Oasis: Supersonic

Land: GB 2016
Regie: Mat Whitecross
Mit: Paul Arthurs, Liam Gallagher, Noël Gallagher
Label: Ascot-Elite
Veröffentlichung: 11.11.2016
FSK: 12

Ein Beitrag unseres Altrockers Julian Dax:

oasis_supersonic_cover

Es gab einmal eine Zeit – so etwa zwischen 1994 und 1996 – da waren Oasis die so ziemlich populärste Band des Planeten, und absolut kein Weg führte an Gassenhauern wie Live Forever oder Wonderwall vorbei. Die beiden führenden Köpfe der fünf Rüpel aus Manchester, die Brüder Liam und Noel Gallagher, beides Schulabbrecher ohne feste Berufe, hatten einen legendären Ruf als Provokateure, da die Band jedoch massenweise Platten verkaufte – ihre erste LP „Definitely Maybe“ stieg in der Veröffentlichungswoche auf Platz 1 der britischen Charts und erzielte die bis dato höchsten Verkaufszahlen eines Debütalbums in Großbritannien, ihre zweite, ein Jahr später veröffentlichte LP „(What´s The Story) Morning Glory? war nicht minder erfolgreich – ließ man sie gewähren. Ob nun bei Interviews, vor, während oder nach Auftritten, in Fernsehstudios, bei Galas, nirgends war irgendjemand vor der großen Klappe vor allem Noels und Liams so gut wie immer extrem mürrischem Gehabe sicher.

Irgendwann schien es, als hätten die Beiden den Bogen überspannt; vor allem an ihrem in aller Öffentlichkeit ausgetragenen Bruderzwist begann die Öffentlichkeit immer mehr das Interesse zu verlieren. Bevor es dann Schritt für Schritt abwärts ging, erlebte die Band allerdings noch ihren musikalischen und kommerziellen Höhepunkt: Im August 1996 spielten Oasis in Knebworth an zwei Abenden vor über 250.000 Menschen zwei Konzerte, und genau hier beginnt und endet auch die jetzt auf DVD/Blu-ray vorliegende Dokumentation Oasis – Supersonic.

Wer hier allerdings möglichst erhellende Fakten und eine neutrale Präsentation der Band auf ihrem Höhenflug erwartet, erlebt eine herbe Enttäuschung, denn Regisseur Mat Whitecross geht es in erster Linie darum, das Lebensgefühl der Band mitsamt dem dazu gehörigen Chaos möglichst hautnah einzufangen. So wechseln sich relativ aktuelle Interviewschnipsel mit allen möglichen Beteiligten, die man zwar hört, aber nicht sieht, mit Auftritten von damals und vor allem alten Collagen, vielen Collagen, für diesen Rezensenten eindeutig zu vielen Collagen, da man kaum Zeit hat, diesen hektisch geschnittenen Sequenzen zu folgen, was jedoch andererseits der bereits o.a. Absicht des Regisseurs absolut entspricht. Meiner Meinung nach funktioniert der Film dann am Besten, wenn er zeigt, dass der Erfolg der Band nicht etwa über Nacht kam, sondern Folge eines unerschütterlichen Glaubens an sich selbst war, von einer Gruppe nicht besonders gebildeter, aber um so entschlossenerer Kerle aus der Unterschicht, die größte Band der Welt zu werden, was ihnen dann auch prompt gelang.

Als gewisses Manko ließe sich auch anführen, dass man relativ wenig über die eigentlichen Gründe für die bis zu körperlicher Gewalt eskalierenden Abneigung der beiden Brüder füreinander erfährt; zumindest ist an keiner Stelle von sogenannten „musikalischen Differenzen“ die Rede, die meistens ins Spiel kommen, wenn sich Musiker streiten. So sagt z.B. Liam an einer Stelle zu seinem Bruder: You do the music, and I´ll just be over here looking cool as fuck. Womit dann die Arbeitsteilung wohl eindeutig geklärt wäre.

Auch mogelt der Film insofern etwas, als er sowohl mit ihren Auftritten in Knebworth beginnt als auch endet, ohne zu erwähnen, dass die Band mit immer geringerem Erfolg sowie diversen Umbesetzungen immerhin noch bis 2009 weiter machte, bis Noel Gallagher dann endgültig seinen Ausstieg verkündete.


Technische Daten DVD:

Laufzeit: 113 Min.
Bildformat: 1.85:1 / 16:9
Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch

Technische Daten Blu-ray:

Laufzeit: 117 Min.
Bildformat: 16:9 – 1.77:1
Ton: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
Untertitel: Deutsch

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