Kommissar Beck – Staffel 5.1

Land: Deutschland/Schweden 2015
Regie: Marten Klingberg, Stephan Apelgren
Laufzeit: 350 Minuten
Bild: PAL 16:9
Ton: Dolby Digital 5.1
Sprachen: Deutsch, Schwedisch, Dt. Untertitel für Hörgeschädigte
Mit: Peter Haber, Mikael Persbrandt, Ingvar Hirdwall, Rebecka Hemse
Label: edel:motion
Veröffentlichung: 30.9.2016
FSK: 12

Ein Beitrag unseres langjährigen Kriminologen Julian Dax:

beck5-1-cover

© Edel:Motion

Wer Mitte der Sechziger des vergangenen Jahrhunderts eine WG besuchte – damals noch häufig Kommune genannt – konnte auf vielen Bücherregalen neben Karl Marx´ Das Kapital und der sog. Mao-Bibel auch alle zehn Bände des schwedischen Autorenpaares Maj Sjöwall und Per Wahlöö entdecken. Diese Krimireihe, in deren Mittelpunkt der Stockholmer Kommissar Martin Beck und seine Truppe stehen, erfreute sich in linken Kreisen wohl vor allem deshalb großer Beliebtheit, weil sie nicht nur spannende Geschichten erzählt, sondern auch scharfe Gesellschaftskritik am schwedischen Sozialstaat übt.

Doch erst 1997 entschloss man sich dazu, die Romane bzw. Motive daraus als Fernseh- serie zu konzipieren, und so tauchte der stets besorgt blickende Kommissar Beck im April 1998 erstmalig im deutschen Fernsehen auf und wurde sehr schnell ebenso populär wie seinerzeit die Romane. Mittlerweile gibt es 34 Episoden, verteilt auf insgesamt fünf Staffeln, von denen nun Staffel 5.1 auf DVD vorliegt. Bereits Anfang November soll dann Staffel 5.2. erscheinen mit den endgültig (?) letzten vier Folgen.

Die vier Fälle der vorliegenden zwei DVDs dauern jeweils 90 Minuten und tragen die Titel Mord in Zimmer 302, Familienbande, Die Invasion (Thema: islamistischer Terror!) und Anatomie des Todes und zeichnen sich – wie eigentlich alle Episoden davor auch – durch größtmögliche Authentizität aus. Die beiden Hauptfiguren Martin Beck und sein Partner Gunvald Larsson sind dem Zuschauer inzwischen sehr vertraut, bleiben jedoch aufgrund ihrer völlig unterschiedlichen Charaktere – dem besonnenen, rational denkenden und handelnden Beck steht der impulsive, öfters gegen Dienstvorschriften verstoßende Larsson gegenüber – und daraus resultierender Auseinandersetzungen nach wie vor interessant, und den beiden hervorragenden Hauptdarstellern  Peter Haber und Mikael Persbrandt ebnete die weltweit vermarktete Serie den Weg zu einer internationale Karriere.

© Edel:Motion

Zwar ist die Kommissar Beck-Reihe nicht ganz so düster, wie man es von skandinavischen Krimis eigentlich gewohnt ist und hat sogar humorvolle Momente (Stichwort: Becks skurriler Nachbar, nur echt mit Halskrause und rotgetönter Brille!), doch die einzelnen Fälle zeichnen sich stets durch Ernsthaftigkeit und Realitätsnähe aus. Bei aller Komplexität bleibt die Handlung nachvollziehbar und logisch begründet, Übertreibungen jedweder Art  gibt es nicht, und der leichte Hauch von Melancholie, der die Serie durchzieht, trägt ebenfalls zu ihrer Qualität bei, wirkt er doch an keiner Stelle larmoyant oder gar aufdringlich. Insofern nimmt man ihr Ende zwar mit Bedauern zur Kenntnis, tröstet sich jedoch mit dem Gedanken, dass man gehen sollte, wenn es am Schönsten ist.

beck5-1-hinten

© Edel:Motion

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