Der kleine Lord

Originaltitel: Little Lord Fauntleroy 
Land
: Großbritannien 1980
Regie: Jack Gold
Mit: Sir Alec Guiness, Ricky Schroder, Connie Booth, Eric Porter
Spielzeit: 99 Minuten
Label: Eurovideo Medien
Veröffentlichung: 10.11.2016
FSK: 0

Ein Beitrag unseres bürgerlichen Autoren Julian Dax:

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Es soll ja bekanntlich Menschen geben, für die Weihnachten absolut undenkbar ist ohne bestimmte, alle Jahre wiederkehrende Filme im Fernsehen. Neben Drei Nüsse für Aschenbrödel und Stirb langsam (!!!) gehört dazu natürlich auch DER KLEINE LORD  aus dem Jahr 1980.

Der kleine Cedrick, genannt Ceddie, lebt mit seiner verwitweten Mutter im New York des frühen 20. Jahrhunderts. Der Großvater des Jungen, ein englischer Graf, der es seinem Sohn nie verziehen hat, dass er eine Amerkanerin geheiratet hat, möchte seinen Enkel nun doch noch kennen lernen und lässt Mutter und Sohn nach England kommen. Da der Junge ein hochintelligentes, hübsches Kind mit reinem Herzen und sonnigem Gemüt ist, gelingt es ihm in kürzester Zeit, alle Menschen in seiner neuen Umgebung für sich einzunehmen, so auch den äußerst menschenfeindlichen Grafen, bevor am Ende, nach mancherlei Turbulenzen, alle zusammen ein fröhliches Weihnachtsfest feiern.

Natürlich ist die Romanvorlage Little Lord Fauntleroy der englisch-amerikanischen Autorin Frances Hodgson-Burnett keine große Literatur, und ebenso natürlich handelt es sich hier nicht um große Filmkunst, doch besitzt der Film einen solchen Charme und strahlt derart viel Lebensfreude aus, dass man sich dem praktisch nicht entziehen kann, es sei denn, man ist ein unverbesserlicher Zyniker und Misanthrop.

Auch gefällt nach wie vor die äußerst professionelle, aber niemals sterile Machart des Films von Regieroutinier Jack Gold, der den Film an prächtigen Schauplätzen in England gedreht hat, mit ebenso prächtigen Dekors und Kostümen, was im Zeitalter von  DOWNTON ABBEY natürlich für zusätzliche Sympathiewerte sorgt. Vor allem jedoch überzeugen die durchweg hervorragenden Darsteller. Alec Guinness ist ein viel zu guter und nuancierter Schauspieler, um den alten Earl Of Dorincourt zu einer Karikatur verkommen zu lassen, und deshalb nimmt man ihm auch den Wandel vom verbitterten alten Griesgram zum Menschenfreund unbedingt ab, und der kleine Ricky Schroder hätte leicht zu einem dieser entsetzlich nervigen „goldigen“ Filmbratzen degenerieren können, was er jedoch mit seinem Spiel mühelos auffängt, das man nur als herzerfrischend bezeichnen kann, zumindest in der Originalfassung; seine deutsche Synchronstimme ist dann doch etwas gewöhnungsbedürftig. Und auch die Nebenrollen sind durchweg treffend besetzt, und für Fans von Star Trek – The Next Generation gibt es sogar eine kleine Überraschung, denn Patrick Stewart spielt Stallmeister Wilkins.

So steht denn auch dieses Jahr einem freudigen Wiedersehen an Weihnachten nichts im Wege, und da der Film jetzt auch endlich als Blu-Ray vorliegt, kann man auch im Frühjahr noch seine Freude daran haben, wie Ceddie seinem Großvater beibringt, mit Konservendosen zu kicken.

Für Sammler und Filmliebhaber erscheint DER KLEINE LORD auch als limitierte Sonderedition in einer hochwertigen Samtbox . Diese beinhaltet ein Digipak mit DVD und Blu-ray, den Roman mit über 200 Seiten und das Hörbuch mit vier CDs:

Technische Daten:

Bild: 1.78:1 / 16:9 anamorph // HD 1080 (Blu-ray)
Ton: Deutsch: PCM Stereo 2.0 / Englisch: PCM Stereo 2.0
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

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