Woche 42: Trolls / Im Namen meiner Tochter / American Honey / Gleißendes Glück

Was für eine Kinowoche: Ein Streifen für Säuglinge, ein 30jähriger Rachefeldzug, ein wunderbares US-Road-Movie und ein onaniesüchtiger Professor…

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© 2016 Twentieth Century Fox

Trolls

Quitschebunte Fabelwesen, die inflationär kuscheln und singen…
Als die bösen Bergens (Genussmittel: Trolls!) ein paar der langhaarigen Gesellen entführen, müssen Poppy und ihre Freunde die Artgenossen befreien…

Ich mache es kurz:

Fakt 1: Die Trolls basieren auf beliebtem US-Kinderspielzeug der 60er Jahre.

Fakt 2: Dreamworks Animation hat sich 2013 die Rechte an den Figuren gesichert.

Fakt 3: Wer älter als 4 Jahre ist, wird sich in diesem Film ziemlich langweilen.

Ich wurde im Kino nur am Einschlafen gehindert, weil noch ein junger Vater mit zwei Kinderchen im Saal war und jedesmal, wenn die Trolls auf der Leinwand „Kuschelalarm!“ riefen, sich das Trio lautstark umarmte…


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© Koch Films

Im Namen meiner Tochter

Eine Verfilmung einer wahren Begebenheit: 1982 verstarb die 14jährige Kalinka unter mysteriösen Umständen in der Wohnung ihres Stiefvaters in Lindau. Ihr leiblicher Vater in Frankreich arbeitete fieberhaft über 30 Jahre daran, den Beschuldigten in Frankreich vor Gericht zu bekommen.

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht: Trotz Daniel Auteuil (Vater) und Sebastian Koch (Stiefvater) bleibt das grenzüberschreitende Drama seltsam leblos.

 


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© Universal

American Honey

Ein junge Frau in den USA deponiert ihre Kinder bei ihrer Mutter und schließt sich einer Gruppe Gleichaltriger an, die von einer dominanten Leiterin durchs Land kutschiert werden, um den Menschen Zeitschriftenabos aufzuschwatzen…

Klingt harmlos, ist aber ein grandioses Road-Movie (im sprichwörtlichen Sinn!), das trotz seiner knapp 3 Stunden Laufzeit und dem ungewöhnlichen Retro-Bildformat 4:3 niemals langweilig ist.

Das Werbeplakat für den Film ist leider ziemlich abstoßend, auch wenn die Titelfigur einen Palmwedel auf dem Rücken tätowiert hat, der dem Logo des Filmfestival Cannes ähnelt, wo der Film 2016 den Jurypreis bekommen hat…


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© Wildbunch

Gleißendes Glück

Der Hamburger Regisseur Sven Taddicken wurde 2006 mit seiner furiosen Adaption von Claudia Schreibers Roman Emmas Glück bekannt. Seine desaströse Piratenkomödie 12 Meter ohne Kopf habe ich hingegen ganz schnell aus dem Gedächtnis gedrängt…

Eine frustrierte wie verklemmte Ehefrau leidet unter ihrem gewalttätigen Gatten und der vergeblichen Suche nach Gott.
Sie lernt einen erfolgreichen Autor kennen, der Ratgeber zum Glück verfasst. Die beiden kommen sich näher und der Akademiker erweist sich als pornosüchtiger Onanist, worauf die Frau beschließt, dem Mann zu helfen…

Die Verfilmung des gleichnamigen Romans der britischen Autorin A. L. Kennedy beschert uns Martina Gedeck und Ulrich Tukur in Körperkino bis zur Schmerzgrenze. Tadickens unspektakuläre wie sperrige Inszenierung gibt ihren Hauptcharakteren viel Zeit für ihre langen Dialoge, auch wenn manche Reaktionen der Frau nicht ganz nachvollziehbar erscheinen…

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