Rage – Tage der Vergeltung

Originaltitel: I Am Wrath
Land: USA 2016
Regie: Chuck Russell
Laufzeit: 92 Minuten
Mit: John Travolta, Amanda Schull, Christopher Meloni, Sam Trammell, Patrick St. Esprit, Rebecca De Mornay, Asante Jones, Paul Sloan
Label: Ascot-Elite Home Entertainment
Veröffentlichung: 7.10.2016
FSK: 16

Ein Beitrag unseres Kriminologen Julian Dax:

© Ascot-Elite Home Entertainment

In den Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts, auf dem Höhepunkt der Discowelle, konnte man Menschen in Deutschland mit hierzulande fälschlicherweise als „Sticker“ bezeichneten „Buttons“ am Revers oder Pulli herumlaufen sehen, auf denen man den schönen Slogan Folta für Travolta lesen konnte, machte man doch selbigen aufgrund seiner Rolle als Tony Manero im immens erfolgreichen Film Saturday Night Fever (1977) mitverantwortlich für den Riesenerfolg einer Musikrichtung, auf die jeder gestandene Rockfan mit Hasstiraden und Wutanfällen reagierte.

Was das nun mit dem hier zu rezensierenden Film Rage – Tage der Rache, der im Original übrigens I Am Wrath heißt, zu tun hat? Zum einen spielt John Travolta die Hauptrolle, zum anderen merkte ich sehr schnell, dass mir hier 91 Minuten Lebenszeit gestohlen werden, was mich wiederum auf den o.a. Spruch brachte. Der Film selbst ist die gefühlte 379ste Variante von Death Wish (Ein Mann sieht rot) aus dem Jahr 1974. Einem braven Bürger wird gleich zu Beginn die geliebte Gattin gemeuchelt, und zwar – so der Klappentext – von verkommenen Junkies. Die Polizei ist machtlos und zudem natürlich korrupt, also sorgt der liebende Gatte, der sich im Übrigen erstaunlich schnell von seinem Schmerz erholt, selbst für Recht und Ordnung, indem er kurzerhand alle umnietet, die sich ihm in den Weg stellen.
Und da es bei Liam Neesons Taken (96 Stunden) so gut geklappt hat, kommen auch hier die „speziellen Fähigkeiten“ der Hauptfigur zum Tragen. Denn natürlich hat der von John Travolta mit zumeist ausdrucksloser Miene (zu viel Botox?) gespielte Stanley Hill eine dunkle Vergangenheit als Black Ops-Soldat und ebenso natürlich verfügt er noch über ein stattliches Waffenarsenal, mit dem man erfolgreich einen Feldzug gegen, sagen wir mal, Luxemburg starten könnte. Und auch ein Kumpel aus der guten alten Zeit findet sich, der keine lästigen Fragen stellt. Zitieren wir noch einmal den Klappentext: Zusammen haben die beiden früher für ihr Vaterland die Drecksarbeit gemacht und sie sind immer noch verdammt gut in Form.
Leider trifft Letzteres nicht so richtig auf die Filmschaffenden selbst zu, denn die Ballereien, Schlägereien und Messerstechereien  sind derart dilletantisch inszeniert und geschnitten, dass man sehr schnell die Lust verliert. Der einzige Anreiz, mir den Film doch bis zum Schluss anzuschauen, bestand in der vagen Hoffnung, Travoltas entsetzlich billig aussehendes Haarteil möge irgendwann verrutschen. Aber offensichtlich waren wenigstens hier Profis am Werk, denn es bewegt sich keinen Millimeter.

rage

© Ascot-Elite Home Entertainment

Sollte jemand tatsächlich die Lust verspüren, sich einen ordentlich gemachten Selbstjustizfilm – doch, doch, so etwas gibt es durchaus – anzusehen, dann empfehle ich John Wick mit Keanu Reeves oder Run All Night mit Liam Neeson.
Und zum Schluss möchte ich noch ein allerletztes Argument vorbringen, das wohl jeden überzeugen müsste: Angeblich wurde Travoltas Rolle zunächst Nicholas Cage (!!!) angeboten, der sie jedoch nicht spielen wollte (!!!).

Technische Daten:

Bildformat DVD: 2,40:1 / 25
Bildformat Blu-ray: 2,40:1 / 24
Untertitel DVD und Blu-ray: Deutsch
Ton DVD: Deutsch, Dolby Digital 5.1; Englisch, Dolby Digital 5.1
Ton Blu-ray: Deutsch, DTS-HD Master Audio 5.1; Englisch, DTS-HD Master Audio 5.1

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