Und warum soll man sich für hassenswerte Menschen und deren Schicksal auch nur einen Deut interessieren?
So macht sich relativ schnell eine gewisse Langeweile breit, die der Film zwar mit gewollt schockierenden Szenen zu verhindern versucht, jedoch mit nur mäßigem Erfolg. Doch wie bereits erwähnt, hat man den Eindruck, der Regisseur strebe nach Höherem. Das beginnt mit der Figur des Clubbesitzers, der eine Mischung aus Gott, Satan und Drogendealer darstellt, sich sehr gerne reden hört und als „The Man“ bezeichnet wird (Pierce Brosnan macht seine Rolle sichtlich großen Spaß!) und endet mit dem totalen Zerfall unserer Zivilisation, was die allerletzte Szene – nach dem Abspann! – andeutet.

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© NewKSM

Handwerklich kann man dem Film eigentlich nichts vorwerfen, denn Bild, Ton und Schnitt wirken äußerst professionell, doch letztlich zählt das wenig, wenn einem die Figuren völlig gleichgültig sind und man zudem nicht so recht weiß, worin die Absicht des Regisseurs liegt; für einen brutalen Splatterfilm enthält Urge viel zu viel pseudo – philosophisches Gelaber über die wahre Natur des Menschen und ein Arthauspublikum wird entsetzt sein über die zahlreichen Brutalitäten. Im Englischen gibt es da ein Sprichwort: You can´t have your cake and eat it, was in Anbetracht einer besonders ekeligen Szene, in der eine der Figuren eine Art Geschlechtsverkehr mit einer Riesentorte vornimmt, besonders passend erscheint.


Technische Daten DVD:

  • Laufzeit: 87 min
  • Bildformat: 16:9, 1,85:1
  • Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
  • Bonus: Making Of, Trailer, Bildergalerie

Technische Daten Blu-ray:

  • Laufzeit: 91 min
  • Bildformat: 16:9, 1,85:1 (1920x1080p)
  • Ton: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Englisch (DTS-HD MA 5.1)
  • Bonus: Making Of, Trailer, Bildergalerie
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