Swiss Army Man

Land: USA 2016
Laufzeit: 95 min
Drehbuch & Regie: Daniel Kwan und Daniel Scheinert
Mit: Paul Dano, Daniel Radcliffe, Mary Elizabeth Winstead
Kinostart: 13.10.2016

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© Capelight Pictures

Ein Überraschungsfilm – neudeutsch auch Sneak Preview – kann durchaus als Barometer für den späteren Einsatz des Streifens gewertet werden: Applaudiert die Zuschauerschaft oder benimmt sich ungewohnt zivilisiert, fand die Vorstellung wohl Gefallen. Stehen die Leute aber gleich reihenweise auf und verlassen den Saal, wurde Sneak-untaugliche Ware – meist Filmkunst – durch den Projektor gejagt.

So auch bei Swiss Army Man, der am Dienstag mindestens ein Drittel der Anwesenden aus dem CinemaxX-Saal scheuchte. Dabei haben die Filmemacher Daniels eigentlich alles richtig gemacht, sprich: sich einen Scheiß um gängige Konventionen geschert: Hank strandet auf einer einsamen Insel und möchte sich aus lauter Verzweiflung umbringen. Da schwemmt ihm das Schicksal (oder die Flut?) einen aufgeblähten Gleichaltrigen an den Strand, der sich leider als ziemlich tot entpuppt….
Doch der Schein trügt, so wird der blasse Körper des Neuankömmlings von derart mächtigen Flatulenzen durchgeschüttelt, dass Hank auf ihm von der tödlichen Insel schippern kann.
Und der kalte Knabe, der langsam zum Leben zurückkehrt und sogar sprechen lernt, erweist sich als wahres Allzweckwerkzeug, um in der Wildnis zu überleben: Drückt man seinen Bauch, spendet er Trinkwasser. Beim Jagen oder Holzhacken ist sein Körper ebenso nützlich. Und selbst seine durch ein Hochglanzmagazin verursachten Erektionen können verwertet werden:

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© Capelight Pictures

Und vor allem ist er Eines: Ein Gesprächspartner und ein Gefährte für den einsamen Hank. Denn auf ihrem gemeinsamen Weg durch die Wildnis freunden sich die beiden immer mehr an und führen auch sehr persönliche Gespräche über Körperflüssigkeiten (Masturbation) oder Scham (Masturbation in Gedanken an Hanks Mutter)…

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Daniel Kwan & Daniel Scheinert aka Daniels     © Capelight Pictures

Swiss Army Man ist das sensationelle Regiedebüt der beiden Herren Daniel Kwan (Animations- und Design-Background) und Daniel Scheinert (Comedy, Improvisation und Theater) und heimste beim Sundance Festival gleich den Regiepreis ein.
Die fantasievolle, flatulente, rasend komische und zutiefst berührende Geschichte einer Männerfreundschaft, wie sie so noch nie zuvor auf der großen Leinwand zu sehen war, macht ganz viel Spaß und noch mehr Lust auf die künftigen Werke der Daniels.

Lassen Sie sich durch nichts aufhalten und gehen Sie in diesen surrealen, grotesken und absurden Film!

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2 Antworten zu Swiss Army Man

  1. Pingback: Kritik: Indie, Indie, Indie – Swiss Army Man – filmexe

  2. Morgen Luft schreibt:

    Bei uns sind nur drei Gruppen rausgegangen. Soweit ich es sehen konnte…Ist echt schade. Ein gutes Beispiel dafür, dass man einen Film bis zu Ende sehen muss, bevor man ihn abwertet.

    Gefällt 1 Person

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