Die Auserwählten – Helden des Widerstandes

Originaltitel: Chosen
Land
: GB 2016
Regie: Jasmin Dizdar
Mit: Luke Mably, Ana Ularu, Julian Shatkin, Harvey Keitel
Label: Pandastorm Pictures
Veröffentlichung: 18.11.2016
FSK: 16

Ein Beitrag unseres langjährigen Kriegsreporters Julian Dax:

die_auserwaehlten_cover

Es gibt Filme, die können einem einfach nur leidtun – wenn man sich nicht gleichzeitig auch über sie ärgern würde. Die Handlung beginnt, und vom ersten Moment an fühlt sich alles, aber auch wirklich alles einfach nur falsch an.

 

Solch ein Film ist Die Auserwählten – Helden des Widerstands. Nach einer angeblich wahren Geschichte erzählt er von einem jungen Anwalt, der im Jahre 1944 in Ungarn als Zwangsarbeiter im Steinbruch schuften muss. Da seiner schwerkranken jüdischen Frau von den behandelnden Ärzten keine Medikamente mehr verschrieben werden dürfen und sie kurz darauf stirbt, beschließt der verzweifelte Witwer, den Kampf gegen die deutschen Besatzer aufzunehmen, zumal auch noch seine Schwägerin nach Polen deportiert wird, wo ihr der Tod in einem Vernichtungslager droht. Kurzerhand besorgt er sich eine SS-Uniform und schreitet zur Tat…

Man weiß wirklich nicht, worüber man sich mehr ärgern soll; sind schon die historischen Fakten – hier vor allem die Rolle der ungarischen Polizei – mehr als fragwürdig,  ist angesichts der völlig konfusen und unglaubwürdigen Handlung sowie der dilettantischen Inszenierung absolutes Fremdschämen angesagt. So stellt sich der fesche Held, dem die geklaute SS-Uniform übrigens wie angegossen passt, vor den Spiegel, bellt ein paar Mal „Wer trägt hier die Verantwortung?“ und schon überzeugt er die ach so doofen Deutschen, dass er ein adliger Oberstleutnant ist. Auch wird an keiner einzigen Stelle vermittelt, wer letztlich für den bewaffneten Widerstand verantwortlich ist und wie genau dieser organisiert wird, was in erster Linie am äußerst schwachen Drehbuch liegt, zumindest teilweise aber auch am Unvermögen der wohl zu Recht unbekannten Darsteller – zu Harvey Keitel komme ich gleich noch.

die_auserwaehlten

Als ob all das nicht schon peinlich genug wäre,  bietet der Film auch noch eine kitschige Rahmenhandlung: Harvey Keitel  (wohl in schweren Geldnöten!!??) erzählt als gütiger Opa seinem Enkel, der einen Aufsatz zum Thema „Mein Held“ schreiben soll, in der Jetztzeit eben diese Geschichte, ohne zu verraten, dass es sich bei diesem Mann um ihn selbst handelt. Diese „Überraschung“ (GÄHN!) bleibt dem Zuschauer am Ende der sehr langen 105 Minuten vorbehalten.
Und wieder einmal stellen sich dem Zuschauer solcher Filme die immer gleichen Fragen: Wer finanziert solche Filme eigentlich? Wer zum Teufel soll so etwas angucken? Warum üben die Beteiligten nicht andere Berufe aus? Und die vielleicht wichtigste von allen: Kann ich bitte meine verlorene Lebenszeit wieder zurück bekommen?


Details DVD:

Laufzeit: 101 Minuten
Bildformat: 2,35:1 / 16:9
Ton: Deutsch DD 5.1, DTS 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Originaltrailer, Trailershow

Details Blu-ray:

Laufzeit: 105 Minuten
Bildformat: 2,35:1 / 1080p24 / AVC
Ton: Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 / Englisch DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Originaltrailer, Trailershow

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Kriegsfilm abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Die Auserwählten – Helden des Widerstandes

  1. Morgen Luft schreibt:

    Wenn das so einfach wäre… DAS wäre doch mal eine Top-Liste wert. Filme, und wie viel Lebenszeit ich mit ihnen verschwendet habe^^

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s